China setzt Industrie unter Druck
Heimische Unternehmen denken über Abwanderung nach
- Eine neue Analyse zeigt: Immer mehr Unternehmen prüfen Produktionsverlagerungen ins Ausland, während gleichzeitig die Sorge um Arbeitsplätze wächst. (Symbolbild)
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Der zunehmende Wettbewerb aus China könnte für den Industriestandort Österreich weitreichende Folgen haben. Eine neue Analyse zeigt: Immer mehr Unternehmen prüfen Produktionsverlagerungen ins Ausland, während gleichzeitig die Sorge um Arbeitsplätze wächst.
ÖSTERREICH. Die wachsende Konkurrenz durch chinesische Hersteller erhöht den Druck auf Österreichs Industrie. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII), des WIFO und des Büros des Produktivitätsrates der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).
Demnach steigt mit der zunehmenden Importkonkurrenz aus China die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen Produktionsstandorte ins Ausland verlagern oder Beschäftigung abbauen. Besonders betroffen sind technologieintensive Branchen wie Elektronik, Datenverarbeitung und elektrische Ausrüstungen. Dort haben chinesische Anbieter ihre Marktanteile in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut.
Drittel erwägt Produktionsausbau im Ausland
Eine aktuelle Industriebefragung zeigt, dass rund 30 Prozent der Unternehmen planen, ihre Produktion bis 2030 im Ausland auszubauen. Bei Betrieben, die besonders stark mit chinesischen Konkurrenten konfrontiert sind, liegt dieser Anteil bei mehr als 40 Prozent. Rund 35 Prozent der Unternehmen ziehen zudem die Verlagerung einzelner Unternehmensbereiche in Betracht.
- Liebäugeln mit Ausland: Als Hauptgründe nennen die Betriebe niedrigere Personalkosten, günstigere Energiepreise sowie attraktivere steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen. (Symbolbild)
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Als Hauptgründe nennen die Betriebe niedrigere Personalkosten, günstigere Energiepreise sowie attraktivere steuerliche und regulatorische Rahmenbedingungen im Ausland. Besonders häufig werden Ost- und Südosteuropa sowie Südostasien als mögliche Zielregionen genannt.
"Der steigende Wettbewerbsdruck trifft auf eine Phase erhöhter Unsicherheit und schwacher Industriekonjunktur und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit von Verlagerungen zulasten der heimischen Produktion", erklärt Manuel Gruber-Német, Ökonom im Büro des Österreichischen Produktivitätsrates der OeNB.
Gleichzeitig zeichnet sich laut den Forschern ein Strategiewechsel ab. Viele Unternehmen setzen verstärkt auf Innovation, Qualitätssteigerungen und die Weiterentwicklung ihrer Produkte, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten.
Studie sieht großen Handlungsbedarf
"Wir sehen eine Gabelung: Viele Unternehmen verharren bei ihren Kernkompetenzen und geraten jetzt unter Druck. Andere beginnen stärker auf Innovation und Resilienz zu setzen, um sich im globalen Wettbewerb zu behaupten. Die Wirtschaftspolitik sollte diese Entwicklung durch ihre Standortpolitik unterstützen", erklärt WIFO-Ökonomin Agnes Kügler.
Die Studienautoren sehen daher sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene Handlungsbedarf – von fairen Wettbewerbsbedingungen bis zu stärkeren Investitionen in Forschung, Entwicklung und Qualifikation.
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