Bürgermeister weist Rücktritt zurück
Cyberangriff in Reichenau an der Rax wirft Fragen auf
- Der Cyberangriff auf die Marktgemeinde Reichenau an der Rax wirft heikle Fragen zur IT-Sicherheit und zum Umgang mit sensiblen Daten auf.
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Der Cyberangriff auf die Gemeinde Reichenau an der Rax wirft heikle Fragen zu Datenschutz und IT-Sicherheit auf. Während sensible Dokumente im Darknet auftauchten, weist Bürgermeister Johann Döller Rücktrittsforderungen zurück.
REICHENAU AN DER RAX. Nachdem Dokumente im Darknet aufgetaucht sind, wächst die Verunsicherung. In einer gemeinsamen Erklärung stellen sich alle Fraktionen im Gemeinderat hinter die Gemeindeverwaltung. „Die Gemeinde ist kein Täter“, heißt es darin. Vielmehr sei sie „genauso wie die betroffenen Bürger Opfer einer hochprofessionellen kriminellen Attacke geworden“. Schuldzuweisungen hätten jetzt keinen Platz, stattdessen brauche es „Zusammenhalt“. Doch gerade bei einem Cyberangriff, bei dem persönliche Unterlagen nach außen gelangt sein sollen, bleiben Fragen offen.
- Wie groß der Schaden tatsächlich ist, bleibt vorerst unklar.
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Bürgermeister Johann Döller nimmt insbesondere zu den aufgetauchten Dokumenten Stellung. Warum Zeugnisse auf Gemeinderechnern gespeichert waren, erklärt er mit Personal- und Bewerbungsakten sowie gesetzlichen Aufbewahrungspflichten. Gesundheitsdaten von Bürgern speichere die Gemeinde hingegen nicht. Bei den im Darknet aufgetauchten gesundheitsbezogenen Unterlagen handle es sich nach derzeitigem Stand um private Dokumente einzelner Bediensteter, die in deren persönlichen Verzeichnissen abgelegt gewesen seien. „Wir nehmen das zum Anlass, die Regeln für die Ablage solcher Dokumente auf Gemeinderechnern zu überprüfen und nachzuschärfen“, kündigt Döller an. Die Gemeinde hat nach dem Angriff außerdem Kontakt von den Tätern erhalten. Nach Beratung mit IT-Sicherheitsexperten und Ermittlungsbehörden habe man sich bewusst gegen eine Reaktion entschieden. „Die Gemeinde hat sich zu keinem Zeitpunkt auf Verhandlungen eingelassen und hat kein Lösegeld bezahlt“, betont der Bürgermeister.
- Bei den im Darknet aufgetauchten gesundheitsbezogenen Unterlagen handle es sich nach derzeitigem Stand um private Dokumente einzelner Bediensteter, die in deren persönlichen Verzeichnissen abgelegt gewesen seien.
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Wie groß der Schaden tatsächlich ist, bleibt vorerst unklar. Welche Daten weiterhin im Darknet abrufbar sind und wer konkret betroffen ist, soll ein spezialisiertes Cybersicherheitsunternehmen klären. „Seit gestern wissen wir mehr, aber noch nicht alles“, heißt es in der Erklärung. Die Betroffenen sollen informiert werden, sobald gesicherte Ergebnisse vorliegen. Auch die Frage, wie die Täter trotz laufender Sicherheitsupdates in das IT-System eindringen konnten, ist Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Einen Rücktritt schließt Döller aus. „Gerade jetzt wäre es falsch, sich aus der Verantwortung zu ziehen“, sagt er. Seine Aufgabe sei es, den Vorfall vollständig aufzuklären, Betroffene persönlich zu informieren und die Systeme künftig besser zu schützen. Für die Bevölkerung bleibt entscheidend, wann Klarheit über das Ausmaß des Datenlecks herrscht.
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