05.07.2017, 13:15 Uhr

Land der Berge, Land am Strome ... – Die WOCHE macht den Staatsbürgerschaftstest

Ohne Schummeln: Martina Maros absolvierte den Test positiv. (Foto: Jorj Konstantinov)

... Land der Äcker, Land der Dome: Die WOCHE meisterte den Staatsbürgerschaftstest beim Land Steiermark.

Staatsbürgerschaften sind nicht zuletzt wegen der Diskussion um die türkischen Doppelstaatsbürgerschaften in aller Munde. Die WOCHE wagte beim Land Steiermark den Selbstversuch und stellte sich mit ihrer gebürtigen kroatischen Redakteurin den Fragen zur Geschichte und demokratischen Grundordnung Österreichs sowie zur Geschichte der Steiermark.

Staatsbürgerschaft ist gefragt

Der Test hätte nur im Rahmen einer tatsächlichen Antragstellung auf Erteilung der Staatsbürgerschaft Relevanz, was jedoch am selbst auferlegten Druck nichts ändert. Das Skript mit dem Prüfungsstoff war schnell besorgt und vor der Prüfung gibt es ein Gespräch mit Angelika Unger, Leiterin der Abteilung für Verfassung und Inneres des Landes Steiermark, und Staatsbürgerschaft-Referatsleiter des Landes Steiermark, Peter Schröttner. „Die Nachfrage nach der österreichischen Staatsbürgerschaft steigt an“, sagt Schröttner und erklärt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Von Regeln und Ausnahmen

Zehn Jahre rechtmäßiger Aufenthalt, fünf Jahre Niederlassung, gute Deutschkenntnisse und ein gesicherter Lebensunterhalt sind nur einige der Vorbedingungen, die für eine Einbürgerung gegeben sein müssen. „Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie die Ehe mit einem österreichischen Staatsbürger, die Geburt im Inland oder eine EU-Staatsbürgerschaft, wo die Antragstellung früher erfolgen kann“, so Schröttner.
Und da gibt es noch die Möglichkeit, per Beschluss des Ministerrates – aufgrund von Leistungen, die im besonderen Interesse der Republik sind – Österreicher zu werden. Auch die Länder können, in abgeschwächter Form, aufgrund außerordentlicher Verdienste in Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, sozialem Engagement oder Sport das Verfahren auf Erteilung der Staatsbürgerschaft einleiten und dem Ministerrat vorlegen.

Grundlagen und Werte

Um die Chance auf diese Variante zu erhöhen und sich durch das Ergebnis nicht zu blamieren, steigt die Nervosität vor dem Test doch etwas. Auf dem Weg in den Prüfungsraum kommt Aracelis Garcia del Carmen, die bereits mit dem Test fertig ist, entgegen. Sie stammt aus der Dominikanischen Republik und ist seit 15 Jahren in Österreich. „Ich habe gelernt und fand es ein bisschen schwer“, sagt sie. Bevor die WOCHE den Stift in die Hand nimmt, erzählt Abteilungsleiterin Angelika Unger, wieso der Test wichtig ist: „Es geht darum, sich als zukünftiger Staatsbürger mit Österreich zu beschäftigen und Grundlagen zu beherrschen. Die Wertevermittlung ist wichtig und die Durchfallquote liegt bei geringen 4,8 Prozent.“

Geprüfte Österreicherin

Die WOCHE schafft die 18 Fragen in zehn Minuten. Als Peter Schröttner den korrigierten Test bringt, schlägt die Anspannung in Freude über: 100 Prozent richtige Antworten und somit geprüfte Österreicherin. Und ein wenig stolz macht einen, dass einige gebürtige österreichische Freunde die eine oder andere Frage nicht gewusst hätten.

Die Statistik zur Staatsbürgerschaft

Im Jahr 2016 wurde in der Steiermark die österreichische Staatsbürgerschaft insgesamt 814 Personen verliehen. 283 der Eingebürgerten, das sind 34,7 Prozent, wurden in Österreich geboren.
Unter den 78 Herkunftsländern kamen laut Statistik Austria mit 179 Eingebürgerten die meisten neuen Österreicher aus Bosnien und Herzegowina. Insgesamt wurden 145 Personen, die eine EU-Staatsbürgerschaft hatten, in Österreich eingebürgert. Aus Nigeria stammen 65 eingebürgerte Personen, aus dem Kosovo 57, aus Afghanistan 43, aus Rumänien 38, aus Ägypten 37, aus der Türkei 31 sowie 30 aus Russland.
Die neuen Staatsbürger sind jung: Das Alter liegt bei 55,4 Prozent der eingebürgerten Personen unter 30 Jahren. 258 der Neo-Österreicher waren unter 15 Jahre alt.

Hier geht es zum Online-Übungstest für die österreichische Staatsbürgerschaft. Klicken Sie sich durch und schauen Sie, wie viele Fragen Sie richtig beantworten.
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