Lokale Alltagshelden
21 First Responder retten im Raum Kindberg ehrenamtlich Leben
- Stets bereit: Die First Responder von Kindberg. Sie sind in den Gemeinden Langenwang bis St. Marein und Turnau im Einsatz.
- Foto: Schuster
- hochgeladen von Angelina Koidl
Raum Kindberg: 21 First Responder, mobile Ersthelferinnen und Ersthelfer, sind abrufbereit, wenn Hilfe benötigt wird. Auch in der Region Hochschwab Süd (Thörl, Turnau, Aflenz), soll ein eigenes First Responder-System eingerichtet werden.
BRUCK-MÜRZZUSCHLAG. Wenn es um ein Menschenleben geht, dann zählt jede Sekunde. Das weiß Marc Schuster nur allzu gut. Der 21-Jährige ist First Responder, also mobiler Ersthelfer, in Kindberg und Umgebung. Gemeinsam mit seinem Vater Walter, der in Kindberg Ortsstellenleiter beim Roten Kreuz ist, hat er ein First Responder-Netzwerk aufgebaut, das bereits 21 Freiwillige umfasst.
- Walter und Marc Schuster: Vater und Sohn sind beide beim Roten Kreuz in Kindberg und als First Responder im Einsatz.
- Foto: MeinBezirk/Angelina Koidl
- hochgeladen von Angelina Koidl
In fünf Minuten beim Patienten
Wohnhaft und damit vorrangig im Einsatz, weil in einem Notfall am schnellsten vor Ort, sind diese First Responder von Langenwang bis St. Marein bis nach Turnau. "Im Durchschnitt sind wir in rund fünf Minuten bei der Patientin, beim Patienten", sagt Marc Schuster. Thomas Strasser aus Langenwang unterstützt das Team als Arzt.
Das ist ein First Responder
Zur Erklärung: Ein First Responder wird parallel zum Rettungsdienst alarmiert, um die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken und zu helfen. "Wir überprüfen die Vitalwerte, haben Sauerstoff mit und entscheiden, ob weitere Einsatzkräfte wie Notarzt oder Hubschrauber angefordert werden müssen", erklärt Schuster.
- Die First Responder werden mittels Handy-App alarmiert.
- Foto: MeinBezirk/Angelina Koidl
- hochgeladen von Angelina Koidl
2025 waren zwölf First Responder aus Kindberg und Umgebung bei 312 Einsätzen vor Ort. Im ersten Halbjahr 2026 wurden sie bereits zu 265 Einsätzen gerufen. Alarmiert werden sie über eine eigene App am Handy von der Landesleitzentrale. "Sie haben die Übersicht, wo wer unterwegs ist und am schnellsten vor Ort sein kann", so der 21-Jährige. Im Schnitt rückt jeden Tag jemand von seinem Team aus.
Ehrenamtlich im Einsatz
Die meisten der First Responder in Kindberg versehen beim Roten Kreuz auch ehrenamtlich Rettungsdienste und sind ausgebildete Rettungssanitäter. Viele sind auch zusätzlich noch bei der Freiwilligen Feuerwehr. "Je mehr Erfahrung man hat, desto leichter tut man sich dann vor Ort", betont der Veitscher, selbst Rettungssanitäter und Einsatzfahrer sowie bei den Feuerwehren Mitterdorf und Veitsch.
"Ein großer Vorteil als First Responder ist, wenn du in deiner Heimatgemeinde zu einem Notfall gerufen wirst, dass du die Person meistens kennst. Das kann für die Betroffenen sehr beruhigend wirken. Man hat dann einen ganz anderen Draht zu dieser Person."
Walter Schuster, Ortsstellenleiter Rotes Kreuz Kindberg, First Responder
- Immer wieder werden verschiedene Unfallszenarien geübt. Hier Walter Schuster bei Erste Hilfe-Maßnahmen nach einem Motorradunfall.
- Foto: Schuster
- hochgeladen von Angelina Koidl
First-Responder Hochschwab Süd
Aktuell gibt es Überlegungen, in der Region Hochschwab Süd (Thörl, Turnau, Aflenz) ein eigenes First Responder-System einzurichten. Nach Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beiden Rotkreuz‑Dienststellen sei deutlich geworden, dass ein zusätzliches Ersthelfer‑Netzwerk eine wertvolle Ergänzung darstelle.
Die Gemeinden liegen in einem Gebiet mit größeren Entfernungen und teilweise längeren Anfahrtszeiten. Die Rotkreuz‑Dienststellen seien gut besetzt, dennoch könne es – wie überall – zu Situationen kommen, in denen ein zusätzliches Ersthelfer‑Netzwerk wertvolle Minuten gewinnt.
Ausbildung
In der Steiermark sind aktuell rund 1.200 First Responder registriert. Ausbildung: Interessierte können sich melden – unabhängig davon, ob sie bereits Erfahrung im Rettungswesen haben. Die Ausbildung wird direkt in der Region durchgeführt und umfasst rund 30 Stunden. Infos bei der Bezirksstelle: 050 1445 11000, bruck-muerzzuschlag@st.roteskreuz.at
Weitere Infos findest du hier!
Vielleicht auch interessant:
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.