06.11.2017, 15:10 Uhr

Die Burgruine Gösting bei Graz - ein lohnendes Ausflugsziel

Burg Gösting
Stattegg: Möstl |

Die ältesten Teile der Burgruine Gösting reichen bis ins Mittelalter, ins 11.
Jahrhundert zurück.

Die Burg Gösting bewachte die Straße im Tal entlang der Mur. Sie diente mit einer Kreidfeuerstation der Landesverteidigung gegen die Türken (Osmanen). Kreidfeuer waren Holzstöße, die man in Momenten der Gefahr anzündete und diese Feuer zeigten den Menschen von weitem, dass ein Feind anrückte und dass man sich in Sicherheit bringen sollte.

1723 war auf der Burg, im Fünfeckturm, Schwarzpulver gelagert.
Durch einen Blitzschlag gab es eine gewaltige Explosion, gefolgt von einem Brand.
Der nördliche Teil der Burganlage mit dem Fünfeckturm wurde komplett zerstört.
Die Eigentümer, die Familie Attems, beschlossen, im Tal an der Stelle, wo der Weg zur Burg hinaufführt, in der Nähe des Göstinger Schlossplatzes, ein Talschloss zu errichten.
1728 war dieses Schloss vollendet. Der Wohnsitz wurde ins Tal verlegt.
In der Folge verfiel die Burg immer mehr. Ein übriges trug der Bau der Bahnstrecke Graz-Bruck um 1844 bei. Das benötigte Steinmaterial wurde einfach aus der Ruine gebrochen und ins Tal geworfen. Die Bahnstrecke führt direkt unterhalb der Burg im Murtal vorbei von Gösting Richtung Raach. Auch der Bergfried (Turm) verfiel in der Folge stark. Die zweistöckige Burgkapelle stürzte ein.

Rettung kam erst nach dem Ersten Weltkrieg, als 1926 ein Burgenverein zur Erhaltung der Ruine Gösting gegründet wurde. Dieser initiierte den Wiederaufbau des Bergfrieds und der Kapelle und des Fünfeckturms, auch des Torgebäudes und des Palas (Wohngebäudes), sodass sich die Burg Gösting heute dem Besucher in einem guten Zustand präsentiert.

Literatur:
Rainer Puschnig: Burg Gösting bei Graz, Graz 1971.
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