St. Johann, Ortsbusdiskussion
Zumtobel: "Ortsbus St. Johann soll 2028 umgesetzt werden"
- Warten auf einen Ortsbus in der Marktgemeinde.
- Foto: Nikolaus Kogler
- hochgeladen von Klaus Kogler
Nach St. Johanner Kritik an VVT und Land Tirol geht Diskussion um Ortsbus weiter; Liste Fritz und NEOS unterstützen St. Johanner, LR Zumtobel relativiert und stellt klar.
ST. JOHANN, TIROL. Wie berichtet gab es scharfe Kritik von Bgm. Stefan Seiwald in Richtung Verkehrsverbund Tirol (VVT) und Landesregierung ob des fehlenden und erneut "auf die lange Bank geschobenen" Ortsbus für St. Johann.
Unterstützung erhielt Seiwald daraufhin von der Liste Fritz und den NEOS.
"Das fertig geplante Ortsbusprojekt wieder aufzuschieben ist völlig unverständlich. Wir unterstützen Bgm. Seiwald im Landtag und fordern eine rasche Umsetzung",
so LA Susanna Riedlsperger. Die Liste Fritz kündigte einen Antrag im Landtag an.
"Den Ortsbus nicht zu realisieren, ist ein Fehler. Wir setzen uns für die Umsetzung ein",
so Bezirkssprecher Sepp Niedermoser.
LR Zumtobel kontert
Verkehrs-Landesrat René Zumtobel (SPÖ) kontert den Vorwürfen und zeigt den massiven ÖFFI-Angebotsausbau der vergangenen Jahre, die Steigerungen der Stammkundenzahlen sowie den weiteren Fahrplan beim Ortsbus St. Johann auf.
„Der massive Ausbau des öffentlichen Verkehrs in ganz Tirol und insbesondere im Unterland trägt Früchte. Der VVT hat in Tirol mittlerweile rund 198.000 Stammkunden. Allein in den vergangenen fünf Jahren verzeichnete der Bezirk Kitzbühel insgesamt 31 % und die Marktgemeinde St. Johann sogar 35 % mehr Jahreskartenverkäufe. Das Nulldefizit im Doppelbudget hat nun zwangsläufig zur Folge, dass geplante Öffi-Ausbauprojekte vorerst verschoben werden müssen. Der Ortsbus St. Johann genießt gemeinsam mit dem Ausbau im Pillerseetal hohe Priorität, weshalb ich mich weiterhin intensiv einsetzen werde, den Ortsbus gemeinsam mit unseren Partnern 2028 umzusetzen.“
Im Gesamten verweist Zumtobel neben dem Ausbau des Bahnangebots auch auf den starken Busausbau, u. a. im Raum Wilder Kaiser (Kufstein, Sölllandl, St. Johann) und im Pillerseetal hin. Im Speziellen erklärt Zumtobel zu St. Johann":
"Der geplante Ortsbus St. Johann ist das Ergebnis eines strukturierten und abgestimmten Planungsprozesses zwischen allen Partnern – mit folgendem Zwischenstand: Vorbehaltlich der Finanzierungszusagen aller Projektpartner ist die Umsetzung und somit der Betriebsbeginn gemeinsam mit der Vergabe im Pillerseetal ab Dezember 2028 vorgesehen, um auch Ausschreibungssynergien zu nutzen. Geplant sind drei Linien, sechs Kleinbusse und ein gewünschter Halbstundentakt von Montag bis Sonntag; die Gesamtkosten liegen bei ca. 1,8 Mio. Euro pro Jahr, davon rund 1,2 Mio. € Förderung durch den VVT. Dieser Projektrahmen wurde vom VVT mit dem regionalen Mobilitätskoordinator abgestimmt. Der Ortsbus fügt sich schlüssig in den erfolgreichen Ausbau des regionalen ÖV ein und stellt den nächsten Schritt zur nachhaltigen Mobilität in St. Johann dar."
LA Claudia Hagsteiner (SPÖ, Kirchberg) ergänzt:
"Diese Fakten sind auch Bgm. Seiwald bekannt, auch wenn er es ungesagt lässt. Seiwalds behauptete 'Unterlandignoranz' des VVT entbehrt jeder Grundlage. Und wir sprechen nicht von wenigen hunderttausend Euro (zit. Seiwald) sondern von 1,8 Mio. € jährlich."
Zumtobel verspricht:
"Wenn sich Bgm. Seiwald in seiner Partei für die notwendigen Finanzmittel für eine noch schnellere Öffi-Offensive einsetzen möchte, wird ihm die Unterstützung der SPÖ sicher sein.“
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