WIFO Index
Innsbruck im untersten Fünftel des Lebenssituationsindex

WIFO Lebenssituationsindex:  Je höher der Indexwert ausfällt, desto günstiger ist die Lebenssituation in der Gemeinde. Innsbruck liegt im untersten Fünftel.
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INNSBRUCK. Der WIFO-Lebenssituationsindex beleuchtet exklusiv für die Regionalmedien Austria die Lebensumstände auf kleinräumiger Ebene in den 2.122 Wohngemeinden Österreichs und bringt ein ernüchterndes Ergebnis für die Landeshauptstadt.

Lebenssituationsindex

Beim WIFO-Lebenssituationsindex  werden die auf die Lebensumstände einwirkenden Faktoren wie Einkommen, Erwerbsintensität, Alter und Qualifikation in einer Zahl gebündelt. Je höher der Indexwert ausfällt, desto günstiger ist die Lebenssituation in der Gemeinde. Lans (Spitzenwert mit 8,448), Patsch und Thaur dürfen sich dabei über einen Indexwert von über 8 freuen. Insgesamt sind 55 Tiroler Gemeinden im oberen Fünftel der Indexwertung zu finden. 77 Tiroler Gemeinden sind hingegen in untersten Fünftel der Indexwertung, mit dabei die Landeshauptstadt Innsbruck mit einem Wert von 5,800, knapp hinter Obertilliach (5,801) und vor Vals (5,796). Mit der im Mai 2021 veröffentlichten Aktualisierung für das Jahr 2019 wird die Ausgangssituation unmittelbar vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie im Frühjahr 2020 abgebildet. "Zahlreiche Regionen sind von der Abnahme der Erwerbstätigkeit im Jahr 2020 gegenüber 2019 stark betroffen. Dies hat auch die Lebenssituation im Jahr 2020 beeinflusst. Inwieweit dies in dem Index zur Lebenssituation beziffert werden kann, werden wir anhand unserer aktuellen Vergleichsbasis weiter beobachten“, so Julia Bock-Schappelwein und Franz Sinabell, die beiden Köpfe hinter dem WIFO-Index.

Der WIFO-Lebenssituationsindex beleuchtet exklusiv für die Regionalmedien Austria die Lebensumstände, die Landeshauptstadt Innsbruck liegt im untersten Fünftel.
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Inflationsrate

Die Inflationsrate (Jahresdurchschnitt) betrug in Innsbruck 2019 ebenso wie 2020 1,6%. Zugelegt hat sie im Jahresabstand bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken, niedriger ausgefallen ist sie in den Kategorien "Wohnung, Wasser, Energie" sowie "Restaurants und Hotels". Die österreichische HVPI-Inflationsrate ist von 1,8 Prozent im Juli 2020 auf 1,4 Prozent im Februar 2021 zurückgegangen. Im März 2021 betrug die HVPI-Inflationsrate laut Schnellschätzung von Statistik Austria 2,0 Prozent. Gemäß Statistik Austria ist die markante Beschleunigung der Inflationsrate von Februar auf März 2021 vor allem auf einen Anstieg der Rohölpreise zurückzuführen. Die bis Februar 2021 vorliegenden Detailergebnisse zeigen einen deutlichen Rückgang der ohne Energie und Nahrungsmittel berechneten Kerninflationsrate von 2,7 Prozent im Juli 2020 auf 1,6 Prozent im Februar 2021. Aufgrund des zweiten und dritten Lockdowns und den damit einhergehenden Geschäftsschließungen musste in den letzten Monaten bis zu einem Viertel der im Warenkorb enthaltenen Produktpreise fortgeschrieben werden.

Entwicklung der Teuerungsraten in Innsbruck
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Krise in den Bundesländern

Der Forschungsbereich Strukturwandel und Regionalentwicklung des WIFO analysierte bereits im April 2020 die unterschiedliche wirtschaftliche Betroffenheit der Bundesländer. Über zwei Drittel der österreichischen Erwerbstätigen waren demnach in erheblich bis sehr stark betroffenen Branchen tätig. In Tirol und Salzburg war die Betroffenheit am höchsten. „Nach einem Jahr Krise hat sich dieser anfängliche Befund bestätigt. Die tourismusintensiven Bundesländer Tirol (–4,3%) und Salzburg (–3,3%) verzeichneten, gefolgt von Kärnten (–2,8%), 2020 die stärksten Rückgänge in der Zahl der unselbständig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr“, so die WIFO-Regionalökonomin Julia Bachtrögler-Unger. Den niedrigsten Beschäftigungseinbruch erlebten das Burgenland (–0,8%) und Niederösterreich (–0,7%). „Zu beachten ist, dass die Kurzarbeit besonders im Handel und der Sachgüterindustrie eine noch ungünstigere Beschäftigungsentwicklung verhinderte“, so Bachtrögler-Unger. Mit - 2,38 Prozent an den unselbständig Beschäftigten liegt Innsbruck unter dem Tirol Wert und hat im Bezirksvergleich den zweitniedersten Wert (Lienz hat - 2,0 %). Die höchsten Prozentwerte in Tirol haben Landeck mit - 10,65 und Kitzbühel mit - 6,38.

Änderung der Anzahl der unselbständigen Beschäftigung 2020 verglichen mit 2019 in Prozent
  • Änderung der Anzahl der unselbständigen Beschäftigung 2020 verglichen mit 2019 in Prozent
  • Foto: WIFO
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Arbeitsmarkt

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit in Tirol mit Ende April zwar um -33,3 % gesunken, dennoch sind 33.134 Menschen arbeitslos oder in Schulung. "Mit besonderer Sorge beobachten wir weiterhin die Langzeitarbeitslosigkeit in Tirol, die im Vergleich zum Vorjahr um +222,9 % auf 3.397 Personen angestiegen ist. Der Fokus wird sich in den kommenden Monaten zunehmend von gesundheitspolitischen zu sozial- und arbeitsmarktpolitischen Themen verlagern“, kommentiert AMS-Landesgeschäftsführer Alfred Lercher. „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und der für den 19. Mai angekündigten Öffnungsschritte sind wir zuversichtlich, dass sich die Situation am Tiroler Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen wieder für viele Menschen entspannen wird. Auch im April konnten wir zuletzt wieder einen leichten Aufwärtstrend bei den zur Besetzung gemeldeten offenen Stellen beobachten.“ Im April waren in Innsbruck 4.613 Frauen und 5.211 Männer arbeitslos gemeldet.

Arbeitslosenquoten in den tiroler Arbeitsmarktbezirken März 2021
  • Arbeitslosenquoten in den tiroler Arbeitsmarktbezirken März 2021
  • Foto: AMS Tirol
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