Naturschutz
Ein Vertrag mit unserer Raab
- Die Raab ist die Lebensader der Südoststeiermark. Sie ist Lebensraum, Energiequelle und Erholungsraum zugleich.
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Zukunftsenquete und Memorandum sollen den Lebensraum über Generationen sichern.
Zunächst hatte man im Juni dieses Jahres in einer Rückblende die bewegte Geschichte der Raab rechtzeitig zum 40-Jahre-Jubiläum des Wasserverbandes Vulkanland aufgearbeitet. In ihrer Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit lassen die Südoststeirer aber auch den Blick in die Zukunft nicht vermissen. Das Produkt von Workshops im Rahmen der "Zukunftsenquete Raab" in den letzten Monaten ist ein Paket mit 17 konkreten Maßnahmen.
Zuletzt haben 32 Teilnehmer aus den Raabtalgemeinden und von Organisationen wie Naturschutzbund und Wasserverband, aber auch aus Fachabteilungen des Landes ein Bündel an Maßnahmen ausgearbeitet. Und jene seien notwendig, auch wenn die Entwicklung der Raab eine gute sei, darüber sind sich alle Verantwortlichen einig – allen voran Johann Wiedner, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes. Generationenverantwortung, Lebensqualität und Klimawandel würden einen zukunftsfähigen Umgang mit Wasser und Naturraum – unter Wahrung der wirtschaftlichen Interessen – erfordern, so die Erkenntnis.
Das Raab-Memorandum
- Die Schlüsselfiguren der Zukunftsenquete Raab, allen voran Johann Wiedner und Josef Ober (v.l.), unterzeichneten ein Memorandum.
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Leere Worthülsen und Lippenbekenntnisse haben keinen Platz. Und so unterfertigten die Akteure der Zukunftsenquete – unter ihnen die zehn Protagonisten Johann Wiedner, die Bürgermeister Josef Ober, Helmut Ofner und Johann Winkelmaier, die Verbandsobleute Franz Glanz und Alois Lafer, Naturschutzbundobmann Oskar Tiefenbach, Baubezirksleiter Franz Kortschak, Kammersekretär Johann Kaufmann sowie Vulkanland-Geschäftsführer Michael Fend – ein Memorandum. In jenem verpflichten sie sich zur Umsetzung der Maßnahmen.
Schutz und Sicherheit
Allein die fünf "Überschriften" Wasserhaushalt, vielfältige Wassernutzung, Natur- und Erholungsraum, Schutz vor Überschwemmungen und Bewusstsein für den Wert von Wasser zeigen, wie umfassend die Aktionen für eine zukunftsfähige Raab sind. Die 17 Kernelemente reichen von Arteserschutzprogramm und einer klimafitten Trinkwasserversorgung, über eine nachhaltige Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen bis hin zu Bewusstseinsbildung und dem Kompetenzzentrum Raab. Letzteres wird demnächst in der Gemeinde Fehring eröffnen.
Wie wichtig vor dem Hintergrund des Klimawandels die Maßnahmen in Sachen Hochwasserschutz sind, machte Franz Kortschak deutlich: Seit 1970 seien die Temperaturen im Sommer hierzulande um 3 Grad gestiegen. "Das ist eine riesige Energiemenge in der Atmosphäre und die ist ausschlaggebend für den Starkregen." Jener sei wenn überhaupt regional maximal sechs Stunde vorhersehbar.
Kompetenzzentrum in Fehring
Im Rahmen des Projekts "City Cooperation II" wurde das Konzept "Flussnatur an der Raab" ausgearbeitet. Das Naturschutzgebiet in Hohenbrugg ist das ideologische Fundament. Ergänzend soll zeitnah ein Kompetenzzentrum im ehemaligen Gemeindeamt in Hohenbrugg entstehen – mit Ausstellung, die sich mit Flusssystemen und der Raab beschäftigt, für Ökologie-Interessierte und Schulen. Wissenschaftliches Arbeiten in Form von Kongressen und Foren soll ebenfalls möglich sein. Als Erweiterung ohne konkrete Zeitangabe angedacht ist ein kleines "Tschartakendorf" – optisch angelehnt an die früher in der Gegend beheimateten Grenztürme.
- Das Konzept "Flussnatur an der Raab" in Hohenbrugg stellte Fehrings Bürgermeister Johann Winkelmaier (4.v.r.) u.a. mit LAbg. Franz Fartek (l.), Feldbachs Bürgermeister Josef Ober (2.v.r.) und Bürgermeister Laszló Horváth (r.) von Lenti in Ungarn (v.l.) vor. Im ehemaligen Gemeindeamt von Hohenbrugg zieht das Raab-Kompetenzzentrum ein.
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Raabkalender 2020 für intakte Flussauen
Im neuen Raab-Kompetenzzentrum der Stadtgemeinde Fehring in Hohenbrugg präsentierten der Naturschutzbund und die Fotografen den Raabkalender 2020. Der Verkaufserlös fließt dem Naturschutzprojekt "Mein Quadratmeter Raabtal" zu. Über die Initiative von Oskar Tiefenbach sollen die letzten Reste der ursprünglichen Aulandschaft der Raab in den Gemeinden Fehring und St. Martin gerettet werden.
- Der Buntspecht war erfolgreich auf der Futtersuche.
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Die Fotografen stellten ihre Aufnahmen gratis zur Verfügung. Erhältlich ist der Kalender u.a. in Feldbach bei Morawa, Schuhhaus Nagl und Kaufhaus Thaller in der Geschirrabteilung.
- Oskar Tiefenbach (hinten 3.v.l.) u.a. mit den Fotografen.
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