Konservatorium plant
Geplantes Haus der Volkskultur stößt auf Hürden im Rathaus
- Der Rahmenplan für die Neugestaltung der Rösselmühle wurde im März beschlossen. Das gemeinsame Projekt von Konservatorium und Volkskultur Steiermark kommt darin nicht vor.
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Das Johann-Joseph-Fux Konservatorium und die Volkskultur Steiermark haben Pläne für ein gemeinsames Großprojekt auf dem Areal der Rösselmühle. Proberäume, Büros und ein großer Konzertsaal sowie ein "Haus der Volkskultur" stehen auf dem Wunschzettel, im Rahmenplan der Stadt Graz kommen das Projekt nicht vor.
GRAZ. Das Entwicklungsprojekt rund um die Rösselmühle geht in die heiße Phase. Nach dem Beschluss des Rahmenplans werden aktuell städtebauliche Verträge vorbereitet, darin sollen konkrete Verpflichtungen zur Umsetzung des Rahmenplans festgelegt werden. Bei Eduard Lanner, Leiter des Johann-Joseph-Fux Konservatoriums, sorgt das für einige Sorgenfalten. Dass das Konservatorium mehr Platz benötigt, ist kein Geheimnis. Für das Areal der Rösselmühle hat man im Zuge der Diskussionen auch bereits mehrmals den Wunsch geäußert, sich hier zu erweitern.
- Eduard Lanner, Leiter des Johann-Joseph-Fux Konservatoriums, fürchtet, dass die gemeinsame Idee mit der Volkskultur Steiermark bei der Projektentwicklung der Rösselmühle nicht berücksichtigt wird.
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Die Pläne dazu sind seit Jahresbeginn gewachsen und bereits sehr konkret. Gemeinsam mit der Volkskultur Steiermark gibt es die Idee für ein "Haus der Volkskultur", mit Proberäumen, Büros und einem gemeinsamen Konzertsaal. Letzterer soll mit einer Raumhöhe von acht bis neun Metern und Platz für rund 400 Personen im wahrsten Sinne des Wortes "alle Stückeln" spielen. Dazu soll es, ähnlich wie beim Kunsthaus, neben dem Konzertsaal auch noch ein Caféhaus mit Barbetrieb am Abend geben.
- Der Konzertsaal soll auch vom Blasmusikverband genutzt werden.
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Positive Signale vom Land Steiermark
Gemeinsam kommen Volkskultur und Konservatorium so auf rund 2.000 Quadratmeter an Gebäudeflächen, die benötigt würden. "Durch interne Umschichtungen schaffen wir rund zwei Drittel der Finanzierung", erklärt Lanner. Für den Rest braucht es die Unterstützung des Landes Steiermark. Von dort kommen positive Signale, aus dem Büro von Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ) heißt es: "Wir kennen den Wunsch und stehen dem Projekt grundsätzlich sehr positiv gegenüber." Eine konkrete und schriftliche Zusage gibt es allerdings noch nicht. Zudem gibt es noch die Idee für einen Musikkindergarten, um das Kulturkonzept abzuschließen. "Das wäre eine große Aufwertung für den Bezirk", so Lanner.
- In der Nutzung ähnlich dem Kunsthaus hätte man in Gries gerne ein "Haus der Volkskultur".
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Nicht im Rahmenplan
Einziger Schönheitsfehler: Im städtischen Rahmenplan kommt das Projekt nicht vor. Dort lässt man die Nutzungen noch recht offen, einzig im Verkehrskonzept taucht eine konkrete Flächenverteilung auf: 60 Prozent Wohnbau, 40 Prozent anderes. Dabei wurde Platz für Büroflächen, einen Supermarkt, Gastronomiebetriebe sowie rund 500 Quadratmeter für die GGZ einberechnet. Der Rahmenplan ist zwar noch nicht bindend – in Stein gemeißelt wird die Planung erst mit der Änderung des Flächenwidmungsplans – aber: "Die Befürchtung ist, dass die speziellen Dinge, die wir benötigen, nicht mehr möglich sind", erklärt Lanner mit Hinblick auf die städtebaulichen Verträge in Ausarbeitung. Denn vor allem der Konzertsaal passt nicht in eine "einfache" Planung mit gemischter Nutzung im Erdgeschoss und Wohnbau darüber, wie sie in Graz üblich ist.
Alles möglich, nix ist fix
Seitens der zuständigen Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) beteuert man, all das sei trotz des Rahmenplans weiter möglich. "Ein gemeinsamer Standort für Volkskultur, Musik, Bildung und Veranstaltungen ist aus unserer Sicht eine große Bereicherung für das Areal selbst, aber auch für die gesamte Stadt", erklärt man im Büro der Vizebürgermeisterin. Auch Konzertsaal und Wohnbau könnten aus Stadtsicht nebeneinander existieren: "Durch entsprechende technische Maßnahmen können unterschiedliche Nutzungen so organisiert werden, dass sie sich gegenseitig möglichst wenig beeinträchtigen." Das entscheidende Wort dabei bleibt allerdings weiter "könnten", denn der Stadt fehlen weiter "klare Signale in puncto Finanzierung". Die Unterzeichnung der städtebaulichen Verträge ist allerdings erst nach Wahl, vermutlich gegen Herbst, geplant. Ein bisschen Zeit bleibt also noch.
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