Klimaschutzfachbeirat, Fördertopf, Umfrage: Stadt Graz forciert Klimaschwerpunkt
- Setzen Maßnahmen für mehr Klimaschutz: Sippel, Eustacchio, Nagl, Hopper, Puttinger (v.l.)
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"Solidarität vor Bevormundung." Mit einem Zitat von Helmut Strobl, der diese Woche verstorben ist, wollte Bürgermeister Siegfried Nagl die Aufmerksamkeit ein weiteres Mal auf den Klimaschutz lenken und verdeutlichen, dass "es ein Miteinander von Experten und Bürgern braucht, damit wir die Klimaziele erreichen." Die schwarz-blaue Rathaus-Koalition hat ja erst Mitte dieser Woche entschieden, jene 30 Millionen Euro, die eigentlich für die Realisierung der Plabutschgondel zur Verfügung stehen, in einen eigenen Klima-Fördertopf umzuleiten. "Wir haben das Kulturjahr 2020, das Sportjahr 2021 und mehrere Klimajahre, schließlich wird uns dieses Thema wohl noch lange beschäftigen", ergänzt Eustacchio. So sollen künftig etwa alle Maßnahmen und Gemeinderatsbeschlüsse auch auf ihre Auswirkungen für den Klimawandel hin geprüft werden.
Fachbereit als Schnittstelle
Eine zentrale Neuerung ist außerdem der neu eingerichtete Klimaschutzfachbeirat, der sich aus Vertretern der Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und NGOs zusammensetzt. "Den Vorsitz wird Stefan Schleicher vom Wegener Center Graz übernehmen. Als Stellvertreter fungiert Bernhard Puttinger vom Green Tech Cluster", erklärt Nagl. Weitere Fachbeiratsmitglieder sind Andrea Gössinger-Wieser (Klimaschutzkoordinatorin Steiermark), Franz Maier (Präsident Umweltdachverband Österreich), Karl Friedrich (Montan Universität Leoben) und Florian Maringer (Erneuerbare Energien Österreich Dachverband). "Wir wollen die Klimaschutz-Innovationen stärken und Graz als Hotspot etablieren", sagt Puttinger. Daneben verweist er auch noch auf die Tatsache, dass Graz in diesem Bereich schon sehr viel zu Wege gebracht habe. "Es gibt rund 100 Unternehmen am Standort Graz, die sich mit der Thematik befassen. Außerdem befinden sich fünf von sieben Kompetenzzentren für Umwelt- und Klimaschutz in der steirischen Landeshauptstadt."
Referat für Klimaschutz
Der Neuerungen aber nicht genug: So richtet die Stadt auch ein eigenes Referat für Klimaschutz ein, in den nächsten Wochen wird dazu noch ein Klimaschutzbeauftragter bestellt. "Das Referat wird in der Baudirektion angesiedelt sein, da hier schon Themen wie Stadtentwicklung, Bauen und Grünraum gebündelt vorhanden sind", wird Nagl deutlich. Sein "Vize" Eustaccio verweist dazu noch auf den ebenfalls neuen Kleinprojekt-Fördertopf. "Wir laden Einrichtungen wie Bezirksvertretungen und innovative Vereine ein, innovative Projekte zu kreieren. Lokal wirksame Maßnahmen können dann mit bis zu 15.000 Euro gefördert werden." Konkrete Maßnahmen, wie Graz zur Klima-Innovationsstadt Nummer Eins werden soll, werden in den nächsten Monaten und Jahren folgen. Konkret verwiesen Nagl, Eustacchio, Gemeinderätin Anna Hopper, und FPÖ-Klubobmann Armin Sippel aber auf einen eigenen Baumfonds, der eingerichtet wird und die Prüfung von allen im Besitz der Stadt befindlichen Gebäuden hinsichtlich der Installation von Photovoltaikanlagen.
Online-Befragung für die Grazer
Maßnahmen allein würden aber nicht reichen. "Wandel entsteht im Kopf. Wir müssen noch stärker in die Bewusstseinsbildung investieren. Jeder Einzelne muss seinen Alltag, seine Gewohnheiten hinterfragen", sind sich Nagl und Eustacchio einig. Um einen Einblick zu bekommen, wie die Grazer Bürger das große Thema Klimaschutz sehen, ist mit heute ein Fragebogen, der mit dem renommierten Institut mResearch entwickelt wurde, online gegangen. "Alle Grazer sind eingeladen, teilzunehmen." Linz zum Fragebogen: tinyurl.com/Klimaschutz-in-Graz
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