Viel zu warm für den Winter
Kein Schnee in Österreichs Skigebieten
- Von solchen Schneemengen kann man derzeit nur träumen.
- Foto: Symbolbild: ski amadé
- hochgeladen von Julia Hettegger
Hohe Temperaturen, wenig Niederschlag: der Winter zeigt sich derzeit von seiner milden Seite. Das führt zu zahlreichen Problemen in den Skigebieten: Viele müssen wegen Schneemangels gesperrt werden, zahlreiche Pisten müssen mit Kunstschnee beschneit werden. Dadurch häufen sich die Unfälle auf der Piste.
ÖSTERREICH. Die hohen Temperaturen und der geringe Niederschlag der letzten Tage und Wochen führt dieses Jahr dazu, dass es zum Höhepunkt der Wintersaison im gesamten Alpenraum an Schnee mangelt. Vielerorts zeigt sich dadurch das gleiche Bild: weiße Kunstschneebänder in Skigebieten, umgeben von großteils aperer Umgebung. Einige Skigebiete haben ihre Pisten gleicht ganz wegen akutem Schneemangel gesperrt. Viele Gäste haben ihren Urlaub im Skigebiet schon lange im Voraus gebucht, was zu dichtem Verkehr auf den Schneebändern führt.
Unfallgefahr steigt
Die Lage in den Skigebieten und die aperen Hänge neben der Piste führen natürlich auch zu einer höheren Unfallgefahr. Kommt man bei zu hohem Tempo von der Piste ab, werden die Ski abrupt gestoppt. Außerdem ist die Verletzungsgefahr auf der Wiese oder bei Steinen um ein Vielfaches höher als bei Schnee. Das führt zu einem Anstieg an Unfällen, oft auch mit tödlichem Ausgang, da auch die Sturzräume fehlen. Die hohe Anzahl an Gästen ist hier ein Vorteil, da weniger gerast wird.
- Viele Pisten müssen künstlich beschneit werden - falls das möglich ist.
- Foto: Sternstein/beha
- hochgeladen von Gernot Fohler
Bei den hohen Temperaturen kommt freilich auch der Kunstschnee an seine Grenzen, da eine Beschneiung erst bei unter 3 Grad möglich ist. Das ist oft nicht mehr möglich, vor allem wenn es weiter talabwärts geht. Auch sonst ist Kunstschnee nicht ganz unproblematisch: Für 1.000 Quadratmeter Piste werden 250.000 bis 400.000 Liter Wasser benötigt.
Rekordtemperaturen im neuen Jahr
Schon seit Wochen hält die "Winterhitzewelle" an. Es gab in mehreren Ländern Temperaturrekorde, auch in Österreich. So wurden am Neujahrstag in Puchberg am Schneeberg (NÖ) ganze 19,7 Grad gemessen. Auch auf dem niederösterreichischen Mariahilfberg in Gutenstein wurde mit 19,5 Grad ein neuer Rekord aufgestellt.
Laut Monatsbilanz der ZAMG war der Dezember ungewöhnlich mild. Im Tiefland lag der Dezember um 1,0 Grad höher als das Mittel der Klimaperiode von 1990 bis 2020, in den alpinen Gebieten gar um 1,2 Grad. Es gab relativ wenig Niederschlag, nur vereinzelt lag der Niederschlag über dem Mittel. Die Neuschneemenge war ungefähr 30 bis 60 Prozent niedriger als der vieljährige Mittel.
Keine Besserung in Sicht
Die Prognosen zeigen keine Besserung der Lage: Weiterhin kann nicht mit großen Schneemengen gerechnet werden. Auch echtes Winterwetter lässt derzeit noch auf sich warten.
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