Immer mehr Mobbing
AK fordert Gesamtkonzept für steirische Schulen
- Mehr als ein Drittel der Schülerinnen und Schüler sind direkt von Mobbing betroffen. Die AK Steiermark fordert die Schaffung von Modellregionen oder Modellschulen.
- Foto: Kinderfreunde OÖ
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Mobbing ist in heimischen Schulen weiter auf dem Vormarsch. Die Arbeiterkammer Steiermark richtete sich am Donnerstag mit Lösungsansätzen an Politik, Schulen, Eltern und Kinder. Für eine Lösung braucht es die Zusammenarbeit aller, aber vor allem dementsprechende finanzielle Mittel.
GRAZ/STEIERMARK. "Der Zustand in den Schulen ist ziemlich bedauerlich", öffnete AK-Präsident Josef Pesserl am Donnerstag die Präsentation einer Strategie gegen (Cyber-) Mobbing an steirischen Schulen. Seit über zehn Jahren gibt die AK Studien zum Thema Mobbing an Schulen in Auftrag, die Ergebnisse dabei waren alles andere als erfreulich, zuletzt zeigte sich, dass mehr als ein Drittel der steirischen Schülerinnen und Schüler direkt davon betroffen sind. In der diesjährigen Studie möchte man Lösungen aufzeigen: "Das Problem ist ja schon bekannt", so Pesserl.
- AK-Präsident Josef Pesserl spricht sich für schnelle Maßnahmen gegen Mobbing an steirischen Schulen aus.
- Foto: Konstantinov
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30 Psychologen für mehr als 150.000 Kinder
Eine Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts "bmm" zeigt, dass schnelle und gezielte Maßnahmen nötig sind. Befragt wurden 19 Pädagoginnen und Pädagogen, Psychologinnen und Psychologen sowie weitere Fachleute. Die Ergebnisse sind eindeutig: Nur ein gemeinschaftliches Vorgehen kann Mobbing und Gewalt an Schulen wirksam eindämmen. Dafür bräuchte es allerdings Geld, Zeit und Ressourcen. Aktuell gibt es für 850 steirische Schulen mit mehr als 150.000 Schülerinnen und Schülern weniger als 30 Schulpsychologinnen und Psychologen. Studienautorin Claudia Brandstätter betont, dass es zumindest eine Gruppe aus 1.000 Personen brauche, gemischt aus Psychologinnen und Psychologen sowie Lehrerinnen und Lehrern mit Zusatzausbildung, um effektiv gegen Mobbing vorgehen zu können.
- Mobbing in jungen Jahren kann langfristige Folgen nach sich ziehen, die sich im Erwachsenenleben zeigen.
- Foto: KiJA OÖ / Nadja Meister
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AK für Modellregionen
Die präsentierten Maßnahmen sind umfassend und bedürfen der Mithilfe von Eltern, Kindern, Schulen und vor allem den politischen Entscheidungstragenden. Konkret wünscht man sich seitens der AK die Erstellung von Modellregionen oder Modellschulen.
Angesichts der aktuellen Spardebatte ist vor allem Geld knapp. Wie hoch die Kosten für die vorgeschlagenen Änderungen sind, wurde im Zuge der Studie nicht berechnet. "Das teuerste ist es, das Problem nicht zu lösen", entgegnete Pesserl aber. Brandstätter fügte hinzu: "Man muss einmal rechnen, was es dem Staat kostet, wenn Menschen ein Leben lang keine Leistungsfreude haben." Wichtig sei außerdem, bereits in den Kindergärten mit den Maßnahmen zu starten, um so eine andere Kultur in Bezug auf Mobbing und Gewalt in Kindergärten und Schulen zu etablieren.
Die wichtigsten Maßnahmen:
Frühzeitige Intervention: Mobbing muss schnell erkannt und gestoppt werden.
Vertrauensaufbau: Ein enger Austausch zwischen Schülern, Lehrkräften und Eltern ist essenziell.
Klare Schulkultur: Eine Atmosphäre des Hinschauens und Eingreifens soll etabliert werden.
Mehr Ressourcen: Lehrerinnen und Lehrer brauchen Fortbildungen und Unterstützung.
Langfristige Strategien: Projekte wie „Fair 2gether“ sollen flächendeckend umgesetzt werden.
Sensibilisierung der Eltern: Eltern sollen lernen, Warnsignale früh zu erkennen.
Stärkere Kooperation: Zusammenarbeit mit Anti-Mobbing-Beauftragten und Lehrkräften ist entscheidend.
Resilienz fördern: Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sich zu behaupten.
Präventionsprogramme: Peer-Mediation und Buddy-Systeme helfen, Mobbing vorzubeugen.
Schulen müssen sichere Orte sein
Als nächster Schritt liegt der Ball nun bei den politischen Vertretern, seitens der AK sei man zu Gesprächen bereit.
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