Emotionale Momente bei den Feldkirchner Passionsspielen

Andreas (li) und Martin Plank stehen einander als Jubal und Jesus von Nazareth auf der Bühne gegenüber.
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Verächtlich blickt der Vater seinem Sohn auf der Bühne ins Gesicht und klagt ihn an. „Er hält unsere Fastengebote nicht ein. Er wiegelt das Volk gegen uns auf“, wirft Jubal, gespielt von Andreas Plank, Jesus von Nazareth vor. In der Rolle des Erlösers steht sein Sohn Martin Plank auf der Bühne der Feldkirchner Passionsspiele, Premiere ist am 7. März um 15.00 Uhr.

Für Katholiken beginnt mit dem heutigen Aschermittwoch die Fastenzeit, die zum Tod Christi und dessen Auferstehung hinführt. Davor wird Jesus ans Kreuz genagelt. Das blüht auch Martin Plank. Der 23jährige spielt die Hauptrolle (Doppelbesetzung: Andreas Leitner) und bereitet sich seit Monaten darauf vor. Äußerlich wächst der Bart, die Haare sind schulterlang und für die Rolle hat der Student einige Kilo abgenommen. Und obwohl er seit Jahren Mitglied der Schauspielgruppe ist, musste er erst eine Nacht darüber schlafen, als ihn Regisseur Bernhard Böhmer für die Rolle des Jesus vorschlug. „Ich habe eine große Demut und Respekt vor dieser Rolle und bin dankbar, dass ich Jesus spielen darf“. Den Jubal hingegen hat sich Andreas Plank selbst ausgesucht. Dessen Vater Josef war einst Präsident der Schauspielgruppe, und auch dieser spielte auf der Bühne den Schriftgelehrten, der Jesus in die Enge treiben will. „Es ist schön, dass mein Papa mitspielt, wir die gleichen Interessen verfolgen und Zeit miteinander verbringen“, freut sich Martin Plank, auch wenn sein Vater einen der Bösen spielt.

Es ist ein emotionaler Moment, wenn sich Vater und Sohn auf der Bühne gegenüberstehen und die feindlichen Blicke des Jubal auf Jesus fallen. „Ich darf auf der Bühne natürlich nicht zeigen, wie stolz ich auf meinen Sohn bin, dass er diese Herausforderung angenommen hat und wie ausdrucksvoll Martin seine Rolle spielt“, sagt Andreas Plank. „Es ist auch nicht meine ursächliche Überzeugung, gegen Jesus aufzutreten, was schlussendlich zu seinem Tod führt. Ich versuche, die Rolle des Bösen möglichst realistisch zu spielen“, ergänzt der Geschäftsleiter der örtlichen Raiffeisenbank.

Feldkirchen gehört zu den acht bedeutendsten Passionsspielorten Österreichs. Nur alle drei Jahre wird das Leiden und Sterben Christi in der Fastenzeit auf die Bühne gebracht. 180 Mitwirkende stehen vor, hinter und auf der Bühne. Regisseur Böhmer gibt den Frauenrollen mehr Gewicht, so wird Maria von Magdala (Dreifachbesetzung Franziska Gangl/Melanie Kaiser/Bianca Wolf) als Apostolin der Apostel und als Auferstehungsbotin hervorgehoben.

Traditionell schlagen die Feldkirchner beim Bühnenwechsel eine Brücke zur heutigen Zeit. Böhmer blendet während des Umbaus kurze Filmsequenzen ein, die Sorgen und Hoffnungen Jugendlicher zum Inhalt haben. Die Videos wurden von Mitwirkenden der Schauspielgruppe gedreht und sollen die Zuschauer zum Weiterdenken anregen. Aufführungen bis 5. April. Infos und Kartenreservierung 0664-9263535. http://ssgf.at.

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