"StoP" wird fortgeführt
Drei Millionen Euro sichern Projekt gegen Partnergewalt
- Was 2019 im Wiener Bezirk Margareten begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem österreichweiten Netzwerk – jetzt wird die Arbeit von "StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt" fortgeführt.
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Das Gewaltpräventionsprojekt "StoP" kann bis Ende Mai 2028 fortgeführt werden. Sozial- und Frauenministerium stellen dafür insgesamt drei Millionen Euro bereit. Gesichert ist damit die Arbeit an 34 Standorten in Österreich.
ÖSTERREICH. Was 2019 im Wiener Bezirk Margareten begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem österreichweiten Netzwerk. "StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt" setzt dort an, wo Gewalt häufig zuerst wahrgenommen wird: im unmittelbaren Wohnumfeld. Nachbarinnen und Nachbarn sollen Warnsignale erkennen, Zivilcourage zeigen und Betroffene auf Hilfsangebote aufmerksam machen.
Das Projekt war zwischenzeitlich auf 46 Standorte in ganz Österreich angewachsen. Die nun zugesagte Finanzierung sichert laut dem Trägerverein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) die Arbeit an 34 Standorten bis Ende Mai 2028. Das Sozialministerium stellt dafür 2,7 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 300.000 Euro kommen erstmals aus dem Frauenministerium, in Summe also drei Millionen Euro.
Gewalt im Umfeld erkennen
Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) verwies bei der Präsentation am Donnerstag auf 18 mutmaßliche Femizide im bisherigen Jahresverlauf. Gewaltprävention müsse daher bereits im sozialen Umfeld beginnen. "Das 'StoP'-Projekt setzt dort an, wo Gewalt besonders frühzeitig erkannt wird und bekämpft werden kann: im unmittelbaren Lebensumfeld, in der Nachbarschaft", so Schumann.
- Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) betonte die Bedeutung von Gewaltprävention im unmittelbaren Lebensumfeld. (Archiv)
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Zum Angebot zählen Nachbarschaftstische, Schulungen und Kooperationen mit lokalen Einrichtungen. Dabei lernen Teilnehmende, Anzeichen von Partnergewalt wahrzunehmen und Betroffene anzusprechen, ohne sie zusätzlich zu gefährden.
Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) betonte die Bedeutung eines funktionierenden Netzwerks. "StoP" wirke am stärksten, wenn "Nachbarschaftstische, Schulungen und lokale Kooperationen ineinandergreifen, wenn Prävention wirklich auch sehr umfassend gedacht wird und als Netzwerk funktioniert".
Projekt als "äußerst wirksam" bewertet
Auch AÖF-Vorstandsvorsitzende Elisabeth Cinatl hob die Rolle des Umfelds hervor. Von ihren Partnern getötete Frauen hätten "oft vorher keinen Kontakt zu diesem Unterstützungsnetz" gehabt. "Genau da beginnt das Umfeld zu wirken."
Eine Evaluierung des Instituts für Konfliktforschung bewertete die Arbeit bei Gewaltsensibilisierung, Zivilcourage und Beteiligung als "äußerst wirksam". Empfohlen werden ein Ausbau im ländlichen Raum, eine stärkere Präsenz in sozialen Medien und mehr Angebote für Männer.
Hilfe für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen
24-Stunden-Frauennotruf: 01/71719
24-Stunden-Frauennotruf der Wiener Frauenhäuser: 05 77 22
Frauenhelpline: 0800/222 555
Droht akute Gewalt, Polizeinotruf unter 133 oder 112 verständigen. Gehörlose und Hörbehinderte können per SMS an 0800/133 133 Hilfe rufen.
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