Ein Jahr Ukraine-Krieg
So geht es geflüchteten Ukrainerinnen in Graz
- Am 24. Februar jährt sich der russische Überfall auf die Ukraine. Auch die Stadt Graz hat sich engagiert, um geflüchtete Menschen zu unterstützten.
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Rund 3.000 Ukrainerinnen und Ukrainer sind derzeit in Graz untergebracht, die unter anderem vom ukrainischen Kulturverein "Ridna Domivka" maßgeblich unterstützt werden. Von der Stadt Graz erhielt der Verein ein leerstehendes Geschäftslokal in der Annenstraße, das eine wichtige Drehschreibe für Menschen aus der Ukraine darstellt. Dort treffen wir auch zwei geflüchtete Frauen, die über ihre Flucht und ihr Ankommen erzählen.
GRAZ. In wenigen Tagen jährt sich der Beginn des Krieges, den Russland seit dem 24. Februar 2022 gegen die Ukraine führt. Auch in der gesamten Steiermark löste der militärische Überfall eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität aus, wo seit Kriegsbeginn mehr als 10.000 Vertriebene aufgenommen, versorgt und untergebracht wurden.
- Am 16. März 2022 nahm das Ankunftszentrum in der Grazer Messe seinen Betrieb auf. Dort konnte alles Nötige unter einem Dach erledigt werden - von der Unterbringung bis zur Registrierung.
- Foto: Regionalmedien Steiermark
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In Graz waren Mitte Februar 2023 rund 3.100 Ukrainerinnen und Ukrainer gemeldet, 2.200 haben eine Beschäftigungsbewilligung erhalten. Der durchschnittliche tägliche Anstieg an Meldungen lag im Jänner bei sechs Personen und ist damit geringer als in den letzten Monaten. Nicht geändert hat sich dagegen das Verhältnis von Frauen und Männern, sodass weiterhin vor allem Frauen mit ihren Kindern ankommen. An den städtischen Schulen nehmen derzeit 386 ukrainische Kinder und Jugendliche am Unterricht teil.
Zwei Betroffene erzählen
Zu den geflüchteten Ukrainerinnen zählen auch Maria Shpigunova und Olena Bulakh, die Mitte März gemeinsam mit ihren Kindern und anderen weiblichen Mitgliedern ihrer Familie nach Graz geflüchtet sind. Die Gefühle während ihrer Flucht beschreiben sie als nicht nur emotional, sondern auch körperlich anstrengend: "Es war, als hätten wir den Boden unter den Füßen verloren. Wir wussten nicht, ob wir fallen oder landen werden, wir waren einfach auf dem Weg ins Unbekannte."
- Maria Shpigunova, Polina und ihre Mutter Olena Bulakh sind im März in Graz angekommen.
- Foto: RMS
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Wenngleich sie im Vergleich zu anderen Familien den Vorteil hatten, in Graz bereits Menschen zu kennen, die sie bei ihrem Ankommen unterstützen konnten, hatten auch Shpigunova und Bulakh nie vorgehabt, ihr Land zu verlassen: "Ja, wir hatten vor, viel zu reisen, aber niemals auszuwandern und unsere Ehemänner zurück zu lassen", erzählen die Frauen, die MeinBezirk.at in den Räumlichkeiten des ukrainischen Kulturvereins "Ridna Domivka" trifft.
Positive Ankunft in Graz
All diesen Herausforderungen zum Trotz bezeichnen Shpigunova und Bulakh die Ankunft in Graz als sehr herzlich, da sie besonders von Freundinnen und Freunden viel Unterstützung erhalten haben: "Wir fühlen uns nicht so allein, wie viele andere Ukrainerinnen, die mit ihren Kindern alleine hergekommen sind. Uns geht es besser. Aber dennoch spüre ich jeden Tag Stress, - nicht wegen meines Lebens hier, sondern weil ich weiß, dass mein Ehemann jetzt in der Armee ist. Das ist sehr belastend für mich, auch weil ich weiß, dass viele Menschen in meinem Heimatland leiden", schildert Olena Bulakh.
Dennoch seien sie mittlerweile in Graz angekommen, wozu auch der Spracherwerb entscheidend beigetragen habe: "Nach ca. sieben Monaten habe ich begonnen, mich hier richtig niederzulassen. In meinem Fall war das sehr mit der Sprache verbunden, denn sobald ich mehr Deutsch gesprochen habe, habe ich mich automatisch wohler gefühlt", so Bulkah. Gleichzeitig stehe für sie aber fest, dass sie nach Kriegsende wieder in die Ukraine zurückkehren will, um dort mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter wieder ihr normales Leben aufzunehmen. Unschlüssiger zeigt sich diesbezüglich dagegen Maria Shpigunova, die, sollte die Gefahr für sie aufrecht bleiben, auch in Betracht ziehen würde, gemeinsam mit ihrem Mann in Österreich bzw. einem anderen Land zu bleiben.
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