Riegersburg: Jahrhunderte alte Teiche trockengelegt!
- Die Josephinische Landesaufnahme von 1787 zeigt die beiden Teiche die damals schon existierten.
- Foto: W. Preitler
- hochgeladen von Werner Preitler
Die Breitriegelteiche in Riegersburg gibt es mindestens schon seit 1787, also seit 239 Jahren. Damals wurden sie in der Josephinischen Kriegskarte eingezeichnet (siehe Foto), und das Gebiet hieß noch „Brein Trögel“. Mehr als 200 Jahre danach ist dieses wertvolle Biotop Geschichte. Der Besitzer hat sie trocken gelegt, und die Behörden unternehmen bisher sogut wie nichts dagegen.
Wie berichtet, wurde der Breitriegelteich – ein zentraler Bestandteil eines kartierten Biotops mit Flachmoor – bereits im Dezember 2024 entleert und rund zehn Monate trockengelegt. Dies löste massive Empörung bei Naturschützern aus. Zahlreiche geschützte Tierarten verloren dadurch ihren Lebensraum und mussten so verenden. Betroffen waren unter anderem Erdkröten, Wasserschlangen, Springfrösche, Wasserfrösche, Libellen, Wasserkäfer, Biber sowie verschiedene Wasservögel, auch die dort vorkommenden Fledermäuse sind betroffen.
Behörde schaute zu
Die zuständige Landesnaturschutzbehörde reagierte nur zögerlich. Obwohl sie frühzeitig informiert worden war, kontaktierte sie den Betreiber erst im März 2025 – und das auch nur telefonisch, nachdem die damalige Umweltanwältin eingeschaltet worden war. Die Erklärung des Betreibers, der Teich müsse zur Reparatur von Damm und Schleusen abgelassen werden, wurde ohne weitere Prüfung akzeptiert. Währenddessen fanden etwa Erdkröten im Frühjahr lediglich einen ausgetrockneten Teich vor und verendeten. Im Sommer entwickelte sich die Fläche zu einem leeren überwucherten „grünen Teich“. Erst im November 2025 wurde wieder mit der Befüllung begonnen.
Schleuse auf, Schleuse zu
Bei einem Ortsaugenschein im Dezember 2025 wurde festgestellt, dass sich wieder Wasser im Teich befinde. Der Betreiber verpflichtete sich, die Anlage künftig gefüllt zu halten. Doch bereits im Jänner 2026 war der Teich erneut leer – angeblich aufgrund von Frostschäden. Aktuell ist ervollkommen trocken und bewachsen.
Eine Posse zum Schaden der Natur
Was wie eine Posse wirkt, hat gravierende Folgen: Durch das monatelange Trockenlegen ist das Leben in dem über 200 Jahre alten Gewässer weitgehend erloschen. Viele der betroffenen Arten stehen unter strengem Schutz, ihre Tötung sowie die Zerstörung ihrer Lebensräume sind gesetzlich verboten.
Ich sehe was, was du nicht siehst
Besonders brisant ist die unterschiedliche Bewertung des Gebiets. Während ältere offizielle Kartierungen ein Flachmoor von überregionaler Bedeutung ausweisen, scheint die Behörde dies zu relativieren. Naturschützer fordern endlich die Unterstützung durch die Behörde, und daher dringend konsequente Maßnahmen. Eine Wiedervernässung sowie Wiederansiedelungsprogramme und eine dauerhafte Unterschutzstellung des gesamten Biotops.
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