Graz hat in Zukunft sicher viel zu klären: "Graz Inside" in der Kläranlage der Stadt

Blick vom Nachklärbecken in Richtung Faultürme: Aus dem dort hineingepumpten Schlamm entsteht Methangas für die Stromproduktion.
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  • Blick vom Nachklärbecken in Richtung Faultürme: Aus dem dort hineingepumpten Schlamm entsteht Methangas für die Stromproduktion.
  • Foto: Jorj Konstantinov
  • hochgeladen von Christoph Hofer

Bis das Abwasser in der Mur landet, ist es ein weiter Weg: Blick in die Kläranlage im Süden von Graz.

Wohin fließt das Grazer Abwasser? Darüber machen sich wohl nur die wenigsten Gedanken, wenn sie zuhause etwa die Klospülung betätigen. Bis das kühle Nass aber im Endeffekt in der Mur landet, durchläuft es in der Kläranlage der Stadt Graz einen aufwendigen Reinigungsprozess. Im Rahmen der Serie "Graz Inside" hat sich die WOCHE am 14 Hektar großen Areal umgesehen. "Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer des Wassers in der Kläranlage beträgt 14 Stunden", weiß Andreas Kornhäusl aus dem Projekt-Team der Kläranlage zu berichten.

Aus Methangas wird Strom

In einem ersten Schritt werden im Grobstofffang große Schmutzteile wie Steine und Schotter herausgeholt. Alle festen Bestandteile, die größer als sechs Millimeter sind, entfernt dann die Rechenanlage. "Pro Jahr kommen so rund 1.000 Tonnen an Abfallstoffen zusammen, die über die Graz Abfallwirtschaft entsorgt werden", so Kornhäusl. Die 1.000 Liter Abwasser pro Sekunde, die an einem gewöhnlichen Vormittag durch die Kläranlage fließen – bei Regen können es auch 3.200 Liter pro Sekunde sein – haben dann aber noch einen weiten Weg vor sich. Via Sandfang landet das Wasser im Vorklärbecken. "Hier werden die festen von den flüssigen Bestandteilen getrennt. Dabei entsteht Rohschlamm, der über das unterirdische Pumpsystem in die Faultürme gelangt."
Dieser Vorgang passiert nicht ohne Hintergrund: Sowohl der Roh- als auch jener Überschussschlamm, der im Rahmen der biologischen Reinigung entsteht und abgezogen wird, verbleiben im Schnitt 25 Tage bei 37 Grad in den Faultürmen. "Unter Sauerstoffabschluss entsteht Methangas, mit dem in drei Blockheizkraftwerken Strom erzeugt wird. Wir sind damit fast zu 80 Prozent energieautark", erläutert Kornhäusl.

Erweiterung steht an

Nachhaltigkeit spielt also eine große Rolle. Stolz ist man bei der Holding Graz auch über eine biologische Reinigungsleistung von mehr als 98 Prozent. Bevor das Wasser dann aber in der Mur landet, erfolgt die Nachklärung, wo nochmals feinste Teile herausgeholt werden. "Das gereinigte Abwasser treibt eine sogenannte Wasserkraftschnecke an. Damit wird noch einmal Strom erzeugt." Um die Qualität des Klärvorgangs zu erhöhen, hat sich seit der Eröffnung 1974 viel getan. Jetzt steht eine Erweiterung unmittelbar bevor. "Die Anlage ist für 500.000 Einwohnerwerte ausgelegt und muss aufgrund des starken Zuzuges auf 815.000 erhöht werden. Neben der Vergrößerung des Beckenvolumens wird die mechanische Reinigungsstufe saniert und die Gasanlage erweitert. Ziel ist es, dass die Kläranlage 2023 in neuem Glanz erstrahlt."

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