ÖVP und Grüne uneinig
Ringen um automatisches Pensionssplitting

Während Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) auf eine Automatik beim Pensionssplitting drängt, pocht der Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) auf ein großes Paket gegen Altersarmut. (Archivbild) | Foto: BKA/Aigner
4Bilder
  • Während Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) auf eine Automatik beim Pensionssplitting drängt, pocht der Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) auf ein großes Paket gegen Altersarmut. (Archivbild)
  • Foto: BKA/Aigner
  • hochgeladen von Dominique Rohr

Die ÖVP möchte das bisher auf freiwilliger Basis mögliche Pensionssplitting künftig automatisieren. Den Grünen geht das als Einzelmaßnahme jedoch nicht weit genug, sie pochen stattdessen auf ein umfassendes Paket gegen Altersarmut. Die Zeit drängt, will man in der aktuellen Legislaturperiode noch eine Einigung finden.

ÖSTERREICH. Frauen verdienen weniger als Männer und erhalten in Folge auch geringere Pensionen. Durch das sogenannte Pensionssplitting können in einer Partnerschaft Pensionszeiten untereinander übertragen werden. Dabei transferiert ein Partner Teile seiner Pensionskonto-Gutschrift auf das Konto des anderen Elternteils, bis zu 50 Prozent sind möglich. Heiß also: Der Elternteil, der sich beispielsweise mehr um die Kinder kümmert und dadurch weniger arbeitet bzw. verdient – in der Regel sind das Frauen –, kann so Pensionszeiten sammeln. Freiwillig ist das Pensionssplitting schon seit langem möglich, bisher wurde es aber kaum genutzt. Im letzten Jahr gingen nur rund 1.300 Anträge ein.

Grüne wollen großes Altersarmut-Paket

Die türkis-grüne Koalition verhandelt in diesem Zusammenhang bereits länger über eine Automatik. Frauenministerin Susanne Raab von der ÖVP möchte das Pensionssplitting in Zukunft automatisieren: "Das automatische Pensionssplitting ist eine zentrale Maßnahme, um die Verantwortung bei gemeinsamen Kindern partnerschaftlich und fair zu verteilen. Unser Vorschlag liegt seit langer Zeit beim Sozialminister, der legistisch dafür zuständig ist", wird die Ministerin am Sonntag in der "ZIB 1" zitiert.

Die Grünen legten sich bisher allerdings quer, ihnen ist geht die Einzelmaßnahme nicht weit genug. Sie pochen stattdessen auf ein umfassendes Paket gegen Altersarmut inklusive verpflichtender Lohntransparenz und partnerschaftlichen Elternteilzeitmodellen. Im Sozialministerium von Johannes Rauch beruft man sich zwar auf aktuell laufende Gespräche, betonte aber gegenüber dem ORF: "Ein automatisches Pensionssplitting ist für sich alleine nicht ausreichend, um Altersarmut zu verhindern."

Seniorenbund kritisiert "grüne Blockadepolitik"

Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichisches Seniorenbundes, zeigte sich am Montag verärgert über die Grünen. Zwar stimme sie mit Sozialminister Johannes Rauch überein, dass es, um Altersarmut nachhaltig zu vermeiden, "natürlich viele weitere Maßnahmen geben muss". Sie habe aber kein Verständnis für "die Blockadepolitik der Grünen zulasten einer unbestritten sinnvollen und dringend notwendigen Gesetzesänderung". Es sei folglich falsch, das automatische Pensionssplitting zu blockieren, um anderes durchzusetzen, kritisiert Korosec und bekräftigt abschließend, dass unabhängig von einem etwaigen Beschluss weiter für eine nachhaltige Vermeidung von Altersarmut gekämpft werden müsse: "Mit dem automatischen Pensionssplitting sind wir am Anfang und lange nicht am Ende im Kampf gegen Altersarmut bei Frauen", betont die Seniorenbund-Präsidentin via Aussendung.

Das könnte dich auch interessieren:

Wiener Frauen kriegen 625 Euro weniger Pension als Männer

Anhebung des Pensionsalters "sicherlich ein Thema"
RH sieht umfassenden Handlungsbedarf bei Pensionen
Während Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) auf eine Automatik beim Pensionssplitting drängt, pocht der Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) auf ein großes Paket gegen Altersarmut. (Archivbild) | Foto: BKA/Aigner
Der "Equal Pension Day" markiert jährlich den Tag, an dem Männer bereits so viel Pension bezogen haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende erhalten werden. Im Jahr 2023 fiel dieser in Wien auf den 13. September.  | Foto: Shutterstock / Matej Kastelic
Frauen bekommen in Wien durchschnittlich 1.470 Euro Pension im Monat und damit um fast 30 Prozent weniger, als die Männer (2.095 Euro). | Foto: Pixabay
Steht das österreichische Pensionssystem auf wackeligen Säulen? | Foto: stock.adobe.com / kasto

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

W S T St K V B

UP TO DATE BLEIBEN


Aktuelle Nachrichten aus Österreich auf MeinBezirk.at

Neuigkeiten aus deinem Bezirk als Push-Nachricht direkt aufs Handy

MeinBezirk auf Facebook: MeinBezirk.at/Österrreichweite Nachrichten

MeinBezirk auf Instagram: @meinbezirk.at


Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.