Schneechaos
"Situation ist, gelinde gesagt, beschissen"

Tief verschneit. Pölstal und Hohentauern wurden zum Katastrophengebiet erklärt.  | Foto: Foto: Petra Moscher
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  • Tief verschneit. Pölstal und Hohentauern wurden zum Katastrophengebiet erklärt.
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In den Gemeinden Hohentauern und Pölstal wurde aufgrund der Schneemassen der Katastrophenzustand ausgerufen, Besserung ist derzeit nicht in Sicht.

HOHENTAUERN/PÖLSTAL. Während in weiten Teilen des Murtals nur wenige Zentimeter Schnee liegen, wird in Hohentauern und St. Johann am Tauern die Situation immer prekärer. Die heftigen Neuschneemassen der letzten Tage haben zu einer Ausnahmesituation geführt. Hohentauern ist seit dem Wochenende von der Außenwelt abgeschnitten, die B 114 ab St. Johann bis Trieben gesperrt.

Evakuiert

In St. Johann wurden 14 Häuser aufgrund von drohenden Lawinenabgängen evakuiert, in Hohentauern sind 550 Menschen eingeschlossen. "Die Situation ist, gelinde gesagt, beschissen", resümiert Bürgermeister Alois Mayer (Gemeinde Pölstal) am Telefon. Jetzt wurde der Katastrophenzustand ausgerufen.

Abgebrochen

Die erhofften Erkundungsflüge seitens des Bundesheeres und der Lawinenwarnkommission mussten aufgrund der Schneeschauer, Sturmböen und dichten Wolken eingestellt werden. "Am Sonntag wurde ein Versuch gestartet , dieser musste aber abgebrochen werden. Es hat ein kurzes Sichtfenster auf den Geierkogel gegeben  - dort sind extreme Schneewechten zu sehen gewesen. Sobald alle brenzligen Stellen abgeflogen werden können, kann genaueres gesagt werden. Dann wird auch entschieden werden, ob Sprengungen möglich sind", so Mayer.

Befliegung unmöglich

Dass eine Befliegung derzeit unmöglich ist, bestätigt auch Mario Maier von der Landeswarnzentrale Steiermark. "Die Situation in Hohentauern und St. Johann ist unverändert und wird sich in den nächsten Tagen weiter verschärfen. Es ist kein Flugwetter in Sicht und mit weiteren Schneemengen zu rechnen". Aktuell herrscht im Bereich der Nordalpen West, Mitte und Ost sowie in den Niederen Tauern Nord Lawinenwarnstufe 4.  

Sperren

Wie lange die Straßensperren und Evakuierungen in den betroffenen Gebieten andauern werden, ist noch unklar. "Fakt ist, dass diese absolut ihre Berechtigung haben", so Bürgermeister Mayer, denn "Sperren wurden einfach ignoriert - man glaubt gar nicht, wieviele Gaffer daherkommen“. Um weitere Fahrten und Schaulustige abzuhalten, wurden Schneewälle auf der Fahrbahn errichtet.

Bevölkerung versorgt

Die Bevölkerung selbst, geht laut Petra Moscher ganz gut mit der Situation um. Die Geschäftsführerin der Urlaubsregion Murau-Murtal lebt in Hohentauern und ist, wie viele andere Gemeindebürger und Urlauber, eingeschneit. "Feuerwehr, Bergrettung, Gemeinde und alle anderen Einsatzorganisationen leisten tolle Arbeit und versuchen die Gegebenheiten so gut als möglich zu meistern. Wir und die Gäste sind jedenfalls gut versorgt", bestätigt Moscher.

Versammlung

Am Sonntagnachmittag fand eine Bürgerversammlung statt und auch Bürgermeister Alois Mayer bekräftigt, dass die Versorgung gewährleistet sei und einzelne Höfe und Häuser zwischen St. Johann und Hohentauern abgefahren werden, um die Betroffenen zu informieren und zu versorgen.

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