Unterschätzte Gefahr
Fensterstürze bei Kleinkindern

Sind Fenster geöffnet, ist der Drang, die Welt „da draußen“ zu entdecken, und die Gefahr eines Sturzes damit umso größer.
  • Sind Fenster geöffnet, ist der Drang, die Welt „da draußen“ zu entdecken, und die Gefahr eines Sturzes damit umso größer.
  • Foto: Anouk Van Houts on Unsplash
  • hochgeladen von Michael J. Payer

Fensterstürze zählen zu den den schwersten Unfällen bei Kleinkindern. Experten befürchten aufgrund der Corona-Zeit einen Anstieg solcher Tragödien, weil Kinder vermehrt zu Hause bleiben. 

ÖSTERREICH. Die aktuellen, tragischen Unfälle verdeutlichen einmal mehr, wie gefährlich Fensterstürze für Kinder sind. Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit stürzt in Österreich rund alle 4 Wochen ein Kind aus einem Fenster. 6 von 10 Kindern, die aus dem Fenster stürzen, sind unter 5 Jahre alt. Und 60 Prozent sind Buben wie der Verein "Große schützen Kleine" auf seiner Webseite auflistet. Ab dem 4. Stock enden 80 Prozent der Fensterstürze tödlich. Besonders tückisch: Fensterstürze zählen somit zwar nicht zu den häufigsten, jedoch zu den schwersten Unfällen bei Kindern. Die Verletzungen reichen von Prellungen und Knochenbrüchen bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen von Kopf, Wirbelsäule und inneren Organen.

Gerade der Bewegungs- und Entdeckungsdrang von Kindern in Kombination mit geöffneten oder ungesicherten Fenstern und Balkontüren könne so in Sekundenschnelle eine unkalkulierbare Gefahrenquelle entwickeln, so das KFV. Zum einen liegt das an dem Umstand, dass Kleinkinder kaum die Gefahr eines Sturzes aus großer Höhe abschätzen können und zum anderen fehlt es ihnen oft schwer, die Balance zu halten. Daran ist ein verlagerter Körperschwerpunkt schuld, der im Vergleich zu Erwachsenen höher liegt.

Fenstersicherungen können Leben retten

In Haushalten, in denen Kinder leben, sollten daher alle Fenster und Balkontüren mit entsprechenden Fenstersicherungen ausgestattet oder nachgerüstet sein. Von Vorteil sind versperrbare Kindersicherheitsgriffe – diese lassen sich auch im arretierten Zustand zum Lüften kippen, um eine regelmäßige Frischluftzufuhr sicherzustellen. 

Der KFV lehnt Katzen- oder Fliegenschutzgitter als Schutzmaßnahme kategorisch ab, denn diese können bei Druck nachgeben oder reißen. Wie eine Analyse des KFV basierend auf 113 Fensterstürzen von Kindern unter 15 Jahren ergeben hat, war bei rund jedem 6. Unfall am betroffenen Fenster ein Insektenschutzgitter montiert. "Bauliche Maßnahmen wie Fenstersicherungen sind sinnvoll und können Leben retten“, betont KFV-Direktor Othmar Thann. „Wichtig ist zudem immer auch die Beaufsichtigung durch Erwachsene. Bereits ein kurzer Moment der Ablenkung in Kombination mit offenstehenden Fenstern oder Balkontüren kann einen folgenschweren Unfall nach sich ziehen“. 

So werden Fensterstürze verhindert

  • Kinder bei geöffnetem Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen. Am besten das Kind mit in den Nebenraum nehmen, wenn das Zimmer gewechselt wird.
  • Alle Fenster und Balkontüren mit versperrbaren Fenster ausstatten. Den Schlüssel außer Reichweite von Kindern bewahren.
  • Bitte bedenken, manche Fenstersicherungen von Kindern in zunehmenden Alter geöffnet werden können. Daher sollten Fenstersicherungen dem Alter der Kinder entsprechen.
  • Gegenstände, die für Kinder reizvoll erscheinen könnten, niemals auf Fensterbrettern oder Balkonbrüstungen platzieren. 
  • Keine Möbel in der Nähe von Fenstern oder Balkontüren stellen. Kinder nutzen Gegenstände wie Sessel, Tische etc. geschickt als „Kletterhilfen“!

Link: Kuratorium für Verkehrssicherheit
 Wie eine Analyse des KFV basierend auf 113 Fensterstürzen von Kindern unter 15 Jahren ergeben hat, war bei rund jedem 6. Unfall am betroffenen Fenster ein Insektenschutzgitter montiert.

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