So werden Sie gute Nachbarn: Sieben Tipps vom Psychologen
- Tür an Tür wohnen und sich nicht kennen? Die Beziehung zu den Nachbarn sollte man pflegen.
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- hochgeladen von Elisabeth Pötler
Man lebt Tür an Tür und kennt sich kaum? Was Sie für eine gute Nachbarschaft tun können. Tipps vom Psychologen.
Vielleicht kennen Sie die Situation: Sie sind in eine neue Wohnung gezogen und haben kaum Kontakt zu den Nachbarn. Was es aber gibt, sind Reibereien wegen dem Müll oder der Ordnung im Stiegenhaus. Was kann man nun für eine gute Nachbarschaft tun? Viele Menschen ziehen sich heute gerne in die Privatheit ihrer vier Wände zurück. Was wir dabei außer Acht lassen: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wir brauchen die Resonanz zu anderen, auch in unserer Nachbarschaft.
Wir wollen kooperieren
Wir Menschen haben lange Zeit unser Überleben gesichert, indem wir uns durch Nachbarschaftshilfe organisiert haben. Wir sind darauf angelegt zu kooperieren und uns gegenseitig zu unterstützen – das trägt zu unserer Zufriedenheit bei. Ein funktionierendes Gemeinwesen ist eine wichtige Voraussetzung für persönliches Glück.
Gemeinsam statt einsam
Gerade in unserer hoch individualisierten Gesellschaft ist es also wichtig, der Vereinsamung entgegenzuwirken. Klar ist auch: Schlechte Nachbarschaft stresst uns. Die Gründe dafür sind zum Beispiel: Missachtung der Privatsphäre, Lärm, Streitereien oder Machtkämpfe. Für eine gute Beziehung zu den Nachbarn kann man jedenfalls einiges tun.
Sieben Tipps
1.) Suchen Sie freundlich, aber nicht aufdringlich Kontakt zu den Nachbarn. Ein ganz einfaches Beispiel: Statt schweigend wegzusehen, wenn Ihr Nachbar vorbeispaziert, sagen Sie freundlich „guten Tag“.
2.) Suchen Sie sich Menschen aus, zu denen Sie gerne guten Kontakt pflegen. Mit manchen geht es leichter, mit anderen schwerer.
3.) Nehmen Sie Rücksicht. Das beginnt bei einfachen Dingen: beim Lärm, beim Rauchen. Wenn Sie etwas über das übliche Maß hinaus machen wollen, kontaktieren Sie die anderen. Suchen Sie die Unterstützung und das Einverständnis der anderen.
4.) Achten Sie auf Sauberkeit. Dazu gehört auch, so banal es klingen mag, das Mülltrennen.
5.) Haben Sie ein Auge auf die Sorgen und Nöte anderer. Fühlen Sie sich in sich selbst ein und helfen Sie anderen dann möglicherweise mit kleinen Gesten.
Schauen Sie auf keinen Fall weg, wenn etwas Gravierendes in ihrer Nachbarschaft passiert, holen Sie sich gegebenenfalls Unterstützung von den richtigen Stellen.
6.) Halten Sie Ihre Wohnung im geeigneten Rahmen offen. Achten Sie darauf, dass Sie ein guter Gastgeber sind und sich Ihre Gäste auch als gute Gäste benehmen. Dies gilt etwa für die Freunde Ihres Kindes.
7.) Wenn Sie Ruhe brauchen: Gehen Sie immer wieder in sich, um sich selbst abzugrenzen.
DER EXPERTE
Dr. Philip Streit ist Psychologe, Psychotherapeut und Lebens- und Sozialberater.
Seit 20 Jahren leitet er das „Institut für Kind, Jugend und Familie“ in Graz, das größte Familientherapiezentrum der Steiermark.
Kontakt: Tel. 0316/77 43 44, www.ikjf.at
Jede Woche beantwortet er
in der „WOCHE“ eine Frage aus dem Themenfeld Erziehung
und Beziehung.
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Die E-Mail-Adresse dafür lautet: elisabeth.poetler@woche.at
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