Historischer Rekord
Über 500.000 Arbeitslose in Österreich

Ende März gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat 52,5 Prozent mehr Personen ohne Arbeitsplatz.
  • Ende März gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat 52,5 Prozent mehr Personen ohne Arbeitsplatz.
  • Foto: Ebner
  • hochgeladen von Maximilian Spitzauer

Die Coronavirus-Pandemie hat die Arbeitslosenzahlen in Österreich auf den höchsten Stand seit 1946 nach oben schnellen lassen. Ende März gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat um 52,5 Prozent mehr Personen ohne Job. Tirol ist am stärksten betroffen.

ÖSTERREICH. Wie befürchtet verzeichnet das Arbeitsmarktservice (AMS) laut einer Aussendung erhebliche Zuströme in das Arbeitslosenregister. So waren 504.345 ohne Job (plus 199.934), das ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Anstieg um 52 Prozent. Bei Addition der Schulungsteilnehmer kommt man auf 562.522 (plus 193.543) Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition liegt bei geschätzten 12,2 Prozent, das ist ein Anstieg von plus 4,7 Prozent-Punkten gegenüber dem März 2019.

Der extreme Anstieg der Arbeitslosigkeit ist nicht nur eine enorme Herausforderung für die so vielen von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen und deren Familien, sondern stellt auch das AMS und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor eine noch nie dagewesene Belastungsprobe“, sagte AMS-Vorstand Johannes Kopf in einer Aussendung. Mit dem aktuellen Anstieg sind die Arbeitslosenzahlen erstmals seit Anfang 2017 wieder gestiegen.

Am härtesten trifft es Tirol mit einem Zuwachs von plus 199 Prozent, gefolgt von Salzburg (plus 138,5 Prozent). Im zweistelligen Bereich bewegt sich die Steiermark (plus 90,9 Prozent), Vorarlberg (plus 79,1Prozent ), Oberösterreich (plus 71,0 Prozent), Kärnten (plus 67,6 Prozent), Burgenland (plus 61,5 Prozent) und Niederösterreich (plus 50,7 Prozent). Die Bundeshauptstadt kommt mit plus 38,9 Prozent vergleichsweise milde davon. 

Tourismus am stärksten betroffen

Seit 16. März sind zur Viruseindämmung hierzulande Ausgangsbeschränkungen in Kraft, viele Dienstleistungsbetriebe mussten schließen. Warum es gerade Tirol so massiv trifft liegt an der Gastronomie und Tourismus orientierten Wirtschaft. Den größten Anstieg gab es laut AMS seitdem im Bereich Beherbergung und Gastronomie (plus 145,1 Prozent, plus 60.784 Personen), gefolgt von der Baubranche (plus 94,8 Prozent, plus 28.191 Personen) und im Verkehr und Lagerwesen (plus 83,8 Prozent, plus 13.728 Personen).

Weiters waren im Handel um 34,4 Prozent mehr Menschen ohne Job als im Vergleichsmonat, bei der Herstellung von Waren steigt die Anzahl um 34,2 Prozent, im Bereich Arbeitskräfteüberlassung um 34,0 Prozent und im Gesundheits- und Sozialwesen um 22,5 Prozent.

ÖGB für Erhöhung des Arbeitslosengeldes

Menschen mit Behinderungen (plus 16,2 Prozent) sowie Ältere ab 50 Jahren (plus 47,4 Prozent) weisen im Vergleich zum Vorjahr eine unterdurchschnittlich ansteigende Arbeitslosigkeit auf. Der Anteil der Arbeitslosen mit einer Wiedereinstellzusage im Register steigt auf 20,1Prozent.

Bereits vor der Veröffentlichung der neuen Zahlen forderte ÖGB-Chef Wolfgang Katzian eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes, das derzeit bei 55 Prozent liegt. „Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, das Arbeitslosengeld anzuheben, weil die Leute keine Chance haben, einen neuen Job zu finden“, sagte er in der ORF-„Pressestunde“.

Zum Liveticker:

Corona-Virus: Rekordarbeitslosigkeit, 10.192 Österreicher infiziert

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