13.03.2017, 12:38 Uhr

„Gut Holz“ für den Sport

"Drei Holz" würde dieser Wurf beim Kegeln bedeuten. (Foto: Pixabay)

Zumindest Stocksportler wissen genau, dass das Holz noch nicht komplett aus dem modernen Sport verschwunden ist. Heute meist durch widerstandsfähigere, leichtere oder billigere Stoffe ersetzt, bildete Holz einst den Ursprung für viele populäre Sportarten.

Vorgänger des Eishockeys wurden in Europa mitunter noch mit Holzbällen gespielt. Beim ersten organisierten Eishockeyspiel 1875 in Montreal war der Puck schon rund und flach - aber noch aus Holz, das bald durch Hartgummi ersetzt wurde. Die Holzschläger verschwanden seit Mitte des 20. Jahrhunderts fast vollständig aus dem Profisport. Darts geht auf’s Bogenschießen zurück: Angelsächsische Schützen zerbrachen in den Kriegspausen ihre Pfeile und warfen mit den Spitzen auf den Boden von Weinfässern oder auf Baumstämme. Aus den Baumringen leiteten dann sich die Zahlenwerte auf der Dartscheibe ab. Die Pfosten von Fußballtoren wurden lange aus Holz gefertigt. 1971 ging in der deutschen Bundesliga eine Stange durch einen Schuss zu Bruch, danach wurde auf Aluminium umgestellt. Im Handball gibt es teilweise noch hölzerne Torpfosten. Im Badminton und Tennis wurden sehr lange Schläger aus Holz verwendet, der letzte im Profibereich tauchte 1987 in Wimbledon auf.

Auf Holz im Schnee

Tischtennis setzt heute noch auf Holz, der Weltverband schreibt vor, dass das Schlägerblatt zu mindestens 85 Prozent aus Holz bestehen muss. In der amerikanischen Major League Baseball sind bis heute nur Holzschläger erlaubt. Das liegt nicht nur an der Tradition (US-Soldaten sollen einst gar mit dem Holzbein eines mexikanischen Generals Baseball gespielt haben), mit Holz ist es auch schwerer einen Ball korrekt zu treffen. Die ersten Menschen, die mit Ski oder Snowboards fuhren, hatten natürlich Holzbretter unter den Füßen. Aber auch heute noch ist Buche oder Pappel das vorherrschende Material von Snowboards, der Kern von Ski besteht ebenfalls aus Holz.

Hölzer und Holzscheitel

Ski sind auch im wahrsten Sinne des Wortes Bretter: Das Wort kommt vom altnordischen „skíð“, das Holzstock oder Scheit bedeutet. Die Queues beim Billard bestehen bis heute aus Hartholz, die früher verwendeten Holzkugeln (auf französisch „bille“) gaben dem Sport seinen Namen. Hölzer sorgen beim Golfen für lange Schläge, sind aber heute nur noch namensgebend, da sie seit den 80ern aus Metalllegierungen bestehen. Auch beim Kegeln wurde das Holz ersetzt, ein umgeworfener Kegel wird aber immer noch als Holz bezeichnet. Man grüßt sich ja nicht umsonst mit „Gut Holz!“. Und dann gibt es noch die Baumstammwerfer, die ganz einfach das rohe Holz nehmen und durch die Luft schmeißen.


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