Ein einzigartiger Naturraum
Warum der Burgfelsen der Riegersburg geschützt werden sollte
- Der Burgfelsen ein einzigartiges Naturjuwel.
- Foto: W. Preitler
- hochgeladen von Werner Preitler
Der Burgfelsen der Riegersburg ist weit mehr als ein beliebtes Ausflugsziel und Klettergebiet. Er ist ein ökologisch und wissenschaftlich außergewöhnlich wertvoller Lebensraum, in dem zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten sowie eine bemerkenswerte Flechten- und Moosflora vorkommen. Gerade deshalb sollte der Schutz dieses einzigartigen Naturraums bei der weiteren Nutzung eine zentrale Rolle spielen.
Lebensraum für geschützte Vögel
Besonders bedeutsam ist das Vorkommen des Uhus, der im Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie angeführt ist. Selbst die Betreiber des Naturkletterparks weisen darauf hin, dass ein wildlebender Uhu die Einbuchtungen des Burgfelsens nutzt. Auch der konkrete Fund eines brütenden Turmfalken im Bereich einer Kletterroute im Jahr 2024 zeigt, dass Konflikte zwischen Kletterbetrieb und geschützten Vogelarten nicht nur theoretisch sind. Die Route musste damals zum Schutz des Vogels gesperrt werden.
Seltene Pflanzen und außergewöhnliche Flechtenflora
Auch die Pflanzenwelt ist bemerkenswert. Am Burgfelsen wächst das in der Steiermark vollkommen geschützte Siebenbürger Wimper-Perlengras. Hinzu kommt eine wissenschaftlich dokumentierte Flechtenflora von besonderer Bedeutung. Bei einer Untersuchung wurden am westseitigen Burgfelsen 69 Flechtentaxa festgestellt, darunter zahlreiche damals als gefährdet eingestufte Arten. Auch historische Nachweise seltener Moose belegen die besondere Bedeutung des Gebietes.
Fünf Klettersteige erhöhen den Nutzungsdruck
Gleichzeitig wird der sensible Felsbereich inzwischen von fünf Klettersteigen beziehungsweise Klettersteigvarianten genutzt. Dabei entstehen nicht nur bauliche Eingriffe durch Bohrungen und Befestigungen. Auch Lärm, Tritteinwirkungen, Wartungsarbeiten und die regelmäßige Anwesenheit vieler Menschen können Tiere und empfindliche Flechten-, Moos- und Pflanzenbestände beeinträchtigen.
Schutz muss Vorrang haben
Deshalb sollte die Frage nicht lauten, wie viele Klettersteige am Burgfelsen noch möglich sind, sondern wie dieser außergewöhnliche Naturraum langfristig erhalten werden kann. Vor weiteren Genehmigungen braucht es unabhängige Untersuchungen zu Vögeln, Fledermäusen, Pflanzen, Flechten, Moosen und den wertvollen Felslebensräumen.
Der Burgfelsen verdient besonderen Schutz, weil hier auf engstem Raum eine außergewöhnliche biologische Vielfalt, wissenschaftliche Bedeutung und ein bedeutendes Natur- und Kulturerbe zusammentreffen.
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