26.01.2018, 16:35 Uhr

Mahringer: "AMS-Zahlen ergeben eine Lehrstellenlücke"

Helmut Mahringer: "Laut AMS-Zahlen ergäbe sich eine Lehrstellenlücke von 1.504 Lehrstellen." (Foto: Wifo)

Wirtschafts- und Arbeiterkammer geben widersprüchliche Zahlen über offene Lehrstellen und Lehrstellensuchende an. meinbezirk.at hat beim Arbeitsmarktexperten Helmut Mahringer nachgefragt.

ÖSTERREICH. Laut Arbeiterkammer (AK) suchen 22.000 Jugendliche eine Lehrstelle. Die Wirtschaftskammer (WKÖ) gibt hingegen 5.000 offene Lehrstellen mehr an als Lehrstellensuchende.

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meinbezirk.at hat sich beim Arbeitsmarktexperten Helmut Mahringer vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erkundigt, was denn nun richtig sei: "Laut AMS gab es 2017 durchschnittlich 6.154 sofort verfügbare Lehrstellensuchende und 4.650 sofort verfügbare offene Lehrstellen. Das ergäbe eine Lehrstellenlücke von 1.504 Lehrstellen. Darin sind jene Jugendlichen nicht enthalten, die aufgrund fehlender betrieblicher Lehrstellen in Ersatzmaßnahmen, sogenannte überbetriebliche Lehrausbildungen, die von öffentlicher Hand finanziert sind, eine Lehrausbildung erhalten. Nicht enthalten sind auch frühzeitig – also vor der eigentlichen Verfügbarkeit – gemeldete offene Lehrstellen und Lehrstellensuchende. Diese werden durch das AMS häufig auch bereits frühzeitig vermittelt."

So kommen die unterschiedlichen Zahlen zustande

Und wie kommen die Sozialpartner auf ihre Zahlen? "Die WKÖ stellt offensichtlich offene Lehrstellen und Lehrstellensuchende unabhängig von deren aktueller Verfügbarkeit einander gegenüber. Die AK errechnet fehlende Lehrstellen von rund 17.700 anhand der Differenz zwischen sofort verfügbaren offenen Lehrstellen und der Summe aus sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden und Jugendlichen in AMS-Schulungen inklusive der Jugendlichen in überbetrieblichen Lehrausbildungen.“ erklärt Mahringer.

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* KOMMENTAR: Die Sozialpartner und ihre Zahlenspiele
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