Mit Frauen gegen den Fachkräftemangel

Zwar wählen etwas mehr Frauen einen technischen Beruf, insgesamt sind es aber immer noch zu wenig.
  • Zwar wählen etwas mehr Frauen einen technischen Beruf, insgesamt sind es aber immer noch zu wenig.
  • Foto: MEV
  • hochgeladen von Linda Osusky

ÖSTERREICH. Mittlerweile ist der Fachkräftemangel in fast 90 Prozent aller Betriebe spürbar, so der im September erschienene Fachkräfteradar des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw). Darüber hinaus befürchten über 80 Prozent der Betriebe eine weitere Zuspitzung des Mangels in den nächsten drei Jahren. Im Kampf gegen den Fachkräftemangel setzt das AMS unter anderem darauf, mehr Frauen in technische Berufe zu bringen.

Als erste Frau im Betrieb

"Doch immer noch stoßen Frauen, die sich für einen technischen Beruf entscheiden, auf Hürden in Betrieben", sagt Eva Egger, Koordinatorin des FiT-Programms des AMS, im Gespräch mit meinbezirk.at. Vor allem in Betrieben, wo es nur eine einzige Frau gibt, mache diesen Mitarbeiterinnen die Isoliertheit zu schaffen, betont Egger. "Viele dieser Frauen berichten uns, dass sie mit dem Betriebsklima zu kämpfen haben", sagt sie weiter.

Drei Viertel wählen traditionellen Beruf

Das 2006 ins Leben gerufene Programm "Frauen in Handwerk und Technik" – kurz FiT – ermutigt, begleitet und unterstützt Frauen, die eine Ausbildung in handwerklich-technischen Berufen absolvieren. Die Zielgruppe sind beim AMS vorgemerkte Frauen, unabhängig von Alter und Qualifikation. Auch wenn die Zahl der Frauen in technischen Ausbildungen leicht zugenommen hat, besteht hier weiterhin Luft nach oben. Laut AMS entscheiden sich noch immer rund drei Viertel der Frauen für klassische Frauenberufe und verdienen im Schnitt ein Drittel weniger als Männer.

Pin-ups müssen weg

Doch FiT wendet sich nicht nur an Frauen. "Auch die Betriebe werden von uns sensibilisiert, denn auch die sind gefordert, Rahmenbedingungen für weibliche Arbeitskräfte zu schaffen", so Egger. "Denn Frauen können noch so gut ausgebildet sein – sie brauchen ein gutes Betriebsklima, damit sie auch bleiben. Dazu gehöre etwa bei den Dienstzeiten auf Kinderbetreuungszeiten Rücksicht zu nehmen, dafür zu sorgen, dass Pin-ups entfernt werden und es klare Regelungen gibt, was sexistische Bemerkungen angeht.

Frauen verändern Betriebsklima

Mittlerweile sei es aber so, dass immer mehr Betriebe bei der Personalsuche breiter denken und nicht mehr nur das Profil eines jungen Technikers zwischen 20 und 30 Jahren im Kopf haben, sagt Egger. Und: "Viele Betriebe, die Frauen trotz anfänglicher Bedenken aufgenommen haben, geben ein positives Feedback, da sich das Betriebsklima positiv verändert hat", freut sich die Arbeitsmarktexpertin.

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