Countdown Koralmbahn
Ein letzter, exklusiver Einblick in den Bahnhof Weststeiermark
Bevor in einem Monat die Koralmbahn startet, hat MeinBezirk einen exklusiven Einblick in den neuen Bahnhof Weststeiermark in Groß St. Florian erhalten.
SÜDWESTSTEIERMARK. Montag, 17 Uhr – Hauptzeit für Pendlerinnen und Pendler: In einem Monat wird es um diese Zeit wohl schon wuseln am neuen Bahnhof Weststeiermark.
Bei einem exklusiven Rundgang mit Bürgermeistern des Bezirks hat MeinBezirk einen Anblick eingefangen, den man dann wohl nur mehr ganz selten bekommen wird: leerer Parkplatz, keine Busse und auch kaum Züge fahren durch.
- Die ÖBB rechnen vorerst mit 4.000 Fahrgästen pro Tag.
- Foto: MeinBezirk/Simon Michl
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Noch ist es ruhig am neuen ÖBB-Bahnhof. Ab Mitte Dezember sollen sich hier jeden Tag rund 4.000 Fahrgäste tummeln. Früher war hier Acker und Wiese, 2017 war großer Baustart. 2021 hat MeinBezirk zum ersten Mal den Bahnhof von „innen“ besichtigt – damals war noch mehr „draußen".
- Weststeiermark ist der größte Bahnhof zwischen Graz und Klagenfurt.
- Foto: MeinBezirk/Simon Michl
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Weitere vier Jahre später ist das Bauwerk längst bereit für Züge. Güterzüge fahren schon seit letzter Woche auf der Koralmbahn und auch die offizielle Betriebsgenehmigung für die neue Strecke – die größte in Österreich seit Jahrzehnten – trudelte in den vergangenen Tagen ein.
"Sowas baut man nur einmal"
Seit 23 Jahren arbeitet ÖBB-Projektkoordinator Manuel Burghart an dem Riesenprojekt: „Am Anfang haben wir immer Widerstand gegen die Koralmbahn gehabt – jetzt ist sie da.“ Für Burghart, der in Wildon schon am nächsten ÖBB-Projekt arbeitet, geht damit ein Lebensabschnitt zu Ende. „Sowas baut man nur einmal im Leben, das geht sich kein zweites Mal aus – das ist auch gut so“, lacht er.
- Die Baustelle in Groß St. Florian im Zeitraffer
- Foto: ÖBB/Podesser, MeinBezirk/Michl
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Dass der Bahnhof auf der grünen Wiese und nicht im Zentrum steht, hat mehrere Gründe: „In Deutschlandsberg hätten wir für diese Fläche ein Fünftel der Stadt schleifen müssen und 15 Jahre lang wäre eine Riesenbaustelle in der Stadt gewesen“, erklärt Burghart. „Im Betrieb hätte es zusätzlichen Pendelverkehr rein- und rausgebracht.“ Bei der Trassenauswahl in den 90ern hatte man noch mit einem anderen Eisenbahnsystem zu tun – Railjets gab es noch nicht. Und man musste in die Koralm bohren, um die beste Geologie mit dem wenigsten Wasser im Berg zu finden: „So war die Linie quasi vorgegeben“, erzählt Burghart.
- Laut ÖBB gab es für den gesamten Bau der Koralmbahn nur zwei Grundstücksenteignungen.
- Foto: MeinBezirk/Simon Michl
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Zwei Kilometer, nachdem man bei Frauental aus dem Koralmtunnel herausfährt, wartet der neue Bahnhof. Dieser wird mit Wasser aus dem Tunnel geheizt und gekühlt. Ursprünglich sollte das Tunnelwasser aus dem Berg auch der Bevölkerung als Fernwärme zur Verfügung gestellt werden. „Dann gab es aber weniger und kälteres Wasser als prognostiziert“, so Burghart. Die Lichter am Bahnhof werden mit dem eigenen Bahnstrom der ÖBB betrieben.
- Am Bahnhof wird es Ticketschalter, aber kein Personal geben – auch keine eingemieteten Geschäfte.
- Foto: MeinBezirk/Simon Michl
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Burghart sprach beim Rundgang mit den Bürgermeistern auch die Lokalpolitik an: „In der Steiermark hat man von Anfang an gewusst, welchen positiven Effekt das auf die Region hat, welche einmalige Chance das ist. Wir übergeben das gerne, jetzt müssen Sie was draus machen.“ Sollte die geplante L601 neu entlang der Bahn kommen, seien laut ÖBB alle Bauwerke dafür ausgelegt. Lärmschutz soll rund um den Bahnhof kein Problem werden: Das Ortszentrum von Groß St. Florian sei weit genug entfernt, in Richtung der Häuser oberhalb in Grub gibt es einen Wall.
- Bürgermeister aus der Region, die Laßnitztal Entwicklungs GmbH und Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl waren beim Rundgang dabei.
- Foto: MeinBezirk/Simon Michl
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Gegenüber des Bahnhofs soll ein Industrie- und Gewerbegebiet entstehen, das erste Unternehmen aus Graz hat bereits so gut wie fertig gebaut. Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl aus Niederösterreich – wo 2012 im Tullnerfeld ein ähnliches Bahnprojekt eröffnete – war beim Bürgermeister-Rundgang zu auch zu Gast. Er gratulierte der Region zu diesem Meilenstein, bremste aber auch Erwartungen: „Es wird einen langen Atem brauchen, bis alles in der Region akzeptiert wird.“
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