Gegen Corona: Grazer Forscher sehen Lösung in eigener Pharmaproduktionsstätte

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Das Forschungszentrum RCPE kann mit einer eigens entwickelten Technologie die Entwicklung von Wirkstoffen beschleunigen. 

Wann wird die Corona-Krise zu Ende sein? Diese Frage stellen sich nahezu alle Politiker, Bürger, Firmen und öffentlichen Institutionen weltweit. Die Forschung nach einem Heilmittel gegen Covid-19 läuft derzeit auf Hochtouren, Ergebnisse gibt es aber noch nicht. Die Hoffnungen ruhen aktuell vor allem auf dem raschen Finden geeigneter Wirkstoffe zur Behandlung von Erkrankten sowie zur vorbeugenden Impfung. Geht es nach den Experten des Grazer K1-Forschungszentrums RCPE, wird dabei aber eines außer Acht gelassen: "Die Wirkstoffe müssen dann auch in kürzester Zeit hergestellt werden können. Mit traditionellen Methoden dauert dieser Prozess abermals Monate. Mit der am RCPE entwickelten ,High-Speed-Technologie' kann die Produktion neuer Wirkstoffe massiv beschleunigt werden", wird Johannes Khinast, Professor an der TU Graz und Geschäftsführer sowie wissenschaftlicher Leiter des RCPE-Forschungszentrums, deutlich. 

Produktionsstätte geplant

Geplant sei am Grazer RCPE-Standort daher nun die Errichtung einer Produktionsstätte, die sämtliche Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe beinhaltet. "Die RCPE hat die Technologie, einen Wirkstoff schnell und in großen Mengen produzieren zu können", ergänzt Khinast. Die schnelle Errichtung sei aufgrund der sechs Jahre langen Entwicklungszeit möglich. "Wir sind extrem flexibel. Auch die Kombination der Wirkstoffsynthese und der folgenden Produktionsschritte wäre an einem Standort vereint. Mit dieser neuen Produktionsstätte könnten wir nicht nur zur Bewältigung der Corona-Krise Wesentliches beitragen, sondern auch für künftige Epidemien gut gerüstet sein", ergänzt Oliver Kappe, Professor an der Universität Graz und wissenschaftlicher Leiter des Bereiches "CC Flow" am RCPE. 

Gespräche laufen

Das RCPE lanciert deshalb auch die Etablierung einer österreichischen Pharmaproduktionsfirma, die exklusiv zur schnellen Herstellung großer Mengen an Notfall-Medikamenten genutzt werden kann. Ein solches Zentrum könne mit einem Budget von 30 bis 35 Millionen Euro in einem Zeitraum von sieben bis neun Monaten aufgebaut werden und bis zu zwei Millionen Patienten mit entsprechenden Medikamenten versorgen. "Deshalb ist es wichtig, sofort mit der Umsetzung zu beginnen", wird Khinast deutlich. Gespräche mit RCPE-Partnern wie Bund, Land und EU würden vielversprechend verlaufen. "Wir haben die Kapazität und Manpower, um all das umzusetzen."


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