Freiraum für die Kunst!

„Hausherrin“ im Schaumbad:  Mit dem Atelierhaus will Eva Ursprung anderen Künstlern Platz bieten.
  • „Hausherrin“ im Schaumbad: Mit dem Atelierhaus will Eva Ursprung anderen Künstlern Platz bieten.
  • Foto: geopho
  • hochgeladen von Elisabeth Pötler

WOCHE: Wir treffen uns hier im „Schaumbad“, im Atelier ihres Vereins. Was ist das Besondere daran?
Eva Ursprung: Das Schaumbad ist ein selbstorganisiertes Atelierhaus in dem rund 40 Künstler aktiv sind – etwa aus den Bereichen Malerei, Musik, Video, Performance. Mit unserem Verein wollen wir Platz für Künstler schaffen. Einige Räume sind fix vermietet, andere kann man temporär mieten.

Vor zweieinhalb Jahren sind Sie hier in der Puchstraße eingezogen. Was gibt es hier?
Wir haben 2.000 Quadratmeter im Industrieareal Ökoservice-BAN. Wir haben einen unbefristeten Mietvertrag und bauen weitere Ateliers und einen Ausstellungsraum in die ehemals große Produktionshalle. Das Besondere ist, dass man hier Lärmen und Schmutz machen kann (lacht). Es wird etwa ein Tonstudio geben und eine Werkstatt, in der man mit Holz arbeiten kann.

Warum braucht Graz so ein Atelierhaus?
Graz definiert sich als Kulturstadt, da braucht es auch leistbare Räume und ein Netzwerk für Nachwuchskünstler. Einen Teil des Umbaus konnten wir durch Förderungen von Stadt und Land finanzieren, nun suchen wir noch Sponsoren.

Gibt es Kontakt zwischen den Künstlern?
Ja, wir tauschen uns aus und helfen uns auch in der Praxis. Die Bildhauer haben mir zum Beispiel bei der Statik einer meiner Installationen geholfen.

Sie selbst sind seit etwa 30 Jahren in der Grazer Kunstszene aktiv. Was genau machen Sie?
Ich mäandere durch die Medien: Ich mache Digitalkunst, Installationen, Musik … Ich habe etwa 2011 eine schwimmende Zielscheibe aus 41 Rettungsringen in der Donau bei Novi Sad installiert, um an das Nato-Bombardement zu erinnern. Mit Kollegen habe ich „Müll für Afrika“ gesammelt. Mit einem Lkw sind wir bis Nigeria gefahren und haben ihn gegen afrikanischen Müll getauscht, um auf den Wahnwitz globaler Müllkreisläufe hinzuweisen.

Sie machen auch feministische Kunst. Was genau?
Ich habe mit Veronika Dreier die „Superwoman“ entworfen, eine acht Meter große Figur, die 2003 das Kulturhauptstadt-Projekt „Woment“ begleitete und seither im Innenhof des Rathauses zu sehen ist. Als „Artist in Residence“ in Judenburg habe ich erkundet, was Frauen für die Stadt geleistet haben: In einer Ausstellung habe ich etwa die Geschichten von Handwerkerinnen und Widerstandskämpferinnen erzählt.

Warum rücken Sie Frauen in den Fokus?
Ich bin ein politischer Mensch und das, was Frauen, für die Gesellschaft leisten und geleistet haben, ist nach wie vor weniger sichtbar. Ein Beispiel: Ich habe mich auch auf die Spuren von Einsteins Frau, Mileva Einstein-Marić, gemacht: Sie war Mathematikerin und hat mit ihm zusammengearbeitet, ist aber kaum bekannt.
Schon in der Schule müssten die Kinder von diesen Frauen und ihren Leistungen erfahren. Die Mädchen brauchen Vorbilder, nur so kann man die Frauen stärken.

Kann Kunst die Welt verändern?

Kunst kann einen Beitrag dazu leisten, dass wir die Welt anders wahrnehmen und ein neues Bewusstsein schaffen. Wenn das gelingt, ist schon viel gewonnen!

WOCHE-WORDRAP
Als Kind wollte ich:
die Welt retten
Wenn ich für einen Tag ein Mann wäre, würde ich:
im Stehen in den Schnee pinkeln!
Als Comicfigur wäre ich:
Wonderwoman

Steckebrief:
geb. 13. 5. 1959, lebt in Graz,
betreibt mit ihrem Verein „Schaumbad“ das gleichnamige freie Atelierhaus
http://schaumbad.mur.at

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