12.04.2016, 11:04 Uhr

Neutrales Hobby mit Pfiff

Drei sportliche Südoststeirerinnen zeigen am Fußballfeld, wo es lang geht.

Auf die Pfiffe von Bianca Pfleger (17) und Julia Baier (27) aus Halbenrain sowie Martina Fiedler (22) aus Oberrakitsch reagieren Männer und Frauen gleichermaßen – mit Respekt! Sonst gibt es nach dem Regelwerk des Fußballs die vorgesehenen Konsequenzen.
Vor allem die hauptberufliche Musiklehrerin Julia Baier hat es als internationale Fifa-Schiedsrichterin mittlerweile weit gebracht. In zahlreichen Ländern leitete sie schon bedeutende Spiele diverser Damenkampfmannschaften. Bei den Herren darf sie aktuell bis zur Regionalliga pfeifen. Die "Champions League"-Reife für die Damen hat sie außerdem schon in der Tasche. Sie hofft, bald eine Partie zugeteilt zu bekommen. "Das EM-Qualimatch Portugal gegen Montenegro war aber bisher mein Höhepunkt. Mein Traum ist, einmal bei einer WM dabei zu sein", blickt Baier zielsicher nach vorne.

Entscheidungen treffen
Der Fußball ist ihr früh ins Blut übergangen. "Papa war lange Schiedsrichter", erzählt sie. Seit nunmehr neun Jahren läuft die Halbenrainerin Woche für Woche auf die unterschiedlichsten Fußballplätze. "Es ist ein super Hobby. Man kommt viel herum und in Orte, in die man sonst nicht kommen würde. Man kann damit etwas dazu verdienen und man bleibt sportlich fit", schwärmt sie. "Aber das Spannendste ist die mentale Herausforderung! Entscheidungen voller Emotion zu treffen, hält nicht jeder Stand. Aber wenn man das schafft, macht man in der Persönlichkeitsentwicklung einen großen Sprung", weiß sie aus eigener Hand.
Wenn die Wogen bei den Kickern doch hochgehen, hält sie einfach dagegen: "Ihr konzertiert euch auf euren Job, ich auf meinen." Nach turbulenten Partien steht ein Mentor zur Seite. "Das hilft sehr. Der Zusammenhalt untereinander funktioniert sowieso ganz toll."

Genaue Regelkunde
Nicht nur deshalb ist auch ihre 17-jährige Großcousine Bianca längst vom Schiedsrichterwesen überzeugt. "Obwohl es teils noch ungewöhnlich ist, werden wir weiblichen Unparteiischen meist positiv gesehen. Egal, ob Mann oder Frau – wichtig ist es ja nur, dass man gut pfeift", legt die Borg-Schülerin selbstbewusst nach. Ihre Genauigkeit kommt ihr dabei zugute. Derzeit macht sie in den Jugendspielen die nächsten Schritte.
Wie Bianca spielte Martina Fiedler im Murecker Damenfußballteam. Ihre neue Aufgabe übt die gelernte Tischlerin seit fünf Jahren aus. "Gegenseitiger Respekt ist am wichtigsten, und man darf sich nichts gefallen lassen. Wenn es zu viel wird, greif ich schnell und hart durch", fügt sie trocken hinzu.
Drei Beispiele für starke Frauen, die sich nichts pfeifen.
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