Gratwein-Straßengel
Mehrheitlicher Beschluss für Aufnahme von Flüchtlingen

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Gratwein-Straßengel hat bereits einmal ein Herz für Flüchtlinge gezeigt. Nun kocht das Thema wieder auf.

Seit 2015 werden im Camp Kara Tepe auf Lesbos gefährdete Geflüchtete – darunter vor allem Familien, Kinder und alleinstehende Frauen – aufgenommen. Die Versorgungslage ist nach wie vor derart katastrophal, dass hier von einem "Elendscamp" gesprochen wird. Denn auch im Trubel der Nachrichten rund um die Corona-Pandemie ist das Flüchtlingsthema präsent. Dass Integration gelingen kann, zeigt sich in Gratwein-Straßengel, wo nicht nur während der ersten Flüchtlingswelle Hilfesuchende aufgenommen wurden.

Integration hat funktioniert

"Ich sehe es als unbedingte Notwendigkeit, hier zu helfen. Und zwar sofort", sagt die Integrationsbeauftragte Astrid Schatz zur aktuellen Situation in den Flüchtlingslagern. Ihr geht es vor allem um Solidarität und Wertschätzung und darum, den Familien und Kindern aus den Camps ein neues Zuhause zu ermöglichen.
"Zu Hochzeiten hatten wir in Gratwein-Straßengel gut 200 Asylwerber. Die Aufnahme und Integration hat gut funktioniert." Grund dafür war nicht zuletzt ein breites Netzwerk an Freiwilligen. So wurden unter dem Projekt "Sprachpaten" Deutschkurse organisiert, Unterrichtsmodelle für nicht mehr Schulpflichtige erstellt und Netzwerktreffen wie das "Fest der Begegnungen" zum Kulturaustausch ins Leben gerufen. Bis auf eine Familie haben alle Asylwerbenden, die in der Marktgemeinde einst angekommen sind, einen positiven Bescheid erhalten. Der Großteil ist allerdings nicht mehr da, nach Graz, Voitsberg und auch Wien weitergezogen. Grund dafür war der Wohnungsmarkt – weil es zu wenig Platz für Familien mit mehreren Personen gab oder weil man den Neuankömmlingen mit Vorurteilen gegenüberstand, so Schatz. Mittlerweile gibt es auch das Quartier im Stift Rein nicht mehr, und das Haus Toscana, in dem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind, soll ebenso schließen. Räumlichkeiten seien also vorhanden, so Schatz.


Die Gemeinde unterstützt

"Ich glaube, es gibt mehr Menschen, die helfen wollen. Aber viele wissen nicht, wie. Wenn eine Gemeinde hinter einer solchen Initiative steht, kann mehr bewirkt werden." Konkret spricht sie hier die letzte Gemeinderatssitzung an, bei der sich der Gemeinderat mehrheitlich (Grüne, SPÖ, UGS und einmal ÖVP) dazu entschieden hat, eine Resolution an die Bundesregierung zu richten, Flüchtlinge aus den griechischen Lagern aufnehmen zu wollen. "Niemand ist Mensch zweiter Klasse", sagt Johanna Tentschert, erste Vizebürgermeisterin. "Wenn sich alle dafür aussprechen, ist der Druck groß." Die politische Unterstützung ist also gegeben, alleine die rechtliche Handhabe fehlt.

Sollen Gemeinden Druck ausüben, um Flüchtlinge aufnehmen zu können?
Mit den Stimmen der Grünen, SPÖ, UGS und einmal ÖVP hat sich der Gemeinderat mehrheitlich für eine Resolution an die Bundesregierung entschieden.


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