Bürokratie-Kosten
21,1 Milliarden Gründe für Bürokratieabbau
- Bürokratie ist eine Milliardenbelastung für Österreichs Unternehmen.
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669 Euro pro Sekunde: So viel kostet Bürokratie Österreichs Unternehmen. Vor allem kleine Betriebe stehen massiv unter Druck.
Bürokratie verursacht Österreichs Wirtschaft jährlich Kosten in Höhe von 21,1 Milliarden Euro, ergibt eine Berechnung der KMU Forschung Austria. Das entspricht 669 Euro pro Sekunde. Bürokratie kostet also Geld. Viel Geld.
Und noch mehr Zeit: Insgesamt müssen heimische Unternehmen 320 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr aufwenden. Das sind 200.000 Arbeitskräfte, die sich ausschließlich mit bürokratischen Tätigkeiten beschäftigen. Etwa mit aufwändiger Buchhaltung, Papierarbeit für langwierige Genehmigungen oder Melde- und Dokumentationspflichten.
Der Bundesländervergleich zeigt: Den Unternehmen in Wien verursacht Bürokratie 6,1 Milliarden Euro an Kosten, jenen in Oberösterreich 3,7 Milliarden und Niederösterreichs Betriebe müssen rund 3 Milliarden Euro einkalkulieren.
- Auch in den Bundesländern schlägt Bürokratie voll durch.
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Klar ist dabei: Nicht alle bürokratischen Pflichten lassen sich abschaffen. Aber schon eine Einsparung von zehn Prozent würde die Unternehmen um 2,1 Milliarden Euro entlasten. Diese Mittel könnten sinnvoller genutzt werden, etwa für Investitionen und Innovation.
Die Lasten sind zudem ungleich verteilt: Große Betriebe können bürokratische Hürden besser abfangen. Die Überbürokratisierung setzt vor allem kleinere Betriebe unter Druck. Und die sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft.
Kleinbetriebe besonders belastet
In einer Befragung des Market-Instituts gaben 86 Prozent der Unternehmen 2025 an, durch Bürokratie belastet zu sein. Für einen niederösterreichischen Tischler mit fünf Beschäftigten fallen im Schnitt 725 Arbeitsstunden pro Jahr für bürokratische Tätigkeiten an. Rechnerisch ist damit mindestens eine Arbeitskraft die Hälfte ihrer Zeit mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt.
Den größten Aufwand verursachen dabei die Bereiche Buchhaltung und Jahresabschluss (33 Prozent), Steuern und Abgaben (12 Prozent) sowie Lohnverrechnung und Sozialversicherung (11 Prozent). Zudem haben Aufgaben rund um Cybersecurity, IT und Datenschutz in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung und Kosten zugenommen.
Bürokratische Hürden abbauen
Wenn das Wesentliche vom Unnötigen verstellt wird, besteht Reformbedarf. Die Wirtschaftskammer macht deshalb laufend Vorschläge, wie Hürden abgebaut werden können. Ziel ist es, die Unternehmen zu entlasten, ihre Freiheit zu stärken und Wachstum zu ermöglichen: Mehr gestalten. Weniger verwalten.
Weitere Informationen findest du unter www.bürokratie-kostet.at.
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