Die Dust City Rollers brechen mit Normen
Roller Derby im Selbstversuch

Den Grazer Verein "Dust City Rollers" gibt es seit 2016 – als dritten von mittlerweile fünf Roller Derby Vereinen in Österreich.  | Foto: Hannes Ramsenthaler
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  • Den Grazer Verein "Dust City Rollers" gibt es seit 2016 – als dritten von mittlerweile fünf Roller Derby Vereinen in Österreich.
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Wir haben uns von den "Dust City Rollers" nicht nur das Spiel selbst, sondern auch den Spirit vom Vollkontaktsport Roller Derby erklären lassen. Dazu wurden auch selbst Rollschuhe angelegt.

GRAZ. Den aus den USA stammenden Vollkontaktsport auf Rollschuhen, bei dem zwei Teams sich gegenseitig blocken beziehungsweise Runden fahren, um Punkte zu bekommen, kann man definitiv als Randsport bezeichnen. Dennoch ist Graz mit einem von fünf österreichischen Teams in der Roller Derby Szene vertreten.

Frei von Diskriminierung

Verena und Katrin Borecky von den "Dust City Rollers" erklären uns nicht nur den Ablauf des Spiels, sondern auch, welche Prinzipien bei ihnen im Verein – angelehnt an die im Roller Derby übliche Grundhaltung – hochgehalten und gepflegt werden. Mitspielen können bei ihnen Frauen sowie Personen, die sich als nicht-binär, also nicht ausschließlich als männlich oder weiblich identifizieren.

"Wir wollen im Verein einen Raum schaffen, der möglichst frei von Diskriminierung ist", so die Skaterinnen, die sich im Derby "Glutea Maxima" und "Reckless Spice" nennen. Darüber hinaus wird versucht, feministische Konzepte im Vereinsalltag umzusetzen und basisdemokratisch (von Skatern für Skater) zu agieren. Für ihre Bemühungen, "explizit Platz zu machen für marginalisierte Personengruppen", waren die Dust City Rollers bereits zweimal für den Grazer Frauenpreis nominiert, mit dem innovative Projekte von und für Frauen gewürdigt werden.

Die Athletinnen von den Dust City Rollers vertreten eine feministische und anti-diskriminierende Grundhaltung. | Foto: Hannes Ramsenthaler
  • Die Athletinnen von den Dust City Rollers vertreten eine feministische und anti-diskriminierende Grundhaltung.
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Hart aber herzlich

Die Verbindung aus hartem Vollkontaktsport und dem Statut der Wertschätzung scheint zugegebenermaßen im ersten Moment etwas gegensätzlich. Verena und Katrin Borecky wissen aber: "Das hängt mit der Entwicklungsgeschichte des Roller Derby zusammen." So wie der Sport heute praktiziert wird, wurde er Anfang der 2000er-Jahre von weiblichen Amateurinnen begründet, von denen viele in Verbindung zur Punk-Bewegung und dem "Third Wave"-Feminismus standen.

"Im Spiel gehen wir hart miteinander um, da müssen wir und vertrauen können und wertschätzend miteinander umgehen."
Verena Borecky

Dass Wertschätzung bei den Dust City Rollers tatsächlich gelebt wird, erleben wir selbst, als wir beim Training dabei sein dürfen: Nachdem Knie-, Ellbogen-, Handschützer und Helm angelegt, die Rollschuhe angezogen sind und der Haftungsausschuss im Falle einer Verletzung unterschrieben ist, kann es losgehen. Alle Skaterinnen, die zwischen 18 und 40 Jahre alt sind, heißen einen herzlich willkommen und Glutea Maxima erweist sich als äußerst sympathische Trainerin.

Skaterin "Glutea Maxima" (Verena Borecky) (l.) zeigt MeinBezirk-Redakteurin Antonia Unterholzer die Basics auf den Rollschuhen.  | Foto: Brand Images
  • Skaterin "Glutea Maxima" (Verena Borecky) (l.) zeigt MeinBezirk-Redakteurin Antonia Unterholzer die Basics auf den Rollschuhen.
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Für Interessierte:
Die Dust City Rollers freuen sich immer über Neuzugänge – alle Infos auf der Homepage des Grazer Roller Derby Vereins. Für alle, die lieber nur zusehen möchten: Alle österreichischen Teams treten am 11. und 12. Juni bei den Roller Derby Meister*innenschaften in der Unionhalle in Graz gegeneinander an.

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