Glyphosat: 312 Gemeinden verzichten auf das umstrittene Pflanzenschutzmittel

Glyphosat wird in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch im öffentlichen Raum und in privaten Gärten verwendet.
  • Glyphosat wird in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch im öffentlichen Raum und in privaten Gärten verwendet.
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ÖSTERREICH. Auf europäischer Ebene wird derzeit wieder einmal der Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat diskutiert. Die Europäische Kommission hat unlängst angekündigt, sich für eine Neuzulassung von Glyphosat für weitere zehn Jahre einzusetzen. Eine Abstimmung darüber könnte schon im Sommer stattfinden.

Unterschiedliche Studienergebnisse

Vor einem Jahr legte die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Studie vor, wonach ein Krebsrisiko durch Glyphosat-Rückstände in der Nahrung unwahrscheinlich ist.

Eine andere, bereits länger bekannte WHO-Studie der Internationalen Behörde für Krebsforschung (IARC) kam hingegen zu dem Schluss, dass der Stoff wahrscheinlich krebserregend ist.

Diese Unterschiede lassen sich erklären: Die ältere Studie ging der Frage nach, ob ein Stoff grundsätzlich Krebs auslösen kann. Die jüngere Studie ging der Frage nach, ob die üblichen Rückstandsmengen eine Gefahr für den Konsumenten darstellen.

Glyphosat ist als Wirkstoff in vielen verschiedenen Pflanzenschutzmitteln enthalten. Laut Greenpeace etwa in "RoundUp" von Monsanto oder in "Keeper Unkrautfrei" von Bayer.

Wo wird Glyphosat verwendet?

Glyphosat wird von der Bevölkerung in privaten Gärten, in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch im öffentlichen Raum verwendet. Gemeinden setzen Glyphosat zum Beispiel auf Friedhöfen, Parkplätzen, in Parks oder auf Spielplätzen gegen Unkraut ein.

Insgesamt verzichten laut der Erhebung von Greenpeace 312 österreichische Gemeinden im eigenen Wirkungsbereich vollkommen auf den Einsatz von Glyphosat. Das sind 15 Prozent aller 2.100 Gemeinden.


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Unter den 312 Gemeinden, die auf die Nutzung von Glyphosat verzichten, sind unter anderem große Gemeinden wie Graz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, St. Pölten, Villach, Wiener Neustadt, Klosterneuburg oder Baden bei Wien.

20 Gemeinden verzichten zumindest teilweise auf Glyphosat. Eine eingeschränkte Nutzung berichten unter anderem Wien, Bregenz, Eisenstadt, Feldkirch, Leoben, Wolfsberg, Braunau und Telfs.

Die private Nutzung der Bevölkerung von Glyphosat etwa in Hausgärten kann rechtlich von den Gemeinden nicht beeinflusst werden. Hier liegt die Kompetenz beim Bund und auf europäischer Ebene. Sehr wohl können Gemeinden jedoch ihre Bevölkerung über die Risiken von Glyphosat und anderen Pestiziden aufklären.

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Update, 8. Juni 2017:
Ein aufmerksamer Leser hat uns berichtet, dass auch die oberösterreichische Gemeinde Sierning seit 2016 auf den Einsatz von Glyphosat verzichtet. Die Karte wurde ergänzt.

Update, 29. Juni 2017:
Die Karte wurde um weitere Gemeinden ergänzt, die teilweise schon lange auf Glyphosat verzichten:

  • Feldkirchen an der Donau, Oberösterreich
  • Bruck/Großglockner, Salzburger
  • Eisenstadt, Burgenland
  • Winden am See, Burgenland
  • Obertrum am See, Salzburg
  • Seewalchen am Attersee, Oberösterreich
  • Pinkafeld, Burgenland
  • Höflein an der Hohen Wand, Niederösterreich
  • Gratkorn, Steiermark
  • Schwaz, Tirol
  • Gunskirchen, Oberösterreich
  • Bad Wimsbach-Neydharting, Oberösterreich
  • Gratwein-Straßengel, Steiermark
  • Dornbirn, Vorarlberg
  • Finkenstein am Faaker See, Kärnten
  • Göllersdorf, Niederösterreich
  • Marbach an der Donau, Niederösterreich
  • Nenzing, Vorarlberg
  • Lang, Steiermark
  • Hittisau, Vorarlberg
  • Geretsberg, Oberösterreich
  • Steinakirchen am Forst, Niederösterreich
  • Weyer, Oberösterreich
  • Linz, Oberösterreich

Update, 3. Juli 2017:
Die Karte wurde um weitere Gemeinden ergänzt, die teilweise schon lange auf Glyphosat verzichten:

  • Baumgarten, Burgenland
  • St. Margarethen im Lungau, Salzburg
  • Harmannsdorf, Niederösterreich

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