Einst & Jetzt Teil 299
Ein dunkler Mythos kreist um das einstige "Jesuitengaßl"
- Einst verband ein enger Fußweg die Färbergasse mit der Hofgasse: Ein Mythos aus dem 19. Jahrhundert lehnte diesen an die venezianische Seufzerbrücke an.
- Foto: Sammlung Kubinzky
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Kein "Blutgaßl": Über einen nicht mehr vorhandenen Fußweg zwischen Färbergasse und Hofgasse rankten sich düstere Mythen – die allerdings deutlich übertrieben wurden, wie Stadthistoriker Karl Albrecht Kubinzky weiß.
GRAZ. Mythen und Gerüchte halten sich oft länger als die Wahrheit. Stadthistoriker Karl Albrecht Kubinzky weiß, dass sich hinter dem Tor Färbergasse 9 ein alter, schmaler und nun nur mehr teilweise erhaltener Fußweg zur Hofgasse verbirgt. Der große Häuserbock war hier einst durchquerbar. Es war die mit dem (Spott-)Namen „Jesuitengaßl“ versehene kürzeste Verbindung des städtischen Machtzentrums samt Rathaus und Hauptplatz mit dem landesfürstlichen mit Hofburg, Jesuitenkolleg und Universität.
- Heute ist der einstige Durchgang, der sich hinter der Färbergasse 9 verbirgt, nicht mehr vorhanden.
- Foto: MeinBezirk/Andreas Strick
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Eine Grazer "Seufzerbrücke"
Zwischen den beiden angrenzenden Häusern (Nr. 9 und Nr. 11) gab es mehrfach Streit zwischen den Eigentümern. Das an finsteren Darstellungen interessierte späte 19. Jahrhundert machte aus dem Bericht eines Doppelmordes im 18. Jahrhundert eine der venezianischen Seufzerbrücke angeglichene Story. Ein vom Magistrat gebilligter Umbau im Haus Hofgasse 6 vor einigen Jahrzehnten beendete schließlich die theoretische Möglichkeit einer neuerlichen Öffnung.
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