17.09.2014, 09:05 Uhr

40 Jahre WOCHE: Schwarz-Weiße Höhenflüge

Das magische Dreieck: Mario Haas, Ivo Vastic und Hannes Reinmayr (v.l.) entfachten mit Sturm eine unglaubliche Euphorie. (Foto: GEPA)
Wir werden 40 – und hoffen, dass Sie mit uns feiern. Am 28. September lädt die WOCHE zum großen Geburtstags- und Familienfest auf den Schöckl. Davor blicken wir auch in dieser WOCHE noch einmal zurück – nach den 70er- und 80er-Jahren sind diesmal die 90er dran. Und das Jahrzehnt am Sprung zum neuen Millen-ium hatte es unter dem Uhrturm in sich.

Schwarz-Weiße Geschichte

Vor allem den Sportfans haben sich diese Jahre tief eingebrannt. Der SK Sturm holte in den Jahren 1998 und 1999 schließlich die ersten beiden Meistertitel in die Steiermark.Jeder Schwarz-Weiße hat noch jetzt die Bilder von Ivo Vastics Supertor zum 4:0 zur Eröffnung des Arnold-Schwarzenegger-Stadions im ersten Match der Saison 1997/98 über den roten Erzrivalen, den sektüberströmten Ivica Osim am Ende der selbigen Spielzeit und den anschließenden Meisterkonvoi samt Konfettiregen durch ein Menschenmeer in der Innenstadt im Gedächtnis. Es herrschte damals eine bis dato wohl nie mehr erreichte Fußball-Euphorie unter dem Uhrturm.
In der Saison 2000/01 gewann Sturm unter Jahrhunderttrainer Osim als bisher einzige österreichische Mannschaft dann sogar noch seine Champions-League-Gruppe und zog sensationell unter die besten 16 Vereine Europas ein.

Hexenkessel

Gänsehautstimmung gab’s in den 90ern aber auch wenige Kilometer südlich von Graz. In Unterpremstätten ging eines der denkwürdigsten Davis-Cup-Duelle der österreichischen Tennisherren über die Bühne. Karl Schwarzl stellte 1994 binnen 65 Tagen eine Zelt-Arena für umgerechnet drei Millionen Euro auf eine Wiese – der Rest war rot-weiß-rote Tennisgeschichte. 12.000 entfesselte Zuschauer verwandelten die Schwarzl-Halle in einen Hexenkessel und trieben dadurch die Deutschen an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. „Die Stimmung war das Schlimmste, was ich in einer Davis-Cup-Partie erlebt habe“, wütete etwa Michael Stich nach seiner denkwürdigen Fünf-Satz-Pleite (Spielzeit 5:24 Stunden) gegen Thomas Muster. Aufgestiegen sind damals aber trotzdem die Deutschen ...

„Ein Land weint“

Ins Zentrum der Öffentlichkeit rückte die Steiermark dann auch im Jahr 1998 – das Gruben-unglück von Lassing schockte die Welt weit über die österreichischen Grenzen hinaus. „Ein Land weint“, sagte Waltraud Klasnic, als sie die Namen der Verschütteten damals verlas. Die ÖVP-Politikerin war zu diesem Zeitpunkt der erste weibliche Landeshauptmann der Republik – und mit ihrem engagierten und menschlichen Auftritt im Rahmen dieser Katastrophe hat sich schließlich ihr Titel als steirische „Landesmutter“ etabliert. Klasnic war von 1996 bis 2005 steirischer Landeshauptmann.

Wirtschaft:

Abstimmung: Am 12. Juni 1994 stimmten 66,6 Prozent der Österreicher für den EU-Beitritt – seit 1. 1. 1995 sind wir nun Mitglied der Europäischen Union. Natürlich auch mit Auswirkungen auf Graz und die Steiermark – so wurde etwa in den 90ern der „Steirische Autocluster“ aufgebaut und hat es mittlerweile zu Weltruf gebracht.

Politik:

Ende einer Ära: Die Ära Krainer ging 1996 in der Grazer Burg zu Ende – Josef Krainer junior war wie sein Vater über Jahrzehnte hinweg das steirische Landesoberhaupt. Ebenfalls in den 90ern wurde das steirische Spitalswesen unter dem Titel „LKH 2000“ reformiert – darunter fällt auch der Plan und Bau des LKH West in Eggenberg.

Weltgeschehen:

Balkankonflikt: Europa wurde im ausgehenden 20. Jahrhundert von den Jugoslawienkriegen erschüttert – 1991 verlegte das österreichische Bundesheer knapp 8.000 Soldaten an die Grenze zum heutigen Slowenien. Jugoslawische MIGs drangen sogar bis nach Graz vor. Zu Kampfhandlungen auf österreichischem Boden kam es zum Glück aber nicht.

Rückblick: 80er-Jahre


Rückblick: 2000er-Jahre

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