MotoGP in Spielberg
Mädchen (9) verletzte sich schwer und sucht jetzt nach Ersthelfern
- Vanessa mit ihren Eltern und dem Behandlungsteam der Uniklinik Graz.
- Foto: Uniklinik Graz/Fechter
- hochgeladen von Stefan Verderber
Ein ungewöhnlicher Unfall im Rahmen der MotoGP im Murtal ist gut ausgegangen. Eine Schirmstange hat sich rund 8 Zentimeter tief in den Bauch eines Mädchens gebohrt. Nach erfolgreicher Behandlung an der Uniklinik Graz möchte sich die Familie bei Helferinnen und Helfern bedanken.
SPIELBERG. 150 medizinische Versorgungen und 15 Abtransporte lautete die Bilanz des Roten Kreuzes nach dem MotoGP-Wochenende in Spielberg. Ein tragischer Vorfall, der sich darunter befindet, taucht erst jetzt auf. Die neunjährige Vanessa aus Tirol hat sich in Spielberg schwer verletzt, darf aber nach etwas mehr als einer Woche am Uniklinikum Graz jetzt wieder nach Hause, wie das Krankenhaus in einer Pressemitteilung bestätigt.
Alltäglicher Handgriff
Vanessa war gemeinsam mit ihren beiden Geschwistern und ihren Eltern bei der MotoGP. Die motorsportbegeisterte Familie war am Sonntagnachmittag gerade beim Zusammenpacken, als sich der ungewöhnliche Unfall ereignete. Vanessa wollte einen Regenschirm zusammenklappen. Ihre Mutter erzählt:
"Der Schirm ist schwer zum Abspannen gegangen. Vanessa hat es versucht, wie Kinder das eben machen. Sie hat den Schirm gegen ihren Körper gedrückt. Da ist der Griff plötzlich abgebrochen und sie hat sich die innere Stange in den Oberbauch gestoßen."
Mama von Vanessa
Schnelle Ersthelfer
Als das Mädchen die Stange selbstständig wieder herauszog, begann die Wunde sofort stark zu bluten. Rasche Hilfe gab es von weiteren Fans. Eine Frau, die sich auf Englisch als "nurse" (Anm.: Krankenschwester) zu erkennen gab sowie ein weiterer Ersthelfer sammelten Tücher zusammen und übten damit Druck auf die Wunde aus, bis das medizinische Team vor Ort die Versorgung übernahm.
- Die Familie möchte sich bei den Helferinnen und Helfern am Ring bedanken.
- Foto: Symbolbild RK/Webersink
- hochgeladen von Stefan Verderber
Tückischer Fall
Gleichzeitig wurde die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie in Graz verständigt, dass ein Hubschrauber mit dem verletzten Mädchen unterwegs sei. "Der erste Anruf lautete: schwer penetrierende Bauchverletzung, der Hubschrauber kommt", erinnert sich Klinikvorstand Holger Till an den "tückischen Fall". Erst später zeigte sich das ganze Ausmaß der Verletzung.
"Die Schirmstange muss rund acht Zentimeter tief in den Oberbauch eingedrungen sein."
Holger Till, Uniklinik-Vorstand
Multiprofessionelles Team
Vanessa wurde von Oberärztin Agnes Bokros gemeinsam mit Till, Assistenzärztin Fiona Popp und unterstützt von einem multiprofessionellen Team operiert. Das Mädchen hatte eine Einstichstelle an der Leber erlitten, der Verletzungskanal reichte bis zur Gallenblase. Diese musste sogar entfernt werden. Gleichzeitig versorgte das OP-Team die Leberverletzung, spülte den Stichkanal und legte eine Drainage ein.
Intensive Betreuung
Nach der Operation wurde die junge Tirolerin intensivmedizinisch betreut, ihre Eltern übernachteten im Ronald McDonald-Haus, um ihr nahe zu sein. Schon am Tag nach der Operation habe sich die Familie laut ihrer Mutter wieder sicher gefühlt. Mittlerweile ist Vanessa wieder schmerzfrei, wird voraussichtlich keine Einschränkungen davontragen und darf gemeinsam mit ihren Eltern wieder nach Hause nach Wörgl.
Suche nach den Helfern
Die Familie sucht jetzt allerdings nach den Ersthelferinnen und Ersthelfern am Red Bull Ring: Und zwar nach der englischsprachigen Krankenschwester und dem Mann, der ebenfalls Erste Hilfe leistete und ihrer Erinnerung nach Sanitäter war. "Die Familie kennt die Namen der beiden nicht und hofft nun, sie auf diesem Weg zu finden", heißt es in der Uniklinik Graz. Ausdrücklich bedanken möchte sich die Familie außerdem beim Notarztteam vor Ort.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.