18.12.2017, 01:28 Uhr

Premiere von Eugen Onegin, die Poesie des Schmerzes.

Oksana Sekerina, spielt die Rolle der Tatjana wundervoll. (Foto: © Werner Kmetitsch)
Eugen Onegin von Peter I. Tschaikowski, Lyrische Szenen in drei Akten und sieben Bildern.

Libretto vom Komponisten und Konstantin S. Schilowski nach dem gleichnamigen Roman von Alexander S. Puschkin, in russischer Sprache, mit wunderschöner und gefühlvoller Musik.

Jetske Mijnesse, die Gewinnerin des Grand Prix du Syndicat de la Critique 2016, inszenierte die Aufführung von "Eugen Onegin" in der Oper Graz.
Die Chefdirigentin Oksana Lyniv und das Grazer Philharmonische Orchester sorgten für gefühlvolle und innige Klänge und haben mit ihrer Leistung tosenden Applaus ernten dürfen. Die einfache aber wirkungsvolle Bühne in Birkenholzoptik gestaltete Gideon Davey und um die vorwiegend in Schwarz, Grau und Weiß gehaltenen Kostüme kümmerte sich die mit dem "Musical Theatre Award" ausgezeichnete Dieuweke van Reij.

Eugen Onegin, eine Oper der tiefen Gefühle, der großen Liebe und der Sehnsucht.
In der Handlung findet man sehr viel Realität und man sieht tatsächlich einen Abschnitt seines Lebens auf der Bühne vorbeiziehen.

Die verwitwete Gutsbesitzerin Larina hat zwei Töchter: Tatjana und Olga. Die beiden jungen Frauen singen von Liebe, Sehnsucht und Abenteuer. Larina und die Amme Fijipjewna denken dabei an ihre Jugendträume von einst und die schwierige Realität der Vernunftehe.
Es kündigt sich Besuch an: Olgas Verehrer Lenski bringt seinen Freund Eugen Onegin mit. Tatjana verliebt sich augenblicklich in den Fremden, denn er ist der Mann ihrer Träume. In einer Nachricht voller Leidenschaft, Hingabe und sehnsüchtigen Erwartungen gesteht sie ihm ihre Liebe. Onegins Antwort trifft Tatjana in aller Heftigkeit: Die Ehe ist ihm zuwider. Onegin warnt Tatjana davor, ihr Herz so leidenschftlich zu verschenken.
Bei der Feier von Tatjanas Namenstag provoziert Onegin seinen Freund Lenski, indem er sich dessen Freundin Olga zuwendet. Es kommt zum Eklat und Lenski fordert Onegin zum Duell. Als sich die Freunde kurz darauf als Gegner gegenüberstehen, gelingt es keinem, das Wort zur Aussprache zu ergreifen. Lenski, mit gebrochenem Herzen und tief verletzt richtet sich beim Duell selbst.
Jahre später trifft Eugen Onegin völlig unerwartet auf Tatjana. Sie ist inzwischen mit Fürst Gremin verheiratet. Onegin möchte Tatjana für sich zurück gewinnen. Sie bleibt bei Fürst Gremin und Onegin muss bitter erfahren, dass ihm seine ursprüngliche Oberflächigkeit zum Verhängnis geworden ist.

Ein Trümmerhaufen von zertrampelten und zerrissenen Herzen und das alles ist genial in Musik gefasst.

Die Hauptrollen waren so gut und toll besetzt, dass ich immer wieder von den Stimmen und dem Schauspiel begeistert war. Der Neuling der Oper Graz, Dariusz Perczak spielte einen fantastischen Eugen Onegin. Pavel Petrov war tief verbunden mit seiner Rolle als Lenski, ihn beim Singen zu zuhören war ein wahrer Genuss. Nicht mehr aus der Oper Graz weg zu denken ist Yuan Zhang, sie spielte die Lebensfrohe Olga und verdrehte den Männern ganz schön den Kopf. Oksana Sekerina war als Tatjana umwerfend, eine Schauspielerin mit wunderbarer Stimme. Wunderbar anzuhören und zu sehen waren auch Alexey Birkus als Fürst Gremlin, Christina Baader als Tatjanas Mutter Larina, Elisabeth Hornung als Amme Filipjewna, Konstantin Sfiris als Saretzki, Neven Crnic als Hauptmann, Manfred Hanakam überzeugte als Vorsänger und Manuel von Senden war als Triquet auf der Bühne im Einsatz.

Eugen Onegin, eine Oper der tiefen Gefühle, der großen Liebe, der Leidenschaft und der ständigen Sehnsucht, aber auch der Enttäuschung und Verletzbarkeit.

Eugen Onegin ist sehenswert und vor allem HÖRENSWERT!

Der nächste Termin für die Aufführung von Eugen Onegin ist am Sonntag den 7. Jänner 2018. Weitere Termine gibt es auf: www.oper-graz.com
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