20.12.2017, 00:00 Uhr

Branche so gespalten wie nie

Das Rauchverbot, das wieder aufgehoben werden soll, regt auch im Bezirk auf. (Foto: pixabay/StockSnap)

Rauchverbot in Lokalen gekippt. Das Thema regt im Bezirk nicht nur bei Wirten gehörig auf.

Es ist ein Thema, das auch im Bezirk Graz-Umgebung fast niemanden kalt lässt. Das bereits beschlossene Gesetz für ein allgemeines Rauchverbot in Lokalen soll von der neuen Regierung, die am Montag angelobt wurde, wieder aufgehoben werden. Bevölkerung und Entscheidungsträger regt das in unterschiedlicher Art und Weise auf. Die Online-Petition der Österreichischen Krebshilfe haben bis Montag knapp 390.000 Unterstützer unterzeichnet. Dort heißt es, es sei ein völliger Irrsinn, die endlich begonnene Trendwende jetzt plötzlich wieder umzukehren und nachhaltig zu vernichten. Das sieht auch Apothekerin Ulrike Walther von der Apotheke Kalsdorf ähnlich: "Die Diskussion läuft so heiß, als würde das Rauchen überhaupt verboten werden. Aus gesundheitspolitischer Sicht ist es sinnvoll, das beschlossene Gesetz, das wieder umgeworfen werden soll, umzusetzen."

"Warten auf Gesetzestext"

Klaus Friedl, Gastronomie-Fachgruppenobmann in der Steiermark, sieht die Thematik zweigeteilt. "Unsere Branche ist zu diesem Thema so gespalten wie nie. Wir warten jetzt, bis der Gesetzestext vorliegt. Wenn dieser schwammig ist, sind wir unzufrieden", so Friedl. Nicht nachvollziehen kann die Entscheidung Daniel Edelsbrunner vom Hauben-Restaurant Kupferdachl in Premstätten. "Viele Gastronomen haben sich darauf eingestellt. Die Entscheidung jetzt noch mal umzuschmeißen, verstehe ich nicht", sagt der Haubenkoch, der sein Restaurant seit einiger Zeit als Nichtraucherlokal führt. "Es wird sicher Gäste geben, die wegen des Nichtraucherlokals nicht zu uns kommen. Wir werden es also spüren. Vermutlich nicht stark, aber doch", so der Spitzenwirt.
Harts Ortschef Jakob Frey findet die Entscheidung "kurzsichtig": "Das wird uns noch auf den Kopf fallen und eine Menge Geld kosten." Anderer Meinung ist hingegen Liebochs Bürgermeister Stefan Helmreich. "Das ist eines der am wenigsten dringenden Probleme, die wir derzeit in Österreich haben. Es gibt viele andere wichtige Themen, wie die Entlastung der Familien oder Arbeitgeber. Wenn dafür diese wichtigen Dinge gelöst werden, ist das Thema Rauchverbot zu vernachlässigen. Der Bürger kann selbst entscheiden, in welches Lokal er geht. Das ist bei anderen Themen nicht der Fall, da muss die Politik entscheiden", so Helmreich.
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