07.06.2017, 00:00 Uhr

Zu wenige Ärzte für die Großgemeinde

Hoffentlich kein Stopp für weitere Ärzte. Derzeit ordinieren drei Allgemeinmediziner mit Kassenstelle im 7.210 Bewohner zählenden Kalsdorf.

In der von enormem Zuzug profitierenden Gemeinde Kalsdorf bei Graz mangelt es an Hausärzten.

Die Problematik ist schon seit Längerem bekannt. Bereits im Vorjahr hat die WOCHE über den Ärztemangel in Kalsdorf berichtet. Passiert ist seitdem nicht viel bis gar nichts. Dass die Situation durch den Tod eines Allgemeinmediziners im Ort nun noch prekärer geworden ist, liegt auf der Hand. Die dafür zuständige Gemeinderätin, Almuth Huderz-Thümel, hatte damals sogar eine Unterschriftenliste auflegen lassen, um bei der Gebietskrankenkasse (GKK) den Druck zu erhöhen. "Über 1.000 Unterschriften sind zusammengekommen. Wir benötigen unbedingt vier Kassenstellen. Wir kämpfen sehr um diese vierte Kassenstelle und das ist wichtig. Das habe ich der GKK auch so gesagt", macht die Gemeinderätin weiterhin Druck. Der wird auch nötig sein. Die südlich von Graz gelegene Kommune zählt seit März bereits 7.210 Einwohner, wie der offiziellen Gemeindepräsenz im Internet zu entnehmen ist. Und der Zuzug scheint munter weiterzugehen. Die dementsprechende gesundheitliche Versorgung hinkt aber ein wenig hinterher. "Wir arbeiten gemeinsam mit der GKK an einer längerfristigen Lösung. Das, was an neuen Wohnbauten geplant ist, wird dort bereits eingearbeitet", erklärt Huderz-Thümel. In der durch den Todesfall frei gewordenen Arztpraxis mitten im Ort ordiniert seit 1. Juni eine Vertretung. "Dass diese Ordination nachbesetzt wird, behandeln wird derzeit vordringlichst", sagt GKK-Pressesprecher Dieter Hausberger. Acht Ärzte haben sich für die Praxis beworben. "Aus unserer Sicht wird die Ordination ab 1. Juli wieder besetzt sein", so Hausberger. Angesprochen auf die vierte Kassenstelle in Kalsdorf meint Hausberger: "Wir müssen als GKK schauen, dass alle etwas bekommen. Die derzeitigen drei Planstellen sind in Abstimmung mit der Ärztekammer weiterhin geplant", betont aber, dass "die demografische Entwicklung natürlich berücksichtigt wird". Die vierte Kassenstelle wird bei der GKK in Erwägung gezogen, vor dem Herbst wird darüber aber keine Entscheidung fallen. Auch der Posten eines Kinderarztes im Ort, den Huderz-Thümel fordert, ist offen. Hausberger meinte nur: "Dass Ärzte sich niederlassen und den Ort nach kurzer Zeit aufgrund von strukturschwachen Gebieten wieder verlassen, sollte in Kalsdorf kein Thema sein."
Die Chance, dass sich ein vierter Allgemeinmediziner oder sogar ein Kinderarzt in Kalsdorf bei Graz niederlassen darf, lebt also.
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