Zunehmender Trend
Hälfte der Österreicher erwägt eine Naturbestattung

Mittlerweile sind die sogenannten Naturbestattungen auf dem Vormarsch und erweitern die klassischen Beisetzungsformen um weitere Beisetzungsarten.
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  • Mittlerweile sind die sogenannten Naturbestattungen auf dem Vormarsch und erweitern die klassischen Beisetzungsformen um weitere Beisetzungsarten.
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Immer mehr Österreicher und Österreicherinnen wünschen sich die letzte Ruhe in der Natur. Ganze 47 Prozent der Befragten erwägen eine Bestattung in der Natur. Vor allem in der Gruppe von 15-29 Jahre ist das Interesse an Naturbestattung ausgeprägt. Warum wählen immer mehr Österreicher eine solche Bestattungsform?

ÖSTERREICH. Eine Bestattung ist üblicherweise die Verbringung eines Leichnams beziehungsweise der sterblichen Überreste eines Menschen an einen endgültigen Ort. Bei einer Naturbestattung wird die Asche eines Menschen in der Natur beigesetzt und soll auf diese Weise in den Kreislauf des Lebens eingehen.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar, im Auftrag vom Bestattungsunternehmen paxnatura, kann sich fast die Hälfte der Österreicher eine Naturbestattung „auf jeden Fall“ (14 Prozent) oder „vielleicht“ (33 Prozent) vorstellen. Umgekehrt lehnen 35 Prozent die natürliche Bestattungsform noch komplett, 10 Prozent „eher“ ab. Die Gründe, sich für eine Naturbestattung zu entscheiden, liegen primär in der Naturverbundenheit. Für 67 Prozent der Menschen, die sich eine Naturbestattung für sich selbst wünschen, ist die Beziehung zur Natur ein wichtiger Grund. An zweiter Stelle steht der Wegfall der Grabpflege für die Hinterbliebenen – bei einem Waldfriedhof kümmert sich die Natur um die letzte Ruhestätte. Finanzielle Gründe und die Nähe zum jeweiligen Wald- oder Naturfriedhof spielen für die Befragten ebenfalls eine Rolle, werden jedoch nachrangig genannt, so das Bestattungsunternehmen.

Keine Grabpflege und Naturverbundenheit als Argument

Gerade der Herbst rund um Allerheiligen verdeutlicht den Menschen den Pflegeaufwand von konventionellen Gräbern. Anstatt die Gräber von herabfallendem Laub zu befreien, übernimmt die Natur die Arbeit, die für viele Menschen oft mühsam, zeitaufwändig und kostenintensiv ist. Der Wegfall der Grabpflege und die Naturverbundenheit zeige sich besonders jetzt. Die paxnatura-Flächen in Salzburg und nahe der Bundeshauptstadt Wien, in Purkersdorf, werden von Förstern gepflegt und bleiben in ihrer natürlichen Art erhalten. Grabschmuck oder Kerzen gibt es nicht. Zugunsten einer Diversität werden Wiesen selten gemäht, die Wälder forstwirtschaftlich außer Nutzen gestellt. „Gerade deshalb ist die Stimmung zu Allerheiligen eine Besonderheit: ohne Zeitdruck werden die Gräber von den Angehörigen besucht, oft in Kombination mit einem Spaziergang. Wir bekommen oft die Rückmeldung von den Menschen, die diese Art der Beisetzung für sich oder für ihre Angehörigen gewählt haben, dass die Natur Kraft gibt und tröstet“, berichtet die Geschäftsführerin von paxnatura, Karin Seewald.

Der Umfrage zufolge ist das Interesse gegenüber der Naturbestattung in der Gruppe der 30-49-Jährigen mit 63 Prozent am höchsten. Dahinter folgt die Gruppe der 15-29-Jährigen mit 57 Prozent. „Immer mehr Menschen wollen eine würdevolle Alternative zum klassischen Friedhof. Sehr interessant ist, dass sich vor allem junge Menschen ab 30 Jahren ihre letzte Ruhestätte im Wald oder auf einer Wiese wünschen. Für viele schließt sich damit der Lebenskreislauf auf sehr schöne Weise", stellt Maximilian Mayr Melnhof, Chef von paxnatura fest.

Einige Bestattungsunternehmen bieten auch die Möglichkeit, Hund oder gar Pferd mit zur Beisetzung zu nehmen.
  • Einige Bestattungsunternehmen bieten auch die Möglichkeit, Hund oder gar Pferd mit zur Beisetzung zu nehmen.
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  • hochgeladen von Tanja Waculik

Arten der Naturbestattung

In Österreich muss die Bestattung auf einem Friedhof stattfinden. Allerdings gibt es für Naturbestattungen eigens dafür vorgesehene Areale. Es existieren mehrere Arten von Bestattungen: Bei einer Baumbestattung wird die Asche des Verstorbenen in speziell dafür vorgesehen Arealen im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt, bei einer Seebestattung wird die Asche des Verstorbenen entweder in einer wasserlöslichen Urne ins Wasser gegeben oder ins Wasser gestreut. Von Berg- und Wiesenbestattungen spricht man, wenn die Asche eines Verstorbenen auf Almwiesen beigesetzt wird.

Ganz spezielle Wünsche deckt die Diamantbestattung und Weltraumbestattung ab: Bei der Diamantbestattung wird ein Teil der Asche des Verstorbenen zu einem Diamanten gepresst. Im Rahmen einer Weltraumbestattung wird ein kleiner Teil der Asche mittels einer Rakete im Weltall auf eine bestimmte Umlaufbahn geschossen. Die Luftbestattung ist in Österreich nicht gestattet. Dabei wird die Asche eines Verstorbenen aus einem fliegenden Flugzeug heraus verstreut.

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