Neos Bruck
Forderung nach zentralem Musikschulgesetz wird immer lauter
- LAbg. Robert Reif und GR Sebastian Wintschnig bei der Pressekonferenz in Bruck.
- Foto: MeinBezirk/Kern
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In einer Pressekonferenz haben sich die Neos in Bruck zum wiederholten Mal für ein zentrales Musikschulgesetz ausgesprochen. Der fehlende Reformwille der Landesregierung wurde dabei genauso angeprangert wie die kürzlich beschlossene Streichung der Förderungen.
BRUCK AN DER MUR. Unter den steirischen Musikerinnen und Musikern ist die Aufregung riesengroß: Die Landesregierung hat vor wenigen Tagen die Förderungen für Musikschulen – in Summe rund 3,3 Millionen Euro – gestrichen, was einen landesweiten Aufschrei nach sich gezogen hat – wir haben darüber berichtet.
Die Neos in Bruck verfolgen das Thema Musikschulen schon seit längerem; sie sind über die Einsparungspläne der Landesregierung verärgert. "Das bringt viele Gemeinden und Musikschulen in große Bedrängnis. In der Stadt Bruck allein fehlen heuer 251.000 Euro, im nächsten Jahr 231.000 Euro", erklärt Gemeinderat Sebastian Wintschnig.
- Schülerinnen und Schüler der Musikschule in Bruck fallen heuer um 251.000 Euro Förderungen, der Musikunterricht könnten damit schon bald empfindlich teurer werden.
- Foto: KK
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Betroffen sind allein in der Stadt Bruck laut Auskunft der Musikschule 312 Musikschülerinnen und -schüler bei einer Gesamtzahl von 448. Die Konsequenzen? "Ich gehe davon aus, dass sich die Zahlen der Musikschülerinnen und -schüler auf Dauer insgesamt massiv reduzieren werden, weil sich nicht jeder die Beiträge in voller Höhe leisten kann. Es werden mit Sicherheit mindestens um ein Drittel weniger sein, wenn nicht sogar mehr", zeichnet Wintschnig schwarz. Wobei er eines festhalten möchte: "In der Stadt Bruck werden wir die Beiträge sicher nicht erhöhen, weil wir das aufgrund einer notwendigen Anpassung erst vor Kurzem gemacht und im Gemeinderat beschlossen haben." Eine wirkliche Lösung für die Problematik ist also nicht in Sicht.
Forderungen werden nicht gehört
Um so ärgerlicher ist es für ihn, dass die Vorschläge der Neos zur Kostenersparnis einfach nicht gehört werden: "Wir haben bereits 2021 vorgeschlagen, dass man die Musikschulen Bruck und Kapfenberg zu einer Regionalmusikschule zusammenlegen könnte; das würde einiges an Verwaltungskosten sparen helfen und vieles vereinfachen, ist aber nicht passiert. Ebenso fordern wir seit längerem ein zentrales Musikschulgesetz, ein solches gibts bis heute nicht", ärgert sich Wintschnig.
- Die Musikschule in Kapfenberg hätte lt. Neos-Vorschlag schon längst mit der Musikschule Bruck zusammengelegt werden können.
- Foto: Stadt Kapfenberg/Mayer
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Unterstützung findet Wintschnig dabei von Landtagsabgeordneten Robert Reif: "Wir haben das Thema schon 2025 in den Landtag eingebracht und weil nichts passiert ist haben wir jetzt wieder eine Befragung eingebracht. Es heißt immer nur: Es wird daran gearbeitet, aber passieren tut gar nichts. Und jetzt streicht man einfach ohne vorherige Gespräche mit den Bürgermeistern die Förderungen. Das Ganze ist eine einzige Farce", ärgert sich Reif.
Auf Ausbildung angewiesen
Das sieht man beim Blasmusikverband Steiermark genau so; seit Jahren tritt man für eine Reform des Musikschulwesens und ein zentrales Musikschulgesetz, wie in anderen Bundesländern längst Usus, ein; eine zentrale Steuerung ist laut Blasmusikverbands-Landesobmann Erich Riegler unabdingbar. „Mit über 20.000 ehrenamtlichen Musizierenden leistet die Blasmusik einen unverzichtbaren Beitrag zum steirischen Kulturleben. Wir sind auf eine hochwertige, leistbare und flächendeckende Ausbildung angewiesen. Für den Steirischen Blasmusikverband ist eine Reform hin zu einer zentralen Koordination durch das Land Steiermark notwendig, um musikalische Ausbildung zu sichern."
- Musikunterricht ist für junge Menschen ein sinnvolle Freizeitbeschäftigung, möglicherweise aber bald für viele nicht mehr leistbar (Symbolbild).
- Foto: Edith Ertl
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Und er erklärt auch warum: "Einheitliche Bedingungen und gebündelte Steuerungsaufgaben führen zu einer Reduktion des Aufwands in der Verwaltung. Das entlastet die Gemeinden und macht das System effizienter. Eine zentrale Steuerung führt auch zu mehr Planungssicherheit für die Politik, die Gemeinden, Musikschulen und Lehrkräfte, sowie für die Bedarfsträger und Familien.“
Gefordert wird daher eine zentrale Steuerung und Koordination der Struktur und Organisation durch das Land Steiermark, einheitliche Rahmenbedingungen und Standards der musikalischen Ausbildung unter Berücksichtigung lokaler Anforderungen, regelmäßige Qualitätssicherung und transparentes Qualitätsmanagement auf Landesebene sowie landesweit einheitliche Tarif- und Förderbedingungen.
Konkretes Rechenbeispiel
Doch zurück nach Bruck und zu einem konkreten Rechenbeispiel: Derzeit kostet der Musikunterricht an der Musikschule Bruck pro Schüler und Jahr 595 Euro. Die Stadt Bruck zahlt derzeit 270 bis 300 Euro pro Schülerin bzw. Schüler dazu, d.h. dieser Betrag käme dann zusätzlich auf jede Musikschülerin/jeden Musikschüler zu. Das können sich viele nicht leisten, die Folgen: sinkende Qualität in der Ausbildung, weil man auf Privatunterricht ausweichen müsse, Randinstrumente können vielfach nicht mehr unterrichtet werden, viele Schülerinnen und Schüler würden aufhören.
- Robert Reif und Sebastian Wintschnig machen sich große Sorgen um die Zukunft der Musikschulen.
- Foto: MeinBezirk/Angelika Kern
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"Das hat schwere langfristige Folgen, da bricht sehr vieles weg", fürchten Wintschnig und Reif und machen sich große Sorgen für die Zukunft. "Diese Landesregierung zeigt keinen Reformwillen, keine Gesprächsbereitschaft und keine Motivation, Dinge nachhaltig zu ändern. Die Brot und Spiele-Mentalität ist momentan enorm. Wo das noch hinführen soll, wissen wir nicht.
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