Melissa Naschenweng
Von der schüchternen Harmonikaspielerin zur Alpenbarbie

Melissa Naschenweng freut sich auf ihre Österreich-Tour und träumt davon auch die Schweiz und Deutschland zu erobern.  | Foto: Maximilian Spitzauer/MeinBezirk
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MeinBezirk traf Österreichs "Lederhosenrockerin" Melissa Naschenweng bei ihrem Wien-Besuch zum Interview. Ihre Vorfreude auf die Konzerte in Linz, St. Pölten, Innsbruck und Graz war dabei definitiv zu spüren. Ihr neues Album "Alpenbarbie" wird ab 10. Jänner 2025 überall erhältlich sein. 

ÖSTERREICH. Die österreichische Sängerin Melissa Naschenweng erobert derzeit die Herzen der Schlagerfans im Sturm. Im Gespräch mit MeinBezirk stellt sie gleich am Anfang klar: "Ich mache eigentlich keinen Schlager, sondern Lederhosenrock!". So oder so: Mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus Tradition und modernem Sound begeistert sie ihr Publikum.

In Kürze startet sie ihre Mini-Tour mit Konzerten in Linz, St. Pölten, Innsbruck und Graz. Wir haben mit Melissa über ihre Musik, ihre Tourvorbereitungen und was die Fans erwarten können, gesprochen.

"Der Anfang war Hardcore"

Melissa, wie hast du es geschafft, so viele Menschen mit deiner Musik zu begeistern?
Melissa Naschenweng: Ich habe einfach schon als kleines Mädchen gesehen, dass man mit einem Instrument die Menschen verzaubern kann. Und dann, bevor ich in die Schule gegangen bin, habe ich gesagt, ich möchte Harmonika lernen. Damals habe ich nicht geahnt, was diese Entscheidung mit sich bringt. Denn, dass ich einmal wirklich alleine auf einer Bühne stehe und Musik mache, das war nicht vorhersehbar, weil ich eigentlich total schüchtern war und mich immer irgendwie versteckt habe beim Spielen. Bis der Papa dann gesagt hat, jetzt trau dich einmal alleine. Ich bin quasi ins kalte Wasser geschmissen worden.

Das heißt, dein Vater hat stark an dich geglaubt. 
Ja. Es war ein langer Weg. Ich habe sieben Jahre um mein Leben gesungen (lacht). Gemeinsam haben wir 180 Auftritte im Jahr absolviert und sind über 200.000 Kilometer geradelt. Es waren wirklich Hardcore-Jahre. Irgendwie möchte ich allen Leuten seither mit auf den Weg geben: Wenn man Träume hat, zahlt es sich aus, alles dafür zu geben.

"Der Papa ist eine Maschine"

Was war eigentlich deiner Meinung nach das, was dich karrieremäßig nach vorne gepusht hat?
Das Glück war, dass ich meinen Papa gehabt habe, der sich entschieden hat, sein Gasthaus für mich zuzusperren. Es war neun Jahre geschlossen und jetzt hat er im Mai wieder aufgesperrt, weil ich ja jetzt mit meiner Crew unterwegs bin. Wenn der Papa sich dafür nicht entschieden hätte und die Mama nicht das Nötige daheim dazu beigetragen hätte, dass ich die ganze Zeit auf Tour sein kann, hätte ich keine Chance gehabt. Ich weiß nicht, ob es irgendwen anderen gegeben hätte, der sowas auf sich nimmt. Er hat meine Tourbetreuung gemacht, er war Chauffeur, Techniker und hat sogar mein Merchandising verkauft. Mein Papa war immer da, in jeder Situation.

Hast du eine Vorstellung davon gehabt, welche Art von Künstlerin du sein willst?
Ich glaube, wenn man meine Fotos im Internet sieht, weiß man, dass es mir wurscht war, wie ich damals ausgeschaut habe - also Outfit-mäßig ein Wahnsinn. Ich habe mir einfach echt nichts gepfiffen, sondern einfach getan. Vorwiegend war mir einfach wichtig, dass ich irgendwas mit der Harmonika mache, das war mein Ziel. Ich habe mir dann eine E-Gitarre gewünscht und wie eine Verrückte nur mehr Austropop gespielt. Mit der Zeit bin ich dann trotzdem wieder zurück zum Ursprung und habe mich auf Volksmusik-Lieder konzentriert. 

Du willst aber, wie du selbst sagst, keinen Schlager produzieren. 
Ich finde, ich mache keinen klassischen Schlager. Für mich ist Helene Fischer auch keine Schlagersängerin. Den alten, klassischen Schlager, den man kennt, den mache ich ja nicht. Ich bin jetzt nun mal in dieser Sparte gelandet und gelistet. Stilistisch bewege ich mich am liebsten zwischen volkstümlicher Musik, Pop- und Rockmusik.

"Heimatgefühl auf die Bühne bringen"

Du kommst aus Kärnten und lebst die Tradition auch in deiner Musik. Wie bringst du dieses Heimatgefühl auf die Bühne?
Meine Wurzeln sind mir unglaublich wichtig, und ich versuche, dieses Gefühl in meiner Musik und meiner Performance zu transportieren. Meine pinke Harmonika ist dabei mein Markenzeichen, und ich finde es toll, wie viele junge Menschen dadurch auch den Bezug zur Volksmusik wiederfinden. Es geht darum, Tradition und Moderne zu verbinden, und ich glaube, genau das Lieben meine Fans.

