Krotzer fordert Antikörpertest bei Gesundenuntersuchung
Covid-Dunkelziffer liegt im Blutbild
- Gesundheitsstadtrat Krotzer (KPÖ) möchte in Zukunft beim jährlichen Gesundheitscheck das Blut auch auf Corona-Antikörper untersuchen lassen.
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Wie man mit der jährlichen Gesundheitsvorsorgeuntersuchung beim Hausarzt der Corona-Dunkelziffer auf die Spur kommen könnte. Einen Vorschlag dazu liefert Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ).
Einmal jährlich ist der Gesundheitscheck beim Hausarzt für alle ab 18 Jahren kostenlos. Ziel ist es, Infos über den eigenen Gesundheitsstatus zu bekommen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und Tipps für den Umgang mit der eigenen Gesundheit zu bekommen. Ein Vorstoß von Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer lässt nun aufhorchen: „Durch die Corona-Pandemie könnte ihr aber auch eine andere wichtige Bedeutung zukommen.“
Antikörper im Blut
Ganz konkret stellt sich Krotzer vor, beim Gesundheitscheck das dabei ohnehin untersuchte Blutbild auch einem Test auf Antikörper gegen das Corona-Virus zu unterziehen. Zeigt das Ergebnis an, dass Covid-19-Antikörper im Blutbild vorkommen, weist dies auf eine durchgemachte SARS-CoV-2-Infektion hin. Der Nutzen: Damit könnten sowohl symptomatisch als auch unbemerkt aufgetretene Covid-19-Infektionen festgestellt werden und somit „ein blinder Fleck bei der Dunkelziffer an Infektionen besser ausgeleuchtet werden."
Der Dunkelziffer auf die Spur kommen
Die bisherigen Studien dazu waren nur punktuelle Erhebungen oder Stichproben aus stark betroffenen Regionen wie etwa in Ischgl, also kein permanentes Monitoring.
„Durch die Miterhebung beim Gesundheitscheck erhält man einen besseren Überblick über den Immunisierungsgrad“, erklärt Krotzer. Angedacht werde der Antikörper-Check längerfristig, um im Blick zu behalten, wie lange die Immunisierung (auch bei Impfung) anhält.
Covid-Infektion und Folgeerkrankung
Zudem wäre eine frühzeitige Information über eine ausgestandene Infektion etwa bei Folgeerkrankungen (Lungenprobleme, Depressionen, Erschöpfungszustände) hilfreich: "Bedenkt man, dass die zeitige Information, ob man bereits mit Corona infiziert war, auch für Folgeerkrankungen eine wichtige Rolle spielt, wäre diese Maßnahme sowohl für die Patienten und Patientinnen, als auch für die Finanzierung des Gesundheitswesens sinnvoll“, appelliert Krotzer an die Gesundheitskasse (ÖGK).
- Der Vorstoß zur Erhebung des Antikörperstatus im Zuge der jährlichen Vorsorgeuntersuchung kommt von Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ).
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Upgrade bei Untersuchung?
Eine generelle Erweiterung des Vorsorge-Checks wünscht sich auch Hans Peter Meister, KPÖ-Gemeinderat und kürzlich pensionierter Hausarzt in Graz-Lend: „Eine Untersuchung mit Ultraschall am Bauch und eine Ausweitung bei den Laborwerten wäre durchaus wünschenswert“, so Meister.
Damit auch Antikörpertests Eingang in den jährlichen Gesundheitscheck finden, bräuchte es allerdings eine Veranlassung und Vergütung durch die ÖGK.
Kostenfrage
Von Seiten der steirischen ÖGK heißt es auf Nachfrage am Montag allerdings, dass der Gesetzgeber keine Kostenübernahme bei Antikörpertests vorsehe und diese keine Leistung der Sozialversicherung seien. Die PatientInnen müssten den Antikörpertest bei der Untersuchung selbstständig verlangen und zahlen. Dies verursache Kosten zwischen 16 und 30 Euro. Auf Rückfrage beruft sich Krotzer auf Tests von symptomatischen Menschen: „Bei den Covid-Tests von Menschen mit Symptomen, die feststellen wollen, ob sie aktiv infiziert sind, erfolgt auch eine Gegenverrechnung der ÖGK mit der Bundesregierung. Die gleiche Herangehensweise könnte durch eine Verordnung des Gesundheitsministers eingeleitet werden – und wäre Interesse aller Beteiligten“, ist sich Krotzer sicher.
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