Vandalismus in Graz
Burgruine Gösting verwüstet, NEOS-Gemeinderat setzt Belohnung aus
- Ein historisches Juwel der Stadt: Die Burgruine Gösting wird aktuell dem Verfall preisgegeben.
- Foto: Marie Ott
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Aufgebrochene Türen, eingeschlagene Scheiben, gestohlene Wappen: Unbekannte haben auf der Burgruine Gösting gewütet. NEOS-Gemeinderat Alexis Pascuttini schaltet die Polizei ein – und bringt den Kauf des Grazer Wahrzeichens wieder aufs Tapet.
GRAZ. Auf der Burgruine Gösting haben Unbekannte Schäden angerichtet, die mit dem Zahn der Zeit nichts zu tun haben: Wie die „Krone“ berichtet, wurden Tore und Türen aufgebrochen, mehrere Butzenscheiben eingeschlagen und Wappen steirischer Burgen entwendet. Besonders betroffen ist die untere Burgkapelle. Auch Sessel und eine Tafel wurden herumgeworfen. Für das historische Wahrzeichen im Grazer Norden ist das ein weiterer bitterer Rückschlag. Während um seine Zukunft gerungen wird, haben Vandalen Teile des Areals verwüstet.
1.000 Euro für entscheidende Hinweise
Menschen aus Gösting informierten NEOS-Gemeinderat Alexis Pascuttini über die Schäden und schickten ihm Fotos. Nach eigenen Angaben brachte er am 25. Oktober eine Sachverhaltsdarstellung bei der Polizeiinspektion Wiener Straße ein. Dass eine solche übermittelt wurde, bestätigte die Landespolizeidirektion gegenüber der „Krone“. Pascuttini lobt außerdem 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus, die zur Ausforschung der Täter führen.
- Alexis Pascuttini (Neos) setzt Prämie für Ergreifung der Vandalen aus und fordert die Stadt auf, die Burgruine Gösting zu kaufen.
- Foto: Konstantinov
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„Wer unser kulturelles Erbe derart respektlos behandelt, muss zur Verantwortung gezogen werden“, erklärt der Gemeinderat. Wer hinter den Verwüstungen steckt und wie hoch der Schaden ist, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Neue Schäden, alter Streit um den Kauf
Pascuttini nimmt den Vorfall zum Anlass, seine Forderung nach einem Ankauf durch die Stadt Graz zu erneuern. Sein Vorwurf: Der zuständige KPÖ-Finanzstadtrat Manfred Eber habe einen Kauf wiederholt abgelehnt, während sich der Zustand der Burgruine weiter verschlechtere. „Die Stadt Graz darf nicht länger tatenlos zusehen“, fordert Pascuttini. Er kündigt an, erneut an Eber heranzutreten und auf eine nachhaltige Lösung zu drängen.
- Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) steht beim Ankauf der Burgruine Gösting auf der Bremse.
- Foto: APA-Images / APA / ERWIN SCHERIAU
- hochgeladen von Verena Kriechbaum
Die Kaufdebatte ist nicht neu, sie scheiterte aber am laut Eber zu hohen Preis. Danach wurde die Burg privat zum Verkauf angeboten; eine Lösung zeichnet sich bislang nicht ab.
Eine Million – und dann?
Den kolportierten Kaufpreis von rund einer Million Euro hält Pascuttini angesichts der historischen und kulturellen Bedeutung für vertretbar. Doch mit dem Kauf allein wäre es nicht getan: Sicherung und Sanierung müssten zusätzlich berücksichtigt werden, räumt auch der NEOS-Gemeinderat ein. Wie hoch die Gesamtkosten wären, bleibt offen.
Die jüngsten Zerstörungen machen die Frage nach der Zukunft des Wahrzeichens jedenfalls dringlicher. Gesucht werden jetzt die Täter. Für Gösting bleibt die größere Frage: Wer sorgt dafür, dass dieses Stück Grazer Geschichte mehr bekommt als die nächste Kaufdebatte?
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