"Ich ziehe mein Ding durch"

Du spielst sehr mit dem Femininen, mit Sex-Appeal. Möchtest du damit auch ein bisschen provozieren?
Ich wohne im Lesachtal auf 1.100 Metern und bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ich habe das Glück, dass ich so sein kann, wie ich wirklich bin. Also mit allen Ecken und Kanten. Es ist auch immer wieder so, dass ich damit polarisiere. Scheinbar gehört das zu mir dazu. Aber ich bezeichne mich auch als Alpenbarbie, weil ich ruhig mit einem Bikini auf dem Feld stehen kann. Ich glaube, wir Frauen, wir haben die großartige Möglichkeit, uns in verschiedene Facetten zu zeigen und wer das gerne möchte, soll es auch tun. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen ein bisschen offener werden. 

Melissa Naschenweng erzählte von ihrem Karrierestart und künftigen Plänen.  | Foto: Maximilian Spitzauer/MeinBezirk
  • Melissa Naschenweng erzählte von ihrem Karrierestart und künftigen Plänen.
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Möchtest du in dieser Hinsicht ein Vorbild sein?
Ich sage immer auf der Bühne, man soll einfach selbst seinen Weg gehen, man soll eine eigene Meinung haben und das im Leben tun, was man gerne tut. Und wenn es Kritiker gibt, freue ich mich mittlerweile, weil ich mir einfach denke, irgendwas habe ich erreicht. Irgendwas muss ich ausgelöst haben, weil sie mir ihre Zeit schenken, weil Zeit kriegt man nie mehr im Leben zurück. Und wenn jetzt jemand hergeht und mir so viel Zeit schenkt, weil er sich über mich aufregt, wenn ich schon wieder einen Bikini anhabe, dann sage ich einfach Danke für die Aufmerksamkeit.

Was bewegt dich als Künstlerin am meisten?
Also aktuell merke ich, dass ganz viele Kinder zu meinen Konzerten kommen, was mich riesig freut. Das ist einfach das allerschönste und ehrlichste Kompliment. Ich freue mich natürlich auch über die Erwachsenen, aber wenn so ein kleiner Zwerg vorne steht und aufschaut und vielleicht eine rosarote Lederhose anhat und mit mir mitsingt, dann berührt mich das sehr. 

Wie schaut es liebes technisch bei dir aus?
Es ist alles unverändert. Ich bin jetzt keine, die 15 Männer gepackt hat und jeden Monat ein anderer im Spiel ist. Meine Freizeit habe ich damit verbracht, im Tonstudio zu stehen und mir Gedanken zu meiner Tour zu machen. Also Musik begleitet mich durchgehend.

Warum singst du auf Deutsch?
Weil ich es einfach besser verstehe. Ich höre aber gerne Britney Spears oder Miley Cyrus. Mit Helene Fischer habe ich gemeinsam ein englisches Lied performt. Das war eine sehr große Herausforderung. Ich habe zwar in Englisch maturiert, aber mit meinem Lesachtaler Dialekt, tue ich mir mit der englischen Sprache schwer. Ich habe jedenfalls mein Bestes gegeben und es mit ihr probiert.

Wienkonzert in Planung

Und jetzt steht die Tour vor der Türe. Gibt es irgendwas, worauf du hinarbeitest oder gehst du mit dem Flow?
Nein, ich stecke mir immer so kleine Ziele. Das habe ich schon von Anfang an gemacht. Ich kann mich noch erinnern, auf einer Liste ist tatsächlich gestanden, dass ich irgendwann in der Helene-Fischer-Show auftreten möchte. Das konnte ich stolz abhacken. Ich finde, man soll auch die kleinen Sachen feiern.

Melissa, du hast schon erwähnt, du freust dich schon auf die bevorstehende Tour. Vier Konzerte wird es in Österreich geben. Vielleicht kannst du uns ein bisschen erzählen, was können sich die Fans erwarten, wo wirst du Halt machen?
Ja, ich freue mich schon riesig. Wir sind jetzt mitten in der Vorbereitung.  In Österreich starten wir am 25. Oktober in St. Pölten, danach kommen wir am 26. Oktober zum Feiertag in die Stadthalle nach Graz. Im Anschluss geht es am 27. Oktober weiter nach Linz und am 14.11. sind wir noch in Innsbruck.

Naschenweng (li) traf MeinBezirk Redakteurin Patricia Hillinger auf der Dachterrasse des "Motto" Hotels in Mariahilf.
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Und wir sind ja jetzt im schönen Wien. Können sich da die Fans schon auf dich freuen, dass du hier auch einmal Halt machst demnächst?
Ja, wir sind ja schon wieder mitten in der Planung für das Jahr 2025 und ich glaube, es schaut sehr gut aus, dass wir auch hier wieder einmal in der Umgebung spielen.

"Jedes Konzert ist ein besonderes Erlebnis"

Was zeichnet deine Show aus?
Wir haben uns für die Bühne etwas Spezielles einfallen lassen und wer schon einmal auf einem Konzert war von mir, der weiß, dass ich die Kinder mit einbeziehe. Ich werde in verschiedene Outfits hüpfen, kann aber jetzt noch nicht so viel verraten. Es wird definitiv spannend.

Bei welchem Song springen die Fans am meisten an?

Naja, jeder wird jetzt sagen "Bergbauern Buam". Aber bei "Legenden" singen sie auch schon so fleißig mit. Also es gibt zum Glück sehr viele Lieder, welche die Leute kennen, das freut mich riesig.

Vielen Dank für das Gespräch, Melissa, und viel Erfolg bei deinen Konzerten!
Danke, ich freue mich auf alle, die dabei sein werden!

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