Verkehr
Was der Start von Koralmbahn und Co für den Raum Graz bedeutet

Die Koralmbahn bringt ab Dezember neuen Schwung nach Graz und stellt das städtische Öffi-Netz auf die Probe. | Foto: Philips
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  • Die Koralmbahn bringt ab Dezember neuen Schwung nach Graz und stellt das städtische Öffi-Netz auf die Probe.
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Alles auf Schiene? Der vierte Teil der Serie "Verkehrszukunft Graz" behandelt die Großprojekte Koralmbahn und Südstrecken-Ausbau. Worauf man sich im steirischen Zentralraum einstellen kann, hat MeinBezirk bei den ÖBB und der Holding Graz nachgefragt.

GRAZ/STEIERMARK. Dass sich in der Steiermark etwas bewegt, kann niemand leugnen. In welchem Tempo das passiert und in welche Richtung es gehen soll, bietet da schon mehr Diskussionsspielraum. Im Rahmen der Pressekonferenz zum diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis betonte Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ), Maßnahmen für sanfte Mobilität auf den Weg bringen zu wollen. Jedoch seien die Budgettöpfe "mehr als leer" und Erhebungen notwendig. Bis Ende März sollen intern Zwischenergebnisse einer Potenzialanalyse vorliegen.

Fachleute empfehlen einen Ausbau der Park-and-Ride-Infrastruktur bei regionalen Bahnhöfen.  | Foto: BRS/Roland Wolf
  • Fachleute empfehlen einen Ausbau der Park-and-Ride-Infrastruktur bei regionalen Bahnhöfen.
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Mit Ehrgeiz lassen indes die ÖBB aufhorchen: "Die gesamte Südstrecke von Werndorf bis Spielfeld-Straß wird voraussichtlich bis 2037 durchgehend zweigleisig." Dadurch soll die Fahrzeit zwischen Graz und Maribor auf 45 Minuten sinken sowie durch Taktverdichtungen im Regionalverkehr "ein gegenüber dem Pkw sehr konkurrenzfähiges Angebot" mit neuen Park-and-Kapazitäten entstehen – wobei ÖBB-Regionalmanager Peter Wallis der angekündigten Park-and-Ride-Strategie des Landes Steiermark nicht vorgreifen möchte.

Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) arbeitet an einer Park-and-Ride-Strategie, betont aber die angespannte Budgetlage des Landes. | Foto: Land Steiermark/Binder
  • Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) arbeitet an einer Park-and-Ride-Strategie, betont aber die angespannte Budgetlage des Landes.
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Erste Baumaßnahmen könnten 2028 starten, heißt es bei der Pressestelle. Sind die Pläne erfolgreich, wäre ein Rückgang von täglichen Pkw-Pendlern ein realistisches Szenario, das sich vorteilhaft auf das Grazer Straßennetz auswirken würde. In diesem Zusammenhang blickt man bei den ÖBB auch der Eröffnung der Koralmbahnstrecke zwischen Klagenfurt und Graz im Dezember optimistisch entgegen.

"Die angekündigte Park-and-Ride-Strategie des Landes ist für uns entscheidend", sagt Peter Wallis, Leiter des ÖBB-Regionalmanagements Steiermark. | Foto: ÖBB/Knopp
  • "Die angekündigte Park-and-Ride-Strategie des Landes ist für uns entscheidend", sagt Peter Wallis, Leiter des ÖBB-Regionalmanagements Steiermark.
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Grazer Öffis erwarten Koralmbahn-Pendler

Damit niemand auf einem Grazer Bahnhof strandet, laufen die Vorbereitungen für das städtische Öffi-Netz seit geraumer Zeit. Als Grundlage dient der Holding Graz eine Studie des Regionalmanagement Steirischer Zentralraum, laut der täglich bis zu 2.500 Kärntner Studierende die Koralmbahn nutzen könnten, um nach Graz zu gelangen. Zudem geht man davon aus, dass bis zu 3.000 Erwerbspendler auf der Route zu ihrem Arbeitsplatz im Steirischen Zentralraum fahren werden.

Ruhe vor dem Sturm? Wie sich die Pendlerströme entwickeln, wird sich weisen. | Foto: Brigitte Maier
  • Ruhe vor dem Sturm? Wie sich die Pendlerströme entwickeln, wird sich weisen.
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Allein am neuen Bahnhof "Weststeiermark" in der Nähe von Deutschlandsberg rechnet man künftig mit mehreren Tausend Fahrgästen täglich. "Wie viele der zusätzlichen Fahrgäste an welchen der Grazer Bahnhöfe dann tatsächlich in den städtischen öffentlichen Verkehr umsteigen werden, können wir zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen", erklärt Holding-Vorstandsdirektor Mark Perz. Dennoch sei man durch den gemeinsam mit der Stadt Graz erarbeiteten "Masterplan ÖV" und den neuen Flexity-Straßenbahnen für die "nächsten Jahre bis Jahrzehnte" gewappnet.

"Die Holding Graz Linien sind für die kommenden Jahre bis Jahrzehnte gerüstet", zeigt sich Mark Perz, Holding-Vorstandsdirektor für die Sparte Mobilität und Freizeit, überzeugt. | Foto: Marija Kanizaj
  • "Die Holding Graz Linien sind für die kommenden Jahre bis Jahrzehnte gerüstet", zeigt sich Mark Perz, Holding-Vorstandsdirektor für die Sparte Mobilität und Freizeit, überzeugt.
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"Am Hauptbahnhof setzen wir auf Taktverdichtung und sind wir künftig mit fünf Straßenbahnlinien sowie vier Buslinien und der entsprechenden Direktanbindung an zahlreiche Stadtteile gut aufgestellt. Rund 157.000 Bewohner sowie etwa 137.000 Arbeitsplätze sind direkt an den Schienen-Fernverkehr angebunden", so Perz. Die größten Auswirkungen der künftigen ÖBB-Angebote erwartet er sich für den Nahverkehrsknoten Puntigam: "Mit dem abgeschlossenen Ausbau der Linie 5 sind wir vorbereitet, darüber hinaus passen wir die Abfahrtszeiten der Linie 64 an. Alle Fahrplanänderungen setzen wir gleichzeitig mit der Eröffnung der Innenstadt-Entlastungsstrecke Ende November 2025 um."

Weitere Beiträge aus der Serie "Verkehrszukunft Graz":

Was Autoklubs zu Park-and-Ride-, Öffi- und A9-Ausbau sagen
Ziviltechniker mit heftiger Kritik am A9-Ausbau
"Erhobener Zeigefinger wird bei Verkehrswende nicht helfen"
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