15.03.2017, 13:47 Uhr

#Holzzeitung: Wer die Stadt vor lauter Bäumen nicht sieht

Der Baum ist einer der wichtigsten Klimaregulatoren. (Foto: meinbezirk.at)

Ganze 25 Prozent des Grazer Stadtgebietes sind von Wald durchzogen. Stadtförster Peter Bedenk erklärt, warum die über zwei Millionen Bäume in Graz für uns so wichtig sind.

„Bam Oida!“ würden die Teenager aus dem Jahr 2008 sagen. Der Ausdruck des Erstaunens in der Jugendsprache trifft auch auf den Baumbestand in Graz zu. Unglaubliche 2,25 Millionen Bäume wurzeln im Grazer Stadtgebiet, das zu einem Viertel aus Wald besteht. Umgerechnet sind das 3.100 Hektar. „Das heißt, dass wir auf 7,5 Bäume pro Einwohner kommen“, meint Peter Bedenk, Grazer Stadtförster im Dienste der GBG.

Wohlfühlfaktor Baum

„Bäume sind wichtig für unseren Lebensraum. Sie vermitteln ein Wohlgefühl für die Bewohner einer Stadt, an heißen Sommertagen sind sie unverzichtbar als Schattenspender, sie filtern Staub und produzieren unseren Sauerstoff“, erklärt Bedenk. So kann eine Buche bis zu sechs Tonnen Sauerstoff pro Jahr produzieren. Der durchschnittliche Baum in Graz macht dies bereits seit 92 Jahren.

Unverzichtbares Laub

Bäume sind also Klimaregulatoren, tragen zur Erholung bei, sind Luftreiniger und Lufterneuerer. „Bäume sind faszinierend. Bei uns treffen im Herbst oft Beschwerden über herumliegendes Laub ein, aber Laub hat einen Sinn für die Bäume. Wenn sich das Laub zersetzt, gelangt es wieder über Regen in den Waldboden und der Baum nimmt es über seine Wurzeln als Nährstoff erneut auf. Das ist ein wichtiger Kreislauf.“

Respekt vor der Natur

Bäume sind aber auch Lebewesen, die wachsen und für Bewohner zu Problemen werden können. „Ich sage immer, die Liebe der Menschen zu den Bäumen wächst mit der Ferne. Wenn die ‚grüne Wand‘ vor dem Haus ist und teurer Baugrund im Stadtgebiet nicht bebaut werden kann, müssen wir handeln, wenn nötig.“
30 Prozent der Grazer Bäume sind Buchen, zehn Prozent Eichen, zwölf Prozent Fichten, der Rest andere Laub- und Nadelhölzer. „Der Wald ist Lebensraum für die ganze Tier- und Pflanzenwelt. Gebührender Respekt vor dem Wald und der Natur ist angebracht“, appelliert Bedenk.

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