Rattengift in Babykost
Auch dm und Rewe nehmen betroffenes Produkt aus Regalen

Nach der großen Hipp-Rückrufaktion aufgrund eines manipulierten Babynahrungsprodukts durch Spar haben nun auch dm und die REWE-Gruppe reagiert und entsprechende Artikel vorsorglich aus dem Verkauf genommen. | Foto: APA-Images / Tobias Steinmaurer
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Nach der großen Hipp-Rückrufaktion aufgrund eines manipulierten Babynahrungsprodukts durch Spar haben nun auch dm und die Rewe-Gruppe reagiert und entsprechende Artikel vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Die Maßnahmen erfolgen aus Sicherheitsgründen im Zuge laufender Ermittlungen wegen mutmaßlicher Manipulation einzelner Gläser.

Aktualisiert am 20. April, 16.47 Uhr 

ÖSTERREICH. Nach dem vorsorglichen Auslisten des gesamten Hipp-Babykostsortiments bei Spar Österreich ist am Wochenende im Burgenland ein manipuliertes Glas entdeckt worden, das mit Rattengift versetzt war. Spar hatte bereits in der vergangenen Woche als erste große Handelskette reagiert und sämtliche Hipp-Gläser vorsorglich aus dem Verkauf genommen (mehr dazu unten).

In weiterer Folge setzten auch andere Unternehmen präventive Maßnahmen. Sowohl die Drogeriemarktkette dm Österreich als auch die Rewe-Gruppe kündigten an, ebenfalls vorsorglich zu handeln.

Konkret geht es um das Produkt „Hipp Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel, 190 Gramm“, das im Mittelpunkt kriminalpolizeilicher Ermittlungen steht. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde zumindest ein Glas außerhalb der Produktion vorsätzlich manipuliert. Behörden gehen von einem gezielten kriminellen Eingriff aus und nicht von einem Herstellungsfehler.

dm überprüft Produkte und bietet Rücknahme an

Die Drogeriemarktkette dm Österreich erklärte, das betroffene Produkt vorsorglich aus dem Verkauf genommen zu haben. Zusätzlich würden sämtliche Hipp-Glaskostprodukte in den Filialen sowie in den Verteilzentren auf mögliche Auffälligkeiten überprüft, insbesondere auf beschädigte Deckel oder ungewöhnliche Kennzeichnungen.

Für verunsicherte Kundinnen und Kunden gilt laut Unternehmen weiterhin die Rücknahmegarantie: Produkte können auch ohne Kassabon retourniert werden, der Kaufpreis wird unkompliziert erstattet.

Auch Rewe setzt auf präventive Maßnahmen

Auch die Rewe-Gruppe reagierte nach dem Rückruf bei SPAR mit Vorsichtsmaßnahmen, wie die APA berichtet. Das Unternehmen bestätigte auf MeinBezirk-Nachfrage, dass die Rücknahme "rein präventiv" erfolge und es bislang keine konkreten Verdachtsmomente in den eigenen Märkten gebe. Gleichzeitig würden Hipp-Produkte weiterhin laufend kontrolliert.

Nach Angaben des Unternehmens habe der Hersteller Hipp darüber informiert, dass die betroffenen Gläser nicht über Rewe-Märkte vertrieben worden seien. Dennoch entschied sich der Handelskonzern zu vorsorglichen Maßnahmen, um mögliche Risiken auszuschließen.

Ermittlungen wegen manipulierten Glases

Auslöser der Maßnahmen ist der Fund eines manipulierten Hipp-Gemüseglases, in dem Rattengift nachgewiesen wurde. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Verdacht eines gezielten kriminellen Eingriffs außerhalb der Produktion. Laut Polizei könnte sich ein weiteres manipuliertes Glas im Umlauf befinden.

Rattengift kann sich unterschiedlich auf die Gesundheit auswirken. (Symbolfoto) | Foto:  Denitsa Kireva/Pexels
  • Rattengift kann sich unterschiedlich auf die Gesundheit auswirken. (Symbolfoto)
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Behörden warnen daher eindringlich davor, verdächtige Produkte zu verwenden. Hinweise auf eine Manipulation können etwa beschädigte Deckel, ein fehlendes „Plopp“-Geräusch beim ersten Öffnen oder ungewöhnliche Markierungen am Glas sein. 

Am Montag wurde die Causa um eine Facette reicher: Laut Medienberichten soll am 27. März eine Drohmail beim deutschen Unternehmen Hipp eingegangen sein. Darin habe der Absender eine Zahlung von zwei Millionen Euro bis zum 2. April gefordert. Für den Fall, dass die Forderung nicht erfüllt wird, habe er damit gedroht, vergiftete Gläser nicht nur in Österreich, sondern auch in Tschechien und der Slowakei in Umlauf zu bringen. Die E-Mail soll demnach jedoch erst am 16. April gelesen worden sein.

Inzwischen seien laut Medienberichten neben dem Fund im Burgenland, auch in Tschechien und der Slowakei manipulierte Produkte sichergestellt worden.

Behörden geben Handlungsempfehlungen

Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz sowie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) rufen zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Verdächtige Produkte sollten keinesfalls verzehrt werden.

Sollten nach dem Verzehr Symptome wie ungewöhnliche Blutungen, starke Schwäche oder auffällige Blässe auftreten, ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich. Da bestimmte Rattengifte verzögert wirken können, können Beschwerden erst mehrere Tage nach dem Kontakt auftreten.

Generell empfehlen Behörden, insbesondere Babynahrung vor dem Verzehr stets auf Unversehrtheit der Verpackung sowie auf Aussehen und Geruch zu prüfen.

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Nach der großen Hipp-Rückrufaktion aufgrund eines manipulierten Babynahrungsprodukts durch Spar haben nun auch dm und die REWE-Gruppe reagiert und entsprechende Artikel vorsorglich aus dem Verkauf genommen. | Foto: APA-Images / Tobias Steinmaurer
Rattengift kann sich unterschiedlich auf die Gesundheit auswirken. (Symbolfoto) | Foto:  Denitsa Kireva/Pexels
Symptome treten meist verzögert, ab zwei bis fünf Tagen nach dem Verzehr, auf. (Symbolfoto) | Foto: Paul Hanaoka/Unsplash

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