Bildungspolitik
Steirische Sozialpartner fordern die Sommerschule
- Vereint in Bildungsfragen: Josef Pesserl, Horst Schachner, Georg Knill und Josef Herk
- Foto: Fischer
- hochgeladen von Roland Reischl
Wenn es zum sozialpartnerschaftlichen Schulterschluss in der Steiermark kommt, wird es zumeist inhalltlich schwergewichtig. So auch diesmal, als sich die vier Präsidenten Josef Herk (Wirtschaftskammer), Josef Pesserl (Arbeiterkammer), Georg Knill (Industriellenvereinigung) und
Horst Schachner (Gewerkschaftsbund). Kernpunkt wie so oft: die Bildungspolitik.
Die aktuelle Ausnahmesituation müsse, so die Sozialpartner, genutzt werden, das Thema „Sommerbetreuung“ grundlegend zu diskutieren und generelle, mittel- und langfristige Weichenstellungen zu treffen. Die Sommermonate würden sich anbieten, Bildungsdefizite bei Schülern zu beheben und Talente und Interessen entsprechend zu fördern.
Sommerbetreuung sichern
Im ersten Schritt gelte es, die aktuelle Herausforderung meistern und die Betreuung für diesen Sommer zu sichern. In der Steiermark würden rund 120.000 Beschäftigte vor der Herausforderung stehen, ihre Kinder über die Sommermonate betreuen zu lassen. Niederschwellige und leistbare Betreuungsangebote an möglichst allen Standorten für mindestens 4 bis 6 Wochen seien ein Gebot der Stunde.
Man regt an, eine breite Allianz mit Bund, Ländern und Gemeinden zu bilden und Infrastruktur zu sichern. Dies bedeute ein Öffnen der Pflichtschulgebäude im Sommer und kreative Lösungen im Rahmen der Schulraumüberlassung von Bundesschulen.
Wohl weitreichendster Punkt: Darüber hinaus können sich die Sozialpartner für die kommenden Jahre die Entwicklung eines umfassenden Summerschool-Systems vorstellen, das nicht nur Lernschwächen und Bildungsdefizite adressiert, sondern in Form von speziellen Projektwochen auch auf die Förderung von Stärken und Talenten abzielt – also eine fixe Installierung eines Schulbetriebs während der Sommermonate.
Schulausrichtung im Großraum Graz neu bewerten
Spannendes Thema am Rande: Im Großraum Graz sind drei neue Schulstandorte geplant – alle drei sind als AHS vorgesehen. Diese führe am Bedarf vorbei. Vielmehr brauche es ein breites und differenziertes schulisches Angebot. Deshalb schlage man eine HTL statt AHS-Langform vor, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Eine der drei geplanten neuen Schulen solle überdies als internationale Schule mit der Möglichkeit, mit dem IB (International Baccalaureate) abzuschließen.
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