Der Steiermark gehen die Talente verloren

Zwei der derzeit wenigen Teamkicker von Sturm: Florian Kainz (U 18) und Christian Klem (U 19 und U 21). Die Zukunft sieht alles andere als rosig aus. (Fotos: GEPA)
  • Zwei der derzeit wenigen Teamkicker von Sturm: Florian Kainz (U 18) und Christian Klem (U 19 und U 21). Die Zukunft sieht alles andere als rosig aus. (Fotos: GEPA)
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Fast keine Nachwuchs-Teamkicker mehr: Fehler aus den letzten Jahren holen den SK Sturm ein.

Die Situation ist ernst und kann klar aufgezeigt werden: So testet etwa das österreichische U-18-Nationalteam heute (Mittwoch) gegen Estland und im Kader scheinen mit Daniel Schmölzer und Florian Kainz lediglich zwei Sturm-Spieler auf. Die Fußballakademie Linz stellt fünf, Salzburg vier, Rapid, Austria und Vorarlberg jeweils zwei, Kärnten einen. Die Zeiten, in denen Sturm Nachwuchs-Teamkicker en masse produzierte, sind längst vorbei. In den Kadern der U 17 und der U 16 (zu sehen auf www.oefb.at) befindet sich kein einziger Sturm-Spieler! Salzburg (7 Fußballer) ist hier tonangebend, aber auch ?Hochburgen? wie Admira und Mattersburg (je 4), St. Pölten, Vorarlberg oder Linz (je 3) haben da die Nase vorne.
Aus der Sicht von Sturm Graz müsste das zu denken geben ? und tut es auch, zumindest Akademieleiter Didi Pegam: ?Die Versäumnisse aus den letzten Jahren kommen jetzt ganz stark zum Tragen.? Heißt im Klartext: Sturm hat sich jahrelang zu wenig um den Nachwuchs gekümmert und das Scouting verschlafen. ?In Ausbildungszentren war man leider oft jahrelang nicht präsent?, kritisiert Pegam und verschönt eines nicht: ?Es wird vermutlich noch zwei, drei Jahre dauern, bis wir das wieder aufgeholt haben.? In der Zwischenzeit wird kein Weg daran vorbeiführen, dass Sturm mangels Qualität des eigenen Nachwuchses viele Spieler verpflichten muss ...

Steiermark droht Abwanderung
Ein zweiter Punkt ist noch viel beängstigender. Andere Akademien schnappen Sturm die Spieler weg. So zogen es heuer etwa die 15-jährigen Söhne von Herfried Sabitzer (Marcel) und Bruno Friesenbichler (Kevin) vor, zur ?großen? Admira und nicht zu den Grazern zu wechseln. Und Salzburg hat den Blackys kürzlich zwei Talente aus Leibnitz weggeschnappt. ?Da sind wir machtlos, da hilft kein Reden. Den Jungen und den Eltern wird das Blaue vom Himmel versprochen, selbst wenn man ihnen die Liga-Einsatzminuten, die ein junger Spieler bei Salzburg bekommt, präsentiert, können sie nicht überzeugt werden.? Weil auch der GAK, seinerzeit ein Anreiz für viele, keine Akademie mehr führt, droht der Steiermark generell eine große Abwanderung von Talenten in den nächsten Jahren.
Denn die Zeit scheint nicht für Sturm zu sprechen. Dass man gegen den Millionenklub Salzburg wenig Chancen hat, ist kein Wunder. In Zukunft werden laut Pegam aber vor allem andere groß aufspielen: ?Die Admira investiert Millionen, die Wiener Austria baut ein unglaubliches Zentrum und Mattersburg hat eine gewaltige Infrastruktur geschaffen. Da können wir nur neidvoll zuschauen.? Und wie kann Sturm dann punkten? Pegam: ?Infrastrukturell nur schwer, wohl eher mit der Qualität unserer Trainer und der Ausbildung.?
Autor: heri.hahn@woche.at

